Der Fliegerhorst (Foto)
Im April 1936 wurde mit dem Bau des Fliegerhorstes im Bad Aiblinger Ortsteil Mietraching begonnen. Kosten hierfür: 17 905 396 Reichsmark. Damit begann der Weg ins Verderben. Die ersten Truppenteile bezogen im Februar 1937 im Fliegerhorst Bad Aibling Quartier. Die Messerschmitt Me-109 E, das Jagdflugzeug der deutschen Luftwaffe, wurde zeitweise auf dem Fliegerhorst Bad Aibling stationiert. Ab dem Zeitpunkt, als diese Jagdflugzeuge ihren Gegnern technisch unterlegen waren, verloren auch die Maschinen in Bad Aibling ihre Bedeutung. Die Kurstadt war für die deutsche Luftwaffe im 2. Weltkrieg kein kriegswichtiger Stützpunkt, denn das zu kurze Flugfeld war für das Gewicht der neuen Jagdflugzeugtypen nicht mehr geeignet. Somit funktionierte man den Fliegerhorst zur Reparaturwerft um.
Das Gefangenenlager
Am 1. Mai 1945 rollten amerikanische Panzer in Bad Aibling ein. Der Krieg war vorüber, die deutsche Kapitulation nur mehr eine Frage von Tagen. Der Fliegerhorst wurde zum amerikanischen Kriegsgefangenenlager „PWE 26“.Bis zu 60 000 deutsche Soldaten wurden dort festgehalten. Noch bevor alle Kriegsgefangenen das Lager Bad Aibling verlassen hatten, standen schon die nächsten Neuankömmlinge vor dem Lager: tausende von Menschen, die vor Krieg und Verfolgung aus dem Osten geflohen waren – so genannte DPs, Displaced Persons. Der ehemalige Flugplatz Bad Aibling wurde für sie zur Zwischenstation vor der Emigration in die USA oder ihrer Heimkehr. Von 1946 an wurden diese Menschen in Bad Aibling von der UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration) betreut.
Der Geheimdienst
Nachdem die letzten Kriegsgefangenen das Lager Bad Aibling 1945 verlassen hatten, nahm die Zahl der G.I.s bis 1948 erst einmal ab. Vor dem Hintergrund des „Eisernen Vorhangs“ und der Gründung der NATO gewann Bad Aibling wieder Bedeutung für die Amerikaner. 1952 wurde auf dem Gelände ein Stützpunkt für die Army Security Agency (ASA) errichtet. Die ASA war während des „Kalten Krieges“ ein militärischer Geheimdienst, dessen Aufgabe die elektronische Aufklärung von Feindnachrichten war.
Der Kalte Krieg
Im Jahre 1952 wurde auf dem Gelände ein Stützpunkt für die Army Security Agency (ASA) errichtet. Die ASA war während des „Kalten Krieges“ ein militärischer Geheimdienst, dessen Aufgabe die elektronische Aufklärung von Feindnachrichten war. Der ausufernde Vietnam-Krieg und das Ende der Wehrpflicht in den USA 1973 machte sich auch in der ASA Field Station Bad Aibling bemerkbar. Das Personal wurde reduziert. 1972 übernahmen zivile Mitarbeiter der NSA (National Security Agency) Schlüsselpositionen in Bad Aibling.
Ende und Aufbruch
In den Jahren nach dem amerikanischen Abzug kehrte erst einmal Ruhe auf dem Gelände ein. Es lag zum großen Teil brach. Die Natur begann, sich verlorenes Terrain Stück für Stück zurückzuerobern. Schnell wurde aus dem einst belebten Stützpunkt eine Geisterstadt mit einigen interessanten kleinen Hinterlassenschaften. 2005 wird das 65 Hektar große ehemalige US-Areal von der B&O-Gruppe gekauft. Der Dienstleister für die Wohnungswirtschaft nutzt hier eine einmalige Möglichkeit und übernimmt die Schlüsselgewalt.






