Background Image
Previous Page  9 / 16 Next Page
Basic version Information
Show Menu
Previous Page 9 / 16 Next Page
Page Background

19. Dezember 2009 -

info@pressewoche.de

Region S. 2

D i e S e r v i c e - S E i t en de r

p r e s s e wo c h e

pressewoche

S. 9

28. Februar 2019

stil

– Anzeige –

“Was der Aschermittwoch nicht nur der

Politik zu sagen hat” formulierte treffend

Heribert Prantl am 11. Februar 2018 in

der Süddeutschen:

“Kaufleute und Betriebswirt-

schaftler haben aus der Medizin

eine Industrie gemacht; sie haben

die Krankenbehandlung ökono-

misiert. Das bekommt den Ärz-

tinnen und Ärzten nicht, den Pfle-

gerinnen und Pflegern nicht, den

Patienten auch nicht. Für Kranke

sind Faktoren wichtig, die in be-

triebswirtschaftlichen Program-

men keine oder kaum eine Rolle

spielen: Zeit, Geborgenheit – und,

ja manchmal, auch wenn es alt-

modisch klingt: Barmherzigkeit.

Von einemOberarzt habe ich den

Satz gehört: “In dem Augenblick,

in dem ärztliche Fürsorge vorran-

gig dem Profit dient, egal ob dem

eigenen oder einem fremden, hat

er die wahre Fürsorge verraten.”

Ich denke, er hat recht.”

Ärztliche Antworten auf die Krankhei-

ten der Politik, schwesterlichen Rat für

die Angst vor dem Pflegenotstand – der

Medizinische Aschermittwoch spricht

wieder Klartext, agiert konstruktiv und

frech und bleibt dabei demütig und be-

scheiden.

Auch dieses Jahr provoziert die St. Leon-

hards-Akademie mit demMedizinischen

Aschermittwoch. Auf den Klamauk der

Politischen Aschermittwoch-Veranstal-

tungen der Parteien antworten wir mit

klaren Analysen und kreativen Lösungs-

konzepten. Die Pflege und ihr Verhältnis

zur Medizin, das Team Arzt/Ärztin und

Schwester/Pfleger stehen diesmal im

Zentrum der Vorträge und Diskussio-

nen.

Medizinischer Aschermittwoch: was im

vergangenen Jahr im Lovelace Mün-

chen unter dem Motto „Vertrauen in

die Medizin“ begann, wird dieses Jahr

im Schloss Nymphenburg fortgesetzt.

Schwerpunkt des jetzigen Dialogs mit

dem Publikum ist das Thema Pflegenot-

stand und Gesundheitswirtschaft.

Pflegenotstand und Gesundheits-

wirtschaft

Die fünf Gäste Andreas Kahl, Pflegepoli-

tischer Sprecher Bündnis90/DieGrünen

im Bayerischen Landtag, Monika Baum-

gartner, Schauspielerin und die Mutter in

der TV-Serie „Der Bergdoktor“, Ursula

Benke, Pflegedienstleitung der Caritas-

Sozialstation St. Hedwig e. V., Monika

Hohlnaicher-Kern, Pflegedienstleitung

von „Betreuung persönlich“ in Übersee

und Dr. Ellis Huber, Arzt und Gesund-

heitspolitiker, Vorstandsmitglied im Pari-

tätischen Wohlfahrtsverband Berlin e.V.

und Geschäftsführer der St. Leonhards-

Akademie präsentieren Diagnosen und

therapeutische Strategien für Medizin

und Pflege. Es geht dabei um Selbstbe-

stimmung, soziale Gesundheit, solidari-

sches Miteinander und Würde im Alter.

Betreuung persönlich imChiemgau

Ein Leuchtturmprojekt für Bayern ist die

Initiative „Betreuung persönlich“. Dieses

2018 gegründete Projekt setzt auf Nach-

barschaftshilfe in der Kranken- undAlten-

pflege. Gut bezahlte Pflegekräfte aus der

Region sorgen dafür, dass pflegebedürfti-

ge Menschen zu Hause ein weitgehend

selbstbestimmtes Leben führen können.

Werte wie Nähe, Vertrauen, individuelle

Freiheit und soziale Verantwortung prä-

gen ihr Handeln. Die Referentin Monika

Hohlnaicher-Kern, Pflegedienstleitung

von “Betreuung persönlich”, kennt die

Bedürfnisse von Pflegekräften, die ihre

Patienten gut versorgen wollen und wird

aus ihrer Praxis berichten.

Die Schauspielerin Monika Baumgartner

weiß aus eigener Erfahrung was häusli-

che Pflege bedeutet. Sie betreute jahre-

lang ihre Mutter und holte sie aus dem

Heim nach Hause zurück. Ihr Credo ist

Menschenwürde, achtsames Miteinan-

der und Liebe und Zusammenhalt in

der Familie. So kennen wir sie als Mutter

des Bergdoktors. Die TV Serie spiegelt

die Sehnsüchte der Menschen wider

und fasziniert ein Millionenpublikum.

In der DiskussionwerdenModellemen-

schenwürdiger und bezahlbarer Pflege

vorgestellt und diskutiert. Ein Pflegenot-

stand muss nicht auftreten, wenn die

richtigen Wege politische Unterstützung

finden. „Liebe statt Valium“ propagiert

Dr. Ellis Huber. Mit dem gleichnamigen

Buch setzte er sich schon vor Jahrzehn-

ten für Beziehungsmedizin und Bezie-

hungspflege im Gesundheitswesen ein.

Als Gesundheitspolitiker engagiert er

sich für entsprechende Weichenstellun-

gen im Gesundheitswesen. Dieses En-

gagement teilt er mit Andreas Krahl, der

als Bankkaufmann die Welt des Geldes

kennt und dann Gesundheits- und Kran-

kenpfleger wurde. Als Abgeordneter im

Bayerischen Landtag steht er für eine pa-

tientenorientierte Pflege. Er ist Mitglied

des Ausschusses für Gesundheit und

Pflege, Pflegepolitischer Sprecher und

Sprecher für Seniorenpolitik der Grünen

und Mitglied des Landesgesundheits-

rates Bayern und setzt sich umfassend

für strukturelle Verbesserungen in der

Pflege ein.

Zufriedene Pflegekräfte und Patienten,

Familienpflege und Würde im Alter, da-

für engagiert sich auch Ursula Benke,

die Pflegedienstleiterin der Caritas So-

zialstation imunterfränkischen Eltmann.

Sie leitet ein Sozialunternehmen mit

42 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

und kennt die Grenzen des Systems

und die Hindernisse der Gesundheits-

wirtschaft: „Der alte Mensch, der Hilfe

benötigt, ist zwar Patient, aber er ist

vor allem Mensch, ein Mensch mit vie-

len Erfahrungen und einer langen Ge-

schichte. Er ist durch seine Einschrän-

kungen oft hilflos geworden, nie aber

würdelos.“

Moderiert wird die Veranstaltung mit

Beteiligung des Publikums von Ursula

Maria Lang, freie Journalistin und Pres

sesprecherin der gemeinnützigen St.

Leonhards-Akademie.

Umrahmt wird der Medizinische

Aschermittwoch von dem Musiker-

Ehepaar Angie und Gregor Lang. Mit

ihren selbstkomponierten Liedern ver

zaubert die Sängerin Angie Lang ihre

Zuhörer mit berührenden Bildern un

Geschichten. Die Musik schenkt Raum

zur Besinnung, animiert zum Nach

denken und Reflektieren der angespro

chenen Themen. Ihre Inspirationen fü

ihre Lieder erhält die Allgäuerin aus ih

ren Begegnungen mit unterschiedlich

sten Menschen aller Kulturen. Begleitet

wird sie von ihremMann Gregor Lang,

der im Wechsel mit sanften Klaviertö

nen und rhythmischen Gitarrenklänge

ihre Lieder unterstreicht.

Passend zum Aschermittwoch gibt es

Biobrot und Lebendiges Wasser der

St. Leonhardsquellen.

Der Eintritt ist frei.

Liebe statt Valium

Sie sind herzlich einge-

laden!

In gewohnter Offenheit werden Themen diskutiert, die viele Menschen beschäftigen: Gesundheitswirtschaft und Pflegenotstand.

Schauspielerin

Monika Baumgärtner

Leiterin einer Sozialstation

Ursula Benke

Arzt und Gesundheitspolitiker

Dr. Ellis Huber

Moderatorin

Ursula Maria Lang

Pflegepolitischer Sprecher

Andreas Krahl

Musikerin Angie Lang

www.st-leonhards-akademie.de