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pressewoche

S. 3

17. Januar 2019

Nach

richten

Trockenzone Hauptbahnhof

Münchener Alkoholverbot verschärft

In München steht ein Hauptbahnhof, oans, zwoa, g´suffa! – Bald

aber hat es sich dort ausgesoffen.

Foto: shutterstock

München – 2017 untersagte der Kreisverwaltungsausschuss des Münchener Stadt-

rats den nächtlichen Alkoholkonsum auf den öffentlichen Flächen im Umfeld des

Hauptbahnhofs. Diese Maßnahme wird nun ausgedehnt. Ab August gilt das Verbot

rund um die Uhr. Neben dem Rückgang von Pöbeleien durch Betrunkene hatte

sich mit dem nächtlichen Alkoholverbot die Zahl von Straftaten wie Körperver-

letzung und Raub von 155 durchschnittlichen Fällen pro Jahr auf 92 verringert.

Von diesem Erfolg beflügelt hofft man nun, die Sicherheit auf dem Umfeld des

Hauptbahnhofes mit dem ganztägigen Alkoholverbot zu erhöhen. Zudem haben

alle Fraktionen des Stadtrats beschlossen, die Hilfemaßnahmen für alkoholkranke

Menschen durch den Einsatz von Streetworkern zu verstärken. Nach dem 2018

erwirkten Alkoholverbot außerhalb der Gastronomie-Bereiche des Viktualien-

markts will man nun auch mit dieser Verschärfung die Sicherheit in der Innenstadt

erhöhen.

red

Walk Like A Penguin

Senioren zumWatschelgang geraten

Eine pinguinähnliche Gangart soll ältere Menschen vor dem Aus-

rutschen auf eisigem Grund bewahren.

Foto: red

Laut Statistik stürzen in Deutschland jährlich weit mehr als vier Millionen ältere

Menschen mindestens einmal. Bei einem Drittel der über 65-Jährigen kommt es

durchschnittlich einmal im Jahr zu einem Sturz. Bei den über 80-Jährigen steigt die

Sturzquote auf über 50 Prozent. Nur die Hälfte der erlittenen Stürze bleibt dabei

ohne Verletzungsfolgen. Bei etwa 7,5 Prozent kommt es zu ernsthaften Verlet-

zungen wie Knochenbrüchen. Bei der derzeitigen Witterung sind Senioren be-

sonders sturzgefährdet. Das Alphega Apotheken Magazin rät Menschen daher zur

folgender Gangart im Freien: „Gehen Sie langsam und machen Sie kleine Schritte.

Stellen Sie sich einfach vor, Sie wären ein Pinguin, und ahmen Sie dessen Gang

etwas nach.“ Wenn man den Körperschwerpunkt beim Gehen leicht nach vor-

ne verlagert, so dass der Oberkörper und das jeweils voranschreitende Bein eine

aufrechte Säule bilden, kann das Ausrutsch-Risiko beträchtlich gemindert werden.

red

Lukratives Blitzlichtgewitter

Radarkontrollen zahlen sich aus

Die Städte Bayerns verdienen mit dem Blitzen unverbesserlich

rasanter Autofahrer viel Geld.

Foto: adobe stock

Hamburg – Im vergangenen Jahr konnten die bayerischen Städte mehrere Millio

nenEuromit Radargeschwindigkeitskontrolleneinfahren.ObwohlMünchen2017

noch in dem Ruf stand, am wenigsten zu blitzen, belegt die Landeshauptstadt mit

einer Einnahme von fast eineinhalb Millionen Euro den ersten Platz, dicht gefolgt

von der Stadt Regensburg, die 1,4 Millionen Euro zusammenbrachte. Die Stad

Augsburg erhielt etwa 890 000 Euro, Würzburg etwas mehr als 408 000 Euro

Die Zahlen gaben die bayerischen Städte im Rahmen einer Umfrage der Deut

schen Presseagentur (dpa) bekannt. Wie die Städte einhellig einräumten, seien die

Einnahmen durch Geschwindigkeitskontrollen mit mobilen oder fest integrierten

Blitzgeräten nicht als reine Nettogewinne zu verstehen. Die Anschaffung neue

Geräte, aber auch die Wartung und Instandhaltung gegenwärtig betriebener Ge

räte sei dabei sehr kostenintensiv.

red

Trauriger Umweltbericht

Zustand der Nordsee erschreckend

Auf einem 100 Meter langen Strandabschnitt können im Schnitt

an die 400 Müllteile gefunden werden.

Foto: adobe stock

Hannover – Gemäß einer Mitteilung des niedersächsischen Umweltministers Olaf

Lies gibt der Zustand der Nordsee weiterhin Anlass zur Besorgnis. Das Bundesland

Niedersachsen war Haupttriebkraft des BLANO genannten Bund- und Länder-

ausschusses Nord- und Ostsee. Ein bundesweiter Zustandsbericht wurde Ende

letzten Jahres der EU vorgelegt. Darin wird aufgezeigt, dass die Artenvielfalt in und

an der Nordsee weiterhin gefährdet sei. Einen wesentlichen Problemfaktor stelle

dabei der unsachgemäß entsorgte Abfall, allem voran der Plastikmüll, dar. Dieser sei

überall an der Küste und amMeeresboden anzutreffen. Am Strand könne etwa alle

25 Zentimeter ein Müllteil gefunden werden, wobei es sich fast immer um einen

Kunststoffkörper handle. Die Forderung der EU, bis 2020 einen guten Zustand der

Meere erwirkt zu haben, fällt angesichts dessen wohl eher utopisch aus.

red

Giftiger E-Zigarettendampf

Der Mythos vom „gesünderen“ Rauchen

Vor allem große Mengen des Giftstoffes Formaldehyd ziehen sich

E-Zigarettenraucher in die Lunge.

Foto: adobe stock

Reno – Wie Wissenschaftler der University of Nevada in einer neuen Studie fest-

gestellt haben, inhalieren E-Zigaretten-Raucher erhebliche Mengen giftiger Gase,

allem voran Formaldehyd. In Reinform enthält E-Zigarettendampf eine gesundheit-

lich bedenkliche Menge dieses Stoffes. Die Formaldehyd-Konzentration im aus-

geatmeten Dampf fällt um ein Hundertfaches niedriger aus. Somit verbleiben 99

Prozent des inhalierten Giftstoffs in der Lunge und verbreiten sich von dort aus im

Organismus. Der Ruf der E-Zigarette als weit „gesündere“ Art des Rauchens gilt

von daher als widerlegt. Als Inhaltsstoff von Pressspanmobiliar und Verpester von

Kinder- und Klassenzimmern steht Formaldehyd seit den Achtzigerjahren in Verruf.

Der Stoff gilt als krebserregend, verursacht neurologische Beeinträchtigungen wie

Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwächen und löst asthmatische und allergi-

sche Symptome aus.

red

Unverschämter Alleingang

Mann parkt Rettungswagen um

Ein ungeduldiger Mann parkte einen sich im Einsatz befindlichen

Rettungswagen um.

Foto: adobe stock

Eppstein – Dass Schaulustige oft Rettungskräfte massiv in ihrer Arbeit behindern,

ist hinlänglich bekannt. Nun hat ein 45-jähriger Mann für eine weitere Dimension

dieser Unsitte gesorgt. Während Rettungskräfte im hessischen Eppstein eine in ei

nem Supermarkt zusammengebrochene Person versorgten, stieg der Mann in den

offen auf dem Supermarktparkplatz stehenden Rettungswagen. Er stellte diesen

kurzerhand um, weil sein eigenes Fahrzeug eingeparkt gewesen war. Als ein Sanitä

ter ihn auf seine eigenmächtig vorgenommene Handlung ansprach, gebärdete sich

der Mann derart aggressiv, dass die Rettungskraft in den Rettungswagen flüchten

und sich einschließen musste. Gegen den 45-Jährigen wird nun wegen unbefugte

Fahrzeuggebrauchs und Widerstands gegen eine Rettungskraft ermittelt. Mit sei

nemUmparkmanöver habe er zudem den Zugang zu lebensrettenden Hilfsmitteln

erheblich erschwert.

red

Wie der Mensch, so die Maschine

Künstliche Intelligenz vorurteilsanfällig

Der Denkstil künstlicher Intelligenz „verroht“ bei einseitiger

Konfrontation mit abgründigen Inhalten.

Foto: adobe stock

Massachusetts – Forscher vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben

in einemVersuch zwei mit dem gleichen Algorithmus ausgestattete künstliche Intelli-

genzen auf unterschiedlicheWeise einseitig mit Daten gefüttert. Während Norman

– benannt nach dem Psychopathen Norman Bates aus Alfred Hitchcocks Horror-

Klassiker „Psycho“ – mit abgründigen Internetinhalten wie Bildern von Unfällen,

Verbrechen und Gewalttaten gefüttert wurde, speiste man die andere künstliche

Intelligenz mit „zuckersüßen“ Inhalten wie Bildern von Tierbabys oder Blumenwie-

sen. Nach der Datenmast unterzog man beide Intelligenzen einemRorschach-Test.

Während die „harmlose“ Intelligenz in den symmetrischen Tintenklecksen idylli-

sche Szenen wie „Stillleben mit Blumenstrauß“ oder „tanzendes Paar“ erkannte,

interpretierte Norman dieselben Kleckse auf eine morbide Weise und sah darin

Hinrichtungs- und Selbstmordszenarien.

red

Schummel-Studie

Männer lügen etwas häufiger

Wenn es ums Lügen, Flunkern und Schummeln geht, sind Män-

ner und Frauen nahezu gleichgestellt.

Foto: red

München – Eine Nachricht, die noch besser zur letzten

pressewoche

-Ausgabe mit

dem Hauptthema „Wahrheit“ gepasst hätte: Forscher des Münchener Max-Planck-

Instituts haben festgestellt, dass Männer häufiger schummeln als Frauen. In einer

großangelegten Studie wurden die Teilnehmer zu verschiedenen Spielen aufgefor

dert. Sie sollten zudem notieren, wie oft sie als Gewinner hervorgingen, wobei sie

für jeden Sieg einen kleinen Geldbetrag einstreichen durften. Beim Werfen einer

Münze zum Beispiel gewannen sie bei Kopf, erhielten aber nichts bei Zahl. Die

Auswertung ergab, dass 42 Prozent aller männlichen Teilnehmer log. Die Flunker-

Quote bei den weiblichen Teilnehmern fiel mit 38 Prozent nur leicht geringer aus.

Je größer der in Aussicht gestellte Geldgewinn war, desto eher ließen sich die Pro

banden zu Falschangaben hinreißen. Dass sich in etwa 40 Prozent aller Teilnehmer

zum Lügen hinreißen ließen, stimmt bedenklich.

red

Frischfleisch-Information

Bald verbindliche Kennzeichnung

Mit der neuen Frischfleischkennzeichnung ziehen große Super-

marktketten wie Edeka bald an einem Strang.

Foto: red

Dass viele Supermarktkonzerne jeweils eigene Kennzeichnungssysteme für die

zugrunde liegenden Haltungsbedingungen ihres Frischfleischangebots eingeführt

haben, hat für die Verbraucher mehr für Verwirrung als für Orientierung gesorgt.

Die Initiative Tierwohl (ITW) hat nun ein allgemeingültiges System angekündigt, das

ab April nach und nach eingeführt werden soll. Die deutschen Lebensmittelmärkte

Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe werden ihre Frischfleischwaren

einheitlich kennzeichnen. Das System ist dabei vierstufig ausgerichtet. Die erste

Stufe „Stallhaltung“ informiert lediglich über eingehaltene gesetzliche Mindestanfor-

derungen. Stufe 2 „Stallhaltung plus“ gibt Aufschluss über eine geräumigere Stallhal-

tung und Anregungsmaterialien für die Tiere. Noch mehr Bewegungsfreiheit und

Frischluft garantiert die Stufe 3 „Außenklima“, Auslaufmöglichkeiten im Freien und

Bioqualität sichert die Stufe 4 „Premium“ zu.

red