Background Image
Table of Contents Table of Contents
Previous Page  6 / 16 Next Page
Basic version Information
Show Menu
Previous Page 6 / 16 Next Page
Page Background

pressewoche

S. 6

23. Mai 2019

wirtschaft

NEWS

Albaching – Die Null-Zins-Politik

der Europäischen Zentralbank

ist nicht nur Kunden ein Dorn im

Auge. Auch die Vorstände der

RSA Thomas Rinberger und Al-

fred Pongratz sind darüber alles

andere als glücklich. Trotzdem

konnten sie 2018 nicht nur an die

guten Ergebnisse des Vorjahres

anknüpfen, sondern diese sogar

noch verbessern.

Vor knapp 600 Mitgliedern führten die

Vorstände und der stellvertretende Auf-

sichtsratsvorsitzende Karl Fischberger

im vollbesetzen Saal des Gasthauses

Kalteneck die Zahlen des vergangenen

Jahres detailliert aus. Das erfreuliche

Fazit: „Wir haben die Ziele überall weit

übertroffen und blicken auf unser bes-

tes Jahr bisher zurück.“ Das ist umso

erstaunlicher, da auch die zunehmen-

de Regulierung den Banken das Leben

derzeit schwer macht.

Gute Zahlen sorgen für gute

Stimmung

Die Bilanzsumme der Bank stieg ge-

genüber dem Vorjahr um 13,6 Pro-

zentpunkte auf 411 Millionen Euro. Zu

verdanken sei das gute Ergebnis den

frühzeitig gestellten Weichen bei den

strategischen Entscheidungen der RSA.

Vor allem aber sei es die konsequente

Beibehaltung der bisherigen Geschäfts-

politik, die das Kundenvertrauen ins

Zentrum stellt. Bei dem flächenmäßig

sehr großen Bankenverbund stehen

Fairness und Ehrlichkeit ganz oben auf

der Werteskala. „Unsere Mitarbeiter

haben keinen Verkaufsdruck, sondern

beraten genau auf die persönliche Situ

ation des Kunden hin“, sagt Vorstands-

sprecher Thomas Rinberger. Vertrauen

könne man sich nicht kaufen, sondern

müsse man sich erarbeiten. Darum

freue man sich zwar über Auszeichnun-

gen von Zeitungen wie der FAZ für die

hohe Bankenqualität, doch wichtiger als

ein Siegel auf dem Papier sei ihnen, die

Nummer eins in den Köpfen ihrer Kun-

den und Mitglieder zu sein.

Erfolgsfaktor: Bodenständigkeit,

Verlässlichkeit und Regionalität

Dass das Geschäftsjahr trotz der Null-

Zins-Politik so stabil und positiv war, liegt

aber auch an der guten Konjunktur und

dem breit diversifizierten Branchenmix

in der Region. Im Zeitalter der Globa-

lisierung setzen viele Menschen wieder

verstärkt auf Regionalität. Davon profi-

tierten vor allem die Genossenschafts-

banken. Als verlässliche Partner der

Region beweist sich die RSA schon seit

vielen Jahren. Und so konnte Rinberger

auch dieses Jahr viele Zahlen vorlegen,

die das unterstrichen.

Die Summen, die die Kunden bei der

Bank anlegten und die sie sich ausliehen,

zeigten erneut die tiefe Verankerung der

Genossenschaftsbank in der Region.

Mit einem Plus von 14,3 Prozentpunk-

ten fiel der Anstieg bei den Krediten

ebenfalls deutlich aus. Zum Vergleich:

Im Verbandsschnitt lag dieser bei 6,1

Prozentpunkten. Insgesamt liehen sich

die Kunden damit 357 Millionen Euro

bei der RSA. Das Erfolgsgeheimnis führ-

te Rinberger auf zwei Faktoren zurück:

„Wir arbeiten individuell und pragma-

tisch.“ Bei der RSA gelte auch noch die

Handschlagmentalität. Zudem – und

das ist nicht mehr die Regel – dürfen

Mitarbeiter noch eigene Entscheidun-

gen treffen. „Auf gegebene Versprechen

können sich unsere Kunden und Mit-

glieder hundertprozentig verlassen“, si-

chert der Vorstandssprecher weiter zu.

Bemerkenswert sei auch der Zuwachs

von 12,2 Prozentpunkten bei den Kun-

deneinlagen auf 278 Millionen Euro,

stellte der Vorstandssprecher zufrieden

fest. Das sei besonders angesichts der

Null-Zins-Problematik bemerkenswert.

„In Summe ist es ein außerordentlich

gutes Ergebnis“, bewertete Rinberger

die Zahlen von 2018. Denn damit

liegt die RSA nicht nur deutlich über

dem Vorjahresergebnis, sondern auch

deutlich über dem Durchschnittsergeb-

nissen des Genossenschaftsverbands

Bayern. Ein Plus gab es auch bei den

Kunden und den Mitgliedern. Im letzten

Jahr stieg die Zahl auf 10 084 Kunden

und 3780 Mitglieder.

RSA: Wichtiger Partner in der

Region

Die Genossenschaftsbank zahlte ver-

gangenes Jahr insgesamt 609 000 Euro

Gewerbesteuer und spendete 24 000

Euro an Vereine und Einrichtungen der

Region. Besonders erfreulich: Die Di-

vidende liegt wieder bei 5 Prozent p.a..

Und auch sonst kümmerte sich die RSA

sehr um ihre Kunden und Mitglieder.

Angefangen vom Malwettbewerb, der

bereits seit 1970 durchgeführt wird,

über ein buntes Programm für Kinder

und Jugendliche in den Ferien bis hin zu

Veranstaltungen für Landwirte und Un-

ternehmer.

Stärkerer Wettbewerb unter

Banken

Wegen der niedrigen Zinsen ist der

Wettbewerb unter den Banken hoch,

insbesondere durch die stärker werden-

den Internetbanken. Die Geldmarktpo-

litik der Europäischen Zentralbank be-

zeichnete Alfred Pongratz als eine große

Herausforderung für die Finanzinstitute.

An eine schnelle Änderung glaubt er

nicht „Die niedrigen Zinsen werden

uns noch einige weitere Jahre beglei-

ten“, prophezeite der Vorstand. Sorge

mache ihm zunehmend die Einmi-

schung der Europäischen Zentralbank

(EZB) in nationale Belange. Besonders

im Visier: die gut wirtschaftenden und

mit großen Filialnetzen ausgestatteten

Volks- und Raiffeisenbanken und Spar-

kassen in Deutschland. Sie gelten durch

ein Drei-Säulen-Modell international als

besonders sicher. Das sehen nicht alle

gern. Mit einem Brandbrief wandte sich

nun der Vorstand an die Politik, um auf

die Situation hinzuweisen und deutlich

zu warnen.

Gegen den Trend: Keine Filial-

schließungen geplant

Flankierend zur guten wirtschaftlichen

Entwicklung hat die RSA erneut di

Weichen für die Zukunft justiert un

weitere strategische Entscheidunge

getroffen. Dazu gehört auch die Ver

stärkung des Geschäftsfeldes

Immobilie

und Hausverwaltung

mit Wolf Poertzle

und Gabriele Pointner. Ebenfalls wird e

ab 2019 wieder eine Wertpapierbera

tung geben. Auch das Münchener Bür

in der Leopoldstraße soll ab diesem Jah

permanent besetzt sein. In Rechtmeh

ring wird ein Mehrfamilienhaus fertigge

stellt und die Geschäftsstelle in Albachin

einen moderneren Look bekommen

Insgesamt wolle man laut Rinberge

an der wertorientierten Geschäftsphi

losophie festhalten. Das bedeute auch

keine Filialen zu schließen, sondern da

Netz eher noch auszubauen.

Positiv in die Zukunft blicken

Fürs neue Geschäftsjahr ist den Vor

ständen trotz herausforderndem Um

feld durch Regulierung und Zinspolitik

nicht bang. Man rechne mit eine

weiteren Anstieg bei den Krediten un

im Einlagengeschäft. Die Ertragslag

prognostizierte Rinberger als weiterhi

gut. Im Anschluss an die Entlastung de

Vorstandes und des Aufsichtsrates wur

den August Seidinger und Alfred Vita

einstimmig in den Aufsichtsrat gewählt

Den musikalischen Höhepunkt bestrit

Roland Hefter. Der auch sozial sehr en

gagierte Münchener Liedermacher hat

te nach wenigen Akkorden den ganze

Saal auf seiner Seite. Knapp 600 RS

Mitglieder nickten, klatschten und san

gen mit, als er humorvoll-augenzwin

kernd, aber durchaus mit ernstem Hin

tergrund von Neid, Niederlagen un

Fehlern sang. Letztere jedenfalls schein

die RSA im letzten Jahr angesichts de

guten Zahlen nicht gemacht zu haben.

bb

Sehr gute Ergebnisse mit bewährtem Modell

Raiffeisenbank RSA eG

2018 war ein ereignis-

reiches Jahr – für die

RSA das beste ihrer

Geschichte

„Wir wollen lieber die

Nummer eins in den

Köpfen sein als auf

einem Blatt Papier.“

Die Raiffeisenbank RSA eG hat bei der Generalversammlung Bilanz gezogen und ist mit de

Jahr 2018 mehr als zufrieden. Die Mitglieder ebenfalls.

Vorstand Thomas Rinberger durfte den Mitgliedern sehr gute

Ergebnisse präsentieren.

Weit über 500 Mitglieder verfolgten mit großem Interesse die positive Entwicklung.

Fotos: RSA

Der Münchener Liedermacher Roland Hefter brachte beste Stimmung ins Publikum.

Foto:Hefter

Bei uns gilt noch der

Handschlag