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pressewoche

S. 11

17. Januar 2019

leben

stil

Nach Angaben der Ökologisch-

Demokratischen Partei (ÖDP)

sind die Hälfte der Bienenarten

und 80 Prozent der Falterar-

ten bereits verschwunden. Ein

Volksbegehren soll nun zu ei-

ner Verbesserung des Insekten-

schutzes beitragen.

Ab dem 31. Januar haben die Unter-

stützer des Volksbegehrens zwei Wo-

chen lang Zeit, 950 000 stimmungs-

berechtigte Menschen zum Gang in

bayerische Rathäuser und Stadtver-

waltungsgebäude zu bewegen. Damit

ein Volksbegehren dem Landtag vor-

gelegt werden kann, sind die Unter-

schriften von mindestens 10 Prozent

aller Wahlberechtigten vonnöten.

Die Initiatoren des

Bündnisses zielen

dabei auf die Än-

derung mehrerer

Gesetze. Während

bislang etwa nur 6,6

Prozent der Agrarflä-

chen biodynamisch

bewirtschaftet wer-

den und die mehrheitliche Politik nur

eine schlappe Verdoppelung dieses

Anteils anstrebt, soll durch Gesetzes-

änderungen bis 2030 ein Anstieg auf

mindestens 30 Prozent erwirkt wer-

den. Des Weiteren enthält das Volks-

begehren die Forderung eines gesetz-

lich verbindlichen fünf Meter breiten

Schutzstreifens neben Gewässerrän-

dern und die weit-

gehende Drosselung

sämtlicher Außenbe-

leuchtungen. Letzte-

re stellen für Insekten

eine gemeine und

sinnlose Todesfalle

dar.

Da nun die führendenUmweltverbän-

de Bayerns – der Bund Naturschutz

(BN) und der Landesverbund für Vo-

gelschutz (LBV) – ihre Unterstützung

zugesagt haben, sind die Initiatoren

optimistisch, die benötigte Anzahl

von Unterschriften zu erhalten. Mit

weit über 200 000 BN-Mitgliedern

und nahezu 100 000 LBV-Mitgliedern

stiftet dieser Beistand

Zuversicht. Zudem

hat sich der LBV

bereit erklärt, mit

großzügiger finanzi-

eller Unterstützung

zum Gelingen dieser

wichtigen Initiative

beizutragen. Weite-

ren Beistand erhält das Bündnis von

den Grünen Bayern, der SPD und

der Linkspartei.

Zur Eintragung ist zugelassen, wer

bereits in das Wählerverzeichnis ein-

getragen ist oder im Besitz eines Ein-

tragungsscheins ist. Der Vorteil des

Eintragungsscheins besteht darin, dass

man nicht an einen

festen Ort gebunden

ist, sondern sich von

einem

beliebigen

bayerischen Ort aus

an dem Volksbegeh-

ren beteiligen kann.

Stimmberechtigte

können bis zum 13.

Februar schriftlich (auch über Telefax

oder E-Mail) oder durch persönliches

Vorsprechen den Antrag für einen

Eintragungsschein stellen.

Anträge kann man auch auf dem Weg

über das Bürger-Onlineportal stellen:

https://serviceportal.kommuna.net/

iws_IWS/start.do?mb=9163000

Behinderte Stimmberechtigte können

auch eine andere Person bevollmäch

tigen, den Antrag für sie zu stellen.

Hierzu bedarf es einer schriftlichen

Vollmacht. Nähere Informationen

hierzu liefert die Homepage der Stadt

Rosenheim unter

https://www.rosen

heim.de/stadt-buerger/politik-und-

rathaus/wahlen/volksbegehren.html.

Eine Möglichkeit zur telefonischen

Nachfrage besteht unter der Num

mer 08031/365 1364.

pw

Volksbegehren „Rettet die Bienen“

Initiatoren hoffen auf fast eine Million Unterschriften

To bee or not to bee

Ziel des Volksbegehrens ist das Überleben heimischer Bienen- und anderer Insektenarten.

Foto: adobe stock

Das Volksbegehren

erhält Unterstützung

von vielen Seiten

Nur 6,6 Prozent aller

Agrarflächen sind

bislang „bio“

Fiese Todesfallen: Außenbeleuchtungen haben enormen Anteil am Massen-Insektensterben und sind dem Volksbegehren ein Dorn im Auge.

Foto: shutterstock