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Es ist Frühling. Das Leben steht

in voller Pracht. Überall hö-

ren wir die fleißigen Bienen

summen, und wer mit offenen

Augen durch seine Umwelt

spaziert, kann sich an diesem

Erblühen begeistern. Es ist al-

lerdings auch schon wieder ein

Jahr her und die

pressewoche

will es natürlich wissen. Was?

Ja ganz klar, wie es ihrer

dam-

ma-guad

-Hecke geht.

Also schwirren wir heraus, um zu be-

gutachten, was sich dort entwickelt

hat. Wie erwartet ist aus der letztjäh-

rigen Anpflanzung noch keine gewal-

tige Hecke entstanden, aber immer-

hin sind die autochthonen Gewächse

gut über den Winter gekommen und

stehen voll im Saft. Nicht ohne ein

wenig Stolz in der Brust zu verspü-

ren, überlegen wir weitere Schritte.

Was Einfaches soll es sein, was jeder,

der diese Zeilen liest, selbst sofort

in die Tat umsetzen kann. Die Na-

tur lebt stets im Überfluss, und die-

sen wollen wir uns gezielt zu Nutze

machen. Die Idee ist nichts Neues,

aber so simpel wie auch genial: Die

Hecke soll Zuwachs durch Stecklinge

bekommen.

Pflanzen, die sich als Stecklinge ver-

mehren lassen, gibt es viele. Man-

nigfaltig sind auch die Steckling-For-

men, wie Kopf-, Achsel-, Blatt- oder

Triebstecklinge, und die Methoden

– Anhäufeln, Abmoosen, Blattrip-

penmethode, Brutknospenvermeh-

rung, Absenken, Ringeln, die Knol-

len-, Stauden- oder Rhizomteilung,

Wurzelschnittlinge oder Steckholz,

um nur einige zu nennen.

Sprechen wir zunächst von den

Stecklingen. Wie schon erwähnt,

gibt es etliche Pflanzen, die sich dafür

eignen. Wir beschränken uns aber

nur auf solche, die für unsere Hecke

in Frage kommen. Da wären unter

anderem Ahorn, Apfel, Birne, Hasel-

nuss, Roter Hartriegel, Holunder, Jo-

hannisbeere, Kornelkirsche, Liguster,

Pappel, Sanddorn, Schneeball, Sta-

chelbeere, Hundsrose und Weide.

Wie funktioniert das ganze jetzt ei-

gentlich? Anhand der Weide wollen

wir im Selbstversuch die Hecke etwas

dichter machen. Aus Weiden nämlich

lassen sich Stecklinge besonders ein-

fach herstellen. Dafür benötigen wir

einen Weidenbaum oder -strauch,

von welchem wir am besten einjähri-

ge Triebe abschneiden. Je nachdem,

wie man seine Hecke vermehren

möchte, kann man variieren. Ob

etwas länger oder dicker, spielt bei

der Weide keine große Rolle. Der

Schnitt sollte möglichst mit einem

scharfen Messer quer durchgeführt

werden. Beim Schnitt mit der Schere

kommt es oft zu Quetschungen, die

für das Anwachsen nicht sonderlich

förderlich sind. Die abgeschnittenen

Weidenruten können dann je nach

Belieben in einen etwas aufgelo-

ckerten Boden gesteckt werden. Das

Anwachsen übernimmt das neue

Bäumchen ganz von selbst.

Wildrosen eignen sich übrigens ge-

nauso gut zum Herstellen von Steck-

lingen. Einjährige Äste schneidet

man am besten mit einem scharfen

Messer ab. Der Ast sollte bereits ein

gefiedertes Blatt mit mindestens fünf

Blättern besitzen. Etwa fünf Zenti-

meter über dem Blatt wird der Ast

abgeschnitten. Den oberen Abschnitt

benötigt man dabei nicht mehr. Nun

zählt man ungefähr fünf Blattnarben

– so bezeichnet man die Basisstücke,

aus welchem die Blätter austreiben

– herunter und führt den zweiten

Schnitt durch. Von dem oben und

unten abgeschnittenen Aststück ent-

fernt man nun alle Blätter bis auf das

oberste gefiederte Blatt. Wer will,

kann auch die Dornen von oben

nach unten hin abreißen. Damit ist

dieser Steckling fertig (siehe Abbil-

dung oben) und kann in die Erde ge-

steckt werden.

Eine weitere sehr einfache Methode

ist das Absenken. Dafür haben wir

uns die Haselnuss herausgesucht.

Auch hier eignen sich vornehmlich

die jungen einjährigen Triebe. Dazu

gräbt man neben dem Haselstrauch

eine kleine, nicht allzu tiefe längliche

Kuhle und biegt den Ast vorsichtig,

ohne ihn zu beschädigen, der Länge

nach in die Bodenvertiefung hinab.

Den Mittelteil des herabgebogenen

Astes überdeckt man dann mit etwas

Erde, den oberen Teil lässt man aus

der Erde herausragen. Damit der

eingegrabene Steckling beim Loslas-

sen nicht wieder sofort nach oben

schnellt, beschwert man ihn mit ei-

nem Stein (siehe unterste Abbildung).

In der Anfangsphase sollte man auch

darauf achten, dass der Boden ge-

nügend feucht gehalten wird, damit

der unterirdische Absenker nicht

austrocknet. Im Jahr darauf, wenn er

Wurzeln ausgebildet hat, kann er von

dem abgesenkten Ast abgeschnitten

werden. Den Steckling kann man

dann ausgraben, um ihn woanders

zu pflanzen. Wir hingegen lassen ihn

einfach an Ort und Stelle stehen und

tragen dadurch zum Verdichten un-

serer

damma-guad

-Hecke bei.

All die hier beschriebenen Metho-

den zur Vermehrung von Pflanzen

mit Stecklingen sind sehr einfach.

Zwar gibt es viele weitere Metho-

den und Tricks, um die Vermehrung

effektiver zu machen, doch möchten

wir unsere Leser ermuntern,

einfach

vorzugehen und der Natur möglichst

freien Lauf zu lassen. Abschließend

bitten wir zu beachten, dass man

– je nach Möglichkeit – die Schnitte

erst nach der Blütezeit durchführen

sollte, um den Bienen nicht unnötig

ins Tagesgeschäft zu pfuschen.

mk

S. 2

23. Mai 2019

Nach

richten

IMPRESSUM

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Sinnlich, einfach & genial

Die vegetative Pflanzenvermehrung mit Stecklingen

Weidentriebe sind

ideale Stecklinge

Ein Steckling aus dem Ast einer Hundsrose – Grundstock oder besser „Grundstöckchen“ für einen bis zu drei Meter hohen Strauch.

Fotos: Martin Kurz

Der Natur möglichst

freien Lauf lassen

Bis zur Bildung fester Wurzeln muss der Absenker eines Hasel-

nusstriebs mit einem Stein in der Erde gehalten werden .

Der Steckling aus dem Ast einer Wildrose bedarf zuvor einiger

Handgriffe.

Höchst einfach herzustellen: Steckling aus einem Weidentrieb.

MIT DER NATUR IM REINEN

Wir sagen „DANKE“ an unseren Sponsor!