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02. November 2018 -

info@pressewoche.de

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Krause Glucke, Strubbel-

kopf-Röhrling oder Lila Dick-

fuß. Einige heimische Pilzar-

ten sind wirklich skurril an-

zusehen und können bei der

ersten unverhofften Begeg-

nung schon mal für Schre-

cken und Verwunderung sor-

gen. Eine davon ist auch die

häufig anzutreffende Stink-

morchel, um die man gerne

einen Bogen macht. Dieser

Pilz lockt Insekten an, indem

er weithin einen auf- und ein-

dringlichen Aasgeruch ver-

strömt.

Doch gerade in der unmittelbaren

Nachbarschaft von Stinkmorcheln

kann etwas Besonderes gefun-

den werden, das dem Auge sonst

allzu leicht entgehen würde. Die

Rede ist von Hexeneiern, wie

man Stinkmorcheln in ihrem Ba-

bystadium gemeinhin nennt. Man

muss schon genau hinschauen, um

diese schüchtern und verstohlen

aus dem Waldboden schielenden,

hühnereiergroßen Knollen zu ent-

decken. Diese lassen sich ganz

leicht aus ihren Kuhlen herauspflüc-

ken und sind – im Gegensatz zu ih-

ren ausgewachsenen Artgenossen

– keineswegs übelriechend oder

feucht-schleimig. In der Hand fühlt

sich so eine Pilzknolle wie eine mit

einer weichen Lederhaut umgebe-

ne Walnuss an.

Der Name Hexenei ist ein trauri-

ger Beleg für die Leichtfertigkeit,

mit der Menschen auf spiritistisch

getönte Wörter zurückgreifen,

wenn es darum geht, etwas zu be-

nennen, das ihnen fremd erscheint.

Dabei haben diese Pilzknollen den

unheimlichen Anstrich in ihrem

Namen gar nicht verdient. Vieler-

orts nämlich wird die Babyform

der Stinkmorchel als Speisepilz ge-

schätzt.

Die nussig und rettichartig schme-

ckende Babystinkmorchel ist kein

klassischer Mischpilz. Dass sie sich

zum Beispiel nicht mit anderen

Pilzen in einer Schwammerlsuppe

verträgt, hat mit ihrer Konsistenz zu

tun. Auch nach einer langen Gar-

zeit bleibt sie ziemlich bissfest. In

Scheiben geschnittene Pilzknollen

bereitet man besser in der Brat-

pfanne zu, wobei man sie deutli

che Röstaromen annehmen lässt

und kräftig würzt.

Die ledrige Haut lässt sich leicht

von den Knollen abziehen. Darun

ter sitzt eine dicke Gallertschicht.

Hexeneier-Chips lassen sich zu

bereiten, indem man die gänzlich

vom Glibber befreiten, horizonta

in Scheiben geschnittenen Frucht

körper in der Pfanne knusprig brät.

Hartgesottene Pilzfreunde aber

verzehren die samt Gallert gebra

tene Knolle. Wer Speisen mit einer

durchmischten Konsistenz mag,

wie man sie vom Kesselfleisch mit

Innereien oder von Wellhorn

schnecken (Bulots) kennt, wird mit

samt Weichanteilen und Zwiebel

angebräunten Hexeneierscheibe

(siehe Abbildung) durchaus etwa

abgewinnen können.

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Das sonderbare Hexenei

Speisepilz mit einem unverdient hässlichen Namen

Ansprechende Farbkomposition: Innenansicht mit Gallert-Anteil und grüner Sporenmasse.

Fotos: Andreas Ahlen

Die Stinkmorchel im ausge-

wachsenen Zustand ...

„Veganes Kesselfleisch“: Glibberiges und zugleich bissfestes Pfannen-Gericht aus Babystinkmorcheln.

Notdürftig gereinigte Pilzknolle mit ledriger Außenhaut

... und im „Hexenei“ genannten

Babystadium.

Hexeneier sind

Stinkmorcheln im

Babystadium