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S. 2

17. Januar 2019

Nach

richten

Viele gebräuchliche und modern

klingende Fremdwörter sind in

Wirklichkeit schon sehr alt. Ein

Beispiel hierfür ist das aus dem

Altgriechischen übernommene

Wort „Hygiene“, das ursprüng-

lich soviel wie „Gesund-Sein“

bedeutet. Wer also heute den

Begriff „Hygiene“ gebraucht,

weiß sehr wohl, dass Reinlich-

keit und Gesundheit in einem

direkten Zusammenhang ste-

hen. Paradoxerweise enthalten

viele Putz- und Reinigungsmit-

tel Inhaltsstoffe, die nicht nur

unserer Gesundheit, sondern

auch der Umwelt massiv Scha-

den zufügen.

Erdölbasierte Tenside

Wasch- und Reinigungsmittel verdan-

ken ihre Wirksamkeit in erster Linie

den Tensiden. Diese Stoffe mindern

die Oberflächenspannung des Wassers

und haben eine verkuppelnde Wir-

kung auf Flüssigkeiten, die sich sonst

nicht miteinander vermischen lassen.

In Reinigungsfragen ist dieser Effekt

höchst wünschenswert. Hartnäckig

anhaftende Schmutzpartikel und was-

serunlösliche Stoffe wie Fette und Öle

werden durch Tenside im Putzwasser

gelöst und verbleiben dort auch.

In herkömmlichen Wasch- und Putz-

mitteln kommen zumeist synthetische

Tenside zum Einsatz. Diese werden

auf Erdölbasis hergestellt und sind

schwer abbaubar. Wenn sie über das

Abwasser in Flüsse oder Seen gelan-

gen, verbleiben sie dort längerfristig.

Auf Wasserorganismen haben sie eine

giftige Wirkung. Mit ihrer Lösekraft ma-

chen sie die Zellmembrane befallener

Organismen – vom Einzeller bis zum

Fisch – für giftige Stoffe wie Schwer-

metalle oder Ungeziefervernichtungs-

mittel besonders durchlässig.

Auf den Menschen können sich syn-

thetische Tenside bereits während

des Reinigungsvorgangs im Haushalt

bedenklich auswirken. Bei direktem

Kontakt oder beim Einatmen tragen

sie zur Austrocknung von Haut und

Schleimhäuten bei und können damit

die Anfälligkeit für

Allergien und Aus-

schlagerkrankungen

forcieren.

Umweltbewusste

Hersteller arbeiten

in ihren Produkten

Tenside ein, die aus nachwachsenden

Rohstoffen hergestellt werden. Dabei

handelt es sich vor allem um Seifen

und sogenannte Zuckertenside. Für

deren Herstellung verwendet man

jedoch hauptsächlich Palmöl. Mit der

wachsenden Nachfrage nach diesem

Rohstoff werden fortlaufend riesi-

ge Urwaldareale abgeholzt und zu

Palmölplantagen umgestaltet. So sind

Produkte mit Tensiden auf Palmölbasis

zwar bedeutend umweltverträglicher.

Wer jedoch zu solchen greift, handelt

nur eindimensional umweltfreundlich.

Er fördert damit auch den Schwund

des klimarelevanten tropischen Ur-

walds.

Öko-Hersteller, die palmölfreie Rei-

nigungsmittel vertreiben, sind indes

spärlich gesät. Ein spezieller Einkaufs-

führer auf

www.umweltblick.de

stellt

umweltbewusste Produzenten vor, bei

denen Palmölfreiheit – nicht nur im or-

thographischen Sinne – großgeschrie-

ben wird.

Enthärter und Enzyme

In Gebieten, in denen Kalk- und

Sandgesteine dominieren, findet man

eine harte Wasserqualität vor. Mit

seiner erhöhten Konzentration von

Calcium-, Magnesium- und anderen

Erdalkalimetallionen eignet sich hartes

Wasser nicht so gut für Reinigungs-

zwecke. Darum sind in vielen Wasch-

und Putzmitteln sogenannte Enthärter

– allem voran Phosphate – enthalten,

die die Wirkung der Tenside unter-

stützen.

Phosphate jedoch, die über das Ab-

wasser in die Natur gelangen, zeitigen

Überdüngungseffekte. Wenn allzu vie-

le durch Überdüngung entstandene

Nährstoffe in Gewässer geraten, wird

der darin enthaltene Sauerstoff im Nu

aufgebraucht. Dies wiederum führt

zum Sterben von Fischen und ande-

ren Wasserorganismen. Enthärter-

Ersatzstoffe wie Polycarboxylat und

EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure)

führen zwar nicht zur Überdüngung,

verbleiben jedoch längerfristig in der

Umwelt. EDTA setzt zudem in den

B o d e n s c h i c h t e n

gebundene, giftige

Schwermetalle frei.

Öko-Hersteller ver-

treiben Reinigungs-

mittel mit gut abbau-

baren Enthärtern wie

Zeolith A, Citrat oder Polyasparagin-

säure. Bei letztgenannter Chemikalie

handelt es sich jedoch um einen aus

Erdöl gewonnenen Enthärter. Ebenso

wie bei der Verwendung von palmöl-

basierten Produkten, fällt die Kauf-

entscheidung für polyasparaginsäu-

rehaltige Öko-Reinigungsmittel nicht

wirklich ökologisch aus.

Damit Waschgänge mit niedrigen

Temperaturen saubere Ergebnisse

hervorbringen, enthalten konventio-

nelle Waschmittel Enzyme, auch Fer-

mente oder Biokatalysatoren genannt.

Bei dieser Stoffgruppe handelt es sich

– vereinfacht gesagt – um Eiweiße, die

in der Lage sind, chemische Reaktio-

nen zu beschleunigen. Diese Wirkung

macht man sich auch bei der Textilwä-

sche zunutze, und spart damit deutlich

Tenside ein. Da jedoch stets Enzyme

in der gewaschenen Kleidung zurück-

bleiben, kommt es in vielen Fällen zu

unangenehmen Hautreizungen.

Duft- und Konservierungsstoffe

Von seinem Wasch- oder Putzmittel

verlangt der durchschnittliche Ver-

braucher mehr als nur eine überzeu-

gende reinigende Wirkung. Damit er

es gerne verwendet, muss es auch

farblich, vor allem aber geruchsmäßig

ansprechend sein. Deshalb mischen

nahezu alle Hersteller ihren Reini-

gungsprodukten Duftstoffe bei. In

puncto Reinigungsleistung bewirken

diese rein gar nichts und sind oben-

drein oft allergieauslösend.

Insbesondere synthetische Verbin-

dungen, die den aus dem Bauchspei-

cheldrüsensekret von bestimmten

Rindern gewonnenen Duftstoff Mo-

schus nachahmen, sind Bestandteil

vieler Reinigungspro-

dukte. Sie sind biolo-

gisch nur sehr schwer

abbaubar und stellen

nicht nur für Was-

serorganismen eine

Vergiftungsgefahr dar.

Moschusverbindungen

lagern sich auch langfri-

stig im menschlichen Fettgewebe ab

und stehen in Verdacht, Krebserkran-

kungen auszulösen.

Dem Durchschnittskonsumenten ist

auch an der langen Haltbarkeit seines

Reinigungsmittels gelegen. Diesem

Anliegen kommen Hersteller nach

und versetzen ihre Erzeugnisse mit

Konservierungsmitteln. Formaldehyd,

ein Oxidationsprodukt des hochgifti-

gen und nervenschädigenden Fuselal-

kohols Methanol, wird in manchen

Reinigungsmitteln als Haltbarmacher

eingesetzt. Formaldehyd darf in einer

Höchstkonzentration von 0,2 Prozent

enthalten sein und muss ab einem

Anteil von 0,1 Prozent auf der Ver-

packungsetikette mit dem Hinweis

„Enthält Formaldehyd“ angegeben

sein. Dieser Stoff bewirkt Kopf-

schmerzen und Unwohlsein, reizt

die Schleimhäute und löst Allergien,

Atemnot und Asthma aus. Formalde-

hyd gilt darüber hinaus als krebserre-

gend.

Generell sind die in konventionellen

Reinigern eingesetzten, meist synthe-

tischen Konservierungsmittel schwer

abbaubar. Sie reichern sich vor allem

in Gewässern an, wo sie toxisch auf

dort lebende Organismen wirken.

Verantwortungsbewusste Hersteller

greifen deshalb auf natürlich haltbar-

machende Stoffe wie Alkohol, Zitro-

nen- oder Milchsäure zurück.

Antibakterielle Mittel

Die Produktbezeichnung „Hygiene-

Reiniger“ sollte für gesundheitsbe-

wusste Verbraucher als warnendes

Signalwort gelten. Hierbei handelt es

sich um antibakterielle Mittel, die im

üblichen Haushalt nicht nur vollkom-

men überflüssig sind, sondern auch

für Mensch und Umwelt eine poten-

tielle Gefahr darstellen. Als Wirkstoffe

enthalten diese Reiniger oft gesund-

heitsschädliche Chlorverbindungen.

So wirkt zum Beispiel die chlorhaltige

Chemikalie Triclosan hormonartig und

krebsauslösend.

Besondere Vorsicht

ist geboten, wenn

Produkte damit be-

worben werden,

„Aktivchlor“

zu

enthalten. Wenn

Natriumhypochlo-

rit – wie der Stoff

in der Schulchemie

genannt wird – zusammen mit Rei-

nigungsmitteln verwendet oder ver-

mischt wird, die Säuren wie Ameisen-,

Essig-, Zitronen-, Phosphorsäure oder

Natriumhydrogensulfat enthalten, kann

hochgiftiges Chlorgas entstehen.

Bei alltäglichen Haushaltsverschmut

zungen braucht es indes gar keine

antibakterielle Reinigung. Für die Ge

sundheit ist sie vielmehr abträglich.

„Ein Minimum an Keimen ist nötig, um

unsere Abwehrkräfte zu trainieren“, ist

auf der Plattform t-online.de zu lesen.

Studien zufolge sollen Kinder häufiger

erkranken, wenn in ihrem Zuhaus

oft chemische Reiniger zum Einsatz

kommen. Merkur.de verweist auf eine

Untersuchung der Freien Universität

Brüssel, gemäß der regelmäßiges Put

zen „das Sterberisiko um nahezu 50

Prozent“ erhöhen soll.

Um Ihnen eine Alternative vorzustel

len, lesen Sie hierzu nachfolgende

Statement von Matthias Wackerbauer,

Fachmann für umweltfreundliche Rei

nigung

pw

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Aus Gründen des Stils und der Lesbarkeit bleiben

wir bei Allgemeinbezeichnungen und Anreden

oft geschlechtlich einseitig, meinen dabei aber alle

Personen diversen, männlichen und weiblichen Ge-

schlechts dieser Gruppe.

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Als besonders wirksam angepriesene Reinigungsmittel enthalten oft gesundheitsschädliche Chlorverbindungen.

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Herr Wackerbauer, wie sollte

man Ihrer Meinung nach

Schmutz beseitigen?

Reinigen solltemanmit der Kraft der

Natur! Diese Kraft kommt durch

die zahlreichen positiven Mikroor-

ganismen, die unsere Luft, unseren

Boden und unser Wasser immer

wieder aufs Neue sauber machen

und im gesunden Gleichgewicht

halten. Das ist Bionik, die Kunst, es

so zu machen wie die Natur. Bio-

nische Reinigungsprodukte enthal-

ten positive Mikroorganismen. Die

aktive, reinigungswirksame Lebens-

gemeinschaft kleinster Lebewesen

ernährt sich von Staubpartikeln und

Schadstoffen. Wenn man regelmä-

ßig mit mikrobiologischen Reini-

gungsmitteln putzt, entsteht auf der

Oberfläche eine ganz feine, aber

stabile Schicht aus lebendigen Mi-

kroorganismen, die schmutzabwei-

send wirkt. So arbeitet man nicht

mit der giftigen chemischen Keule,

sondern auf natürliche Weise.

Bionik Produkte können auf allen

Flächen angewendet werden, auf

Laminat, Parkett, Marmor, Fliesen,

ja sogar auf Teppichboden. Denken

Sie an Hundegeruch. Hier wirken

Bionik Produkte, indem die Mi-

kroorganismen die übelriechenden

Moleküle verdauen und in ungiftige

und geruchslose kleine Moleküle

wie H2O verwandeln.

Die Kraft der Bionik ist so groß, dass

wir damit auch Chemieunfälle be-

handeln können. Wenn zum Bei-

spiel Heizöl ausläuft, brauchen wir

positive Mikroorganismen, die uns

helfen, die für den Menschen gif-

tigen Moleküle in ungiftige kleinere

Moleküle zu zerteilen. In vielen Fäl-

len ist die mikrobiologische Reini-

gung preiswerter und nachhaltiger

als die Verlagerung des belasteten

Materials auf eine Deponie. Auf die-

se Weise können wir verseuchtes

Abwasser reinigen und Altlasten auf

verseuchten Grundstücken beseiti-

gen. Auf ähnliche Weise können wir

auch verschimmelte Wände sauber

bekommen. Das ist besser als mit

giftigem Chlor zu desinfizieren. Un-

sere gesunde Zukunft liegt in der

Kraft der Biologie, nicht in der Kraft

der Chemie.

Regelmäßiges Putzen

erhöht das Sterbe-

risiko um 50 Prozent

Durch Vermischung

kann hochgiftiges

Chlorgas entstehen

Reinigungsmittel – Gift-Cocktails in der Besenkammer

Wie wir uns und unsere Umwelt allmählich zu Tode reinigen

Matthias Wackerbauer

Gründer der Firma MWK Bionik®.