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NEWS

wirtschaft

S. 8

02. November 2018 -

info@pressewoche.de

Rosenheim – Sollen Kinder beim

Übertritt von der vierten in die

fünfte Klasse ein Smartphone

erhalten? Soll die Grundschu-

le bereits ab der ersten Klasse

digitale Medien im Unterricht

einsetzen? Eltern und Schulen

stehen heute vor diesen und

weiteren Fragen der Mediener-

ziehung.

Beeinflusst wird man von vielen Sei-

ten: Mit dem Masterplan „Bayern Di-

gital“ wurde vom Ministerrat ein um-

fangreiches Digitalisierungsprogramm

beschlossen – das ist politischer Wille.

Auch die Angst ist real, dass Kinder, die

nicht frühzeitig in Kontakt mit digitalen

Medien kommen, den Anschluss an

die digitale Welt verpassen und sich

im Berufsleben entsprechend schwer

tun.

Gleichzeitig werden auch die warnen-

den Stimmen von Forschern und Psy-

chologen immer lauter, die vor „digi-

taler Demenz“, „digitaler Depression“

und „digitalem Burnout“ warnen. Wie

also sollen sich Schulen und Eltern in

diesem Spannungsfeld zum Wohle

der Kinder verhalten?

Das Grundschulprojekt „Medienba-

lance“ setzt sich mit den pädagogi-

schen Möglichkeiten sowie den Risi-

ken neuer Medien auseinander. Ziel

ist die Förderung des konstruktiven

Umgangs mit Medien und der Schutz

der Kinder vor Medienrisiken.

Das Projekt wurde von der Rosenhei-

mer Präventionsfachstelle Neon ent-

wickelt, da in den letzten zwei Jahren

die Anfragen von Eltern von Grund-

schulkindern stark zugenommen

haben. Die Sparkassenstiftungen Zu-

kunft für die Stadt und den Landkreis

Rosenheim übernehmen die Projekt-

förderung. „Ziel des Konzepts ist es,

Grundschulen zu befähigen, fundierte

Entscheidungen bezüglich des Einsat-

zes digitaler Medien im Unterricht zu

treffen“, so der Neon-Geschäftsfüh-

rers Benjamin Grünbichler. „Gleich-

zeitig erhalten die Eltern mehr Hand-

lungssicherheit in der Begleitung ihrer

Kinder bei der Medienerziehung“, so

der Geschäftsführer.

Am 15. Oktober startete das Projekt

mit einer Auftaktveranstaltung an der

Grundschule Pang. Neben dem ge-

samten Lehrerkollegium lauschten

auch zahlreiche interessierte Eltern

dem Vortrag „Gesund Aufwachsen im

digitalen Zeitalter“. In den nächsten

Wochen finden sowohl für die Eltern,

als auch für die Lehrkräfte weitere

vertiefende Workshops zu den The-

men „konstruktiver Einsatz digitaler

Medien“ und „Schutz vor Medienrisi

ken“ statt.

Siglinde Böhnel, Rektorin der Grund

schule Pang, ist über die Kooperation

mit Neon sehr dankbar: „In dieser di

gitalisierten Zeit ist es für Erziehungs

berechtigte und Lehrkräfte eine echt

Herausforderung, thematisch am Ball

zu bleiben und Kinder zu medien

mündigen Menschen zu erziehen“.

Das Projekt hilft dabei, auf fachlich

fundierter Basis gute Entscheidungen

zu treffen.

Im Schuljahr 2018/2019 wird es insge

samt sechs Projektdurchläufe geben.

Interessierte Schulen und Kinderhor

te können sich bei den Sparkassen

stiftungen Zukunft um eine Teilnahme

bewerben unter Telefon 08031/182

91412 und per Mail an

info@spar

kassenstiftung-zukunft.de

Kinder fit fürs digitale Zeitalter machen

Projekt „Medienbalance“ von Neon klärt über Möglichkeiten und Risiken auf

Über Neon

Neon ist eine gemeinnützige

Einrichtung zur Prävention und

Suchthilfe, besonders im Be-

reich des Alkohol- und Dro-

genkonsums junger Menschen,

aber auch bei exzessivem PC-

oder Internetkonsum.

Die Beratungsstelle setzt auf

frühe Präventions- und Inter-

ventionsmaßnahmen, unter

anderem mit Vorträgen, Semi-

naren, Frühinterventionskur-

sen und Projekten. Darüber

hinaus berät und unterstützt

Neon auch Angehörige und

Bezugspersonen von suchtge-

fährdeten Menschen.

Das Besondere an Neon ist

das eng vernetzte System aus

verschiedenenFachrichtungen.

Sozialpädagogen mit suchtspe-

zifischer Zusatzausbildung und

diepsychiatrisch-neurologische

Praxis Dr. Schormair/Böhm

bieten Beratung und nerven-

ärztliche Hilfe. Der Kinder-

und Jugendpsychotherapeut

Peter Niederhuber ermöglicht

bei Bedarf eine schnelle Wei-

terbehandlung.

Wie viel Zeit mit Tablet, Smartphne und Co. ist gut fürs Kind?

Foto: pixabay

Benjamin Grünbichler und ...

... Roman Wehlisch von Neon.

Das Team von Neon kümmert sich um junge Menschen mit Suchtproblemen.

Projektstart in der

Grundschule Pang

Rosenheim – Mit dem Schulabschluss

steht jungen Menschen eine Welt vol-

ler Chancen und Möglichkeiten für die

Zukunft offen, denn jeder Mensch hat

individuelle Talente und Fähigkeiten.

Die Volksbanken Raiffeisenbanken

Rosenheim und Umgebung helfen Ju-

gendlichen mit dem Bewerberwork-

shop „Job in Sicht“, sich über wichtige

Themen zur Berufsfindung, Berufsstart

und Bewerbung zu informieren. Damit

unterstützen sie die Schüler dabei, ihre

Chancen optimal zu nutzen. Gemein-

sam mit den Schülern üben sie den

„Ernstfall Bewerbung“.

Tobias Attenberger, Mitarbeiter in der

Personalentwicklung der Volksbank

Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee,

unterstützt „seine“ Auszubildenden bei

der Organisation des Workshops. Die

Hauptverantwortung und Arbeit liegt

aber bei den Auszubildenden der Kreis-

verbandsbanken. Für die Betreuung der

Teilnehmer sind ausschließlich Azubis

aus dem zweiten Lehrjahr zuständig.

„Die sind einfach näher an den jungen

Menschen dran“, meint Manfred Har-

zenetter, Leiter der Personalentwick-

lung in der Volksbank Raiffeisenbank

Rosenheim-Chiemsee eG. Die Ge-

spräche verlaufen oftmals auf einer viel

persönlicheren Ebene: „Die Du-Form

ist da völlig normal. Die Schüler trauen

sich viel offener, Fragen an die Azubis zu

stellen und der Spaß kommt auch nicht

zu kurz“, so Harzenetter.

Im Zirkelsystem durchlaufen die Teil-

nehmer sechs Stationen. Jede Station

steht für ein Thema. Ein Stand infor-

miert beispielsweise über das Einstel-

lungsgespräch. „Wie ziehe ich mich an?“

oder „Wie benehme ich mich?“ sind Fra-

gen, die hier von den jungen Bankern

beantwortet werden.

Dass das Konzept der regionalen Ge-

nossenschaftsbanken erfolgreich ist,

zeigt die Zahl von über 27000 Teilneh-

mern und achtzehn erfolgreich durch-

laufenen Veranstaltungen seit der ersten

im Jahr 2004. Einige der Teilnehmer be-

werben sich vielleicht in einigen Jahren

bei den regionalen Volksbanken und

Raiffeisenbank. Hubert Kamml, Kreis-

verbandsvorsitzender der Volksbanken

und Raiffeisenbank in Rosenheim und

Umgebung, würde das freuen. „Die re

gionalen Banken bieten eine fachlich an

spruchsvolle Ausbildung und damit eine

ausgezeichnete Grundlage für eine hei

matnahe Karriere“, so Hubert Kamml.

Schüler üben den „Ernstfall Bewerbung“

Bewerberworkshop „Job in Sicht“ im CityDome Rosenheim mit 2000 Besuchern:

Reges Treiben auf der „Job in Sicht“ in die Hammerhalle.

Foto: vb-rb

Das Organisationsteam der Job in Sicht im Gespräch mit Hubert Kamml.