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28. Juni 2018 -
S. 3
Nach
richten
Merkel dementiert Trump-Tweet
Trump verbreitete Fehlmeldung über Kriminalität
Da gäbe es noch einiges zu bereden: Kanzlerin Angela Merkel
im Gespräch mit US-Präsident Donald Trump.
Foto: Michael Kappeler
Washington/Meseberg – US-Präsident Donald Trump hat deutschen Behörden auf
Twitter indirekt vorgeworfen, einen Anstieg der Kriminalitätsrate im Zusammen-
hang mit der Zuwanderung zu verschweigen.
„Die Kriminalität in Deutschland ist um 10 Prozent gestiegen (Behörden wollen
diese Verbrechen nicht melden), seit Migranten akzeptiert wurden“, schrieb er. Am
Vortag hatte Trump Kritik für seine Behauptung kassiert, die Kriminalität in Deutsch-
land sei im Zuge der Zuwanderung deutlich gestiegen. Im Jahr 2015, als mehrere
Hunderttausend Flüchtlinge in Deutschland ankamen, zählte das Bundesinnenmi-
nisterium mit rund 5,93 Millionen Straftaten etwa genauso viele Fälle wie im Jahr
zuvor.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Äußerung widersprochen. Die kürzlich
vorgestellte Kriminalitätsstatistik spreche für sich. „Wir sehen dort leicht positive Ent-
wicklungen“, sagte Merkel.
dpa/red
Der Anti-Grabscher-Code
Farben-System gegen sexuelle Belästigung
Ein simpler verbaler Sprach-Code macht das Restaurant „Home-
room“ zu einem heimeligeren Ort.
Foto: fotolia
Oakland – Als die Restaurant-Besitzerin Erin Wade erfuhr, wie oft ihre Kellnerinnen
verschiedenen Härtegraden sexueller Belästigung durch männliche Gäste ausge-
setzt sind, entwickelte sie einen simplen Farb-Code, mit dem sich Serviererinnen
schon im Vorfeld einer brenzligen Situation entziehen können. Sollte eine Kellnerin
sagen: „Gelber Fall an Tisch vier!“, gibt sie damit zu verstehen, dass ihr dort so
etwas wie ein lüsterner Blick widerfahren sei.
Wenn sie es sich zutraut, kann sie, unter besonderer Aufsicht des Restaurant-Mana-
gers, weiterhin dort bedienen. Bei einemmit „orange“ benannten Fall würde sofort
der Manager übernehmen, bei „rot“ würde der Gast dazu aufgefordert werden,
das Restaurant unverzüglich zu verlassen.
Laut Wade habe sich dieses Vorgehen als praktikabel erwiesen, da sich die be-
lästigte Kellnerin nicht erst umständlich und peinlich vor dem Chef rechtfertigen
muss.
dpa/red
Der Mythos vom Waschlappen
Männer sind leidensfähiger als angenommen
Männer leidensfähiger als angenommen
Foto: fotolia
Montreal – Wie in einem jüngst veröffentlichten Fachartikel zum Ausdruck kommt,
reagieren Frauen deutlich empfindlicher auf Schmerzen als Männer. Der Autor,
Gen- und Schmerzforscher Jeffrey Mogil von der McGill University, widerlegt damit
den Mythos vom wehleidigen Mann und die Vorstellung, dass Frauen durch biolo
gisch bedingte gehäufte Schmerzerfahrungen in Verbindung mit Menstruation oder
Schwangerschaft eine Abhärtung gegen körperliche Schmerzen erworben hätten.
Tatsächlich habe es sich gezeigt, dass sich mit zunehmender Schmerzerfahrung
eine höhere Empfindlichkeit und innere Abwehrhaltung gegen körperliche Pein
einstelle. Dies zeige sich auch durch die Tatsache, dass in Karteien mit Schmerz
patienten die Frauen deutlich überwiegen. Dass Frauen oft mit Unverständnis rea
gieren, wenn der Partner über Schmerzen klagt, sei vielmehr der Ausdruck eines
Stereotyps, der in Wirklichkeit verrät, dass sich Frauen einen starken Mann an ihrer
Seite wünschen.
red
Media-Saturn zieht Reißleine
Elektronikhändler trennt sich von Russlandgeschäft
Konzernchef Pieter Haas will über eine Beteiligung an M.video
weiter auf dem russischen Markt aktiv sein.
Foto: Federico Gambarini
Düsseldorf – Der Elektronikhändler Media-Saturn zieht die Reißleine und trennt
sich von seinem verlustreichen Russlandgeschäft. Das teilte der Media-Saturn-
Mutterkonzern Ceconomy mit. Ein kompletter Rückzug aus Russland ist dies für
Deutschlands größten Elektronikhändler aber nicht, denn Ceconomy beteiligt sich
im Gegenzug mit 15 Prozent an der Safmar-Tochter M.video. Diese ist beim Ver-
kauf von Unterhaltungselektronik Marktführer in Russland und hat als solcher Media
Markt dort das Leben schwer gemacht. Für den Einstieg bei M.video zahlt Cecono-
my 258 Millionen Euro. Dieser Preis kann sich abhängig von der Entwicklung von
M.video in diesem und kommenden Jahr um bis zu 86 Millionen Euro reduzieren.
„Durch die Transaktion bleiben wir dauerhaft im großen und schnell wachsenden
russischen Markt aktiv und haben eine nachhaltige Lösung für unsere Russland Akti-
vitäten gefunden“, sagte Konzernchef Pieter Haas.
dpa/red
Weniger EU-Gelder für Bauern
Experten befürchten forcierte Landflucht
Der EU-Sparkurs zum Nachteil der Landwirte könnte zu einer
Entvölkerung des ländlichen Raums führen.
Foto: dpa
Brüssel – Wie kürzlich bekanntgegeben wurde, will Brüssel die Subventionsleistun-
gen für Landwirte bis 2030 deutlich drosseln. Deutschen Bauern entgingen damit
einige Milliarden Euro. „Wir fordern ja nicht mehr Geld. Aber weniger ist schlicht
gefährlich“, sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied,
im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. Eine Subventionskürzung könne sich
für ganz Europa verheerend auswirken, zumal siebzig Prozent des EU-Raums länd-
lich ist. Es könne sehr leicht zur Landflucht kommen. Mehr junge Menschen wür-
den dann ihren Lebensraum in die Stadt verlegen. Um das ländliche Lebensmilieu
attraktiver zu gestalten, müsse die Internet-Breitbandversorgung vorangetrieben
werden. Landwirte erhoffen sich auch weiterhin mehr finanzielle Unterstützung
vonseiten der Politik, da sie klimatisch bedingte Ertragsschmälerungen und Ernte-
ausfälle nicht mehr allein stemmen können.
dpa/red
Viehfutter der Zukunft
Futterzusatz auf Basis von Bakterieneiweiß
Für Tierfutter werden große Ackerflächen benötigt. Bakterie-
neiweiße könnten Einsparungen zeitigen.
Foto: dpa
Potsdam – Eine Arbeitsgruppe um den Experten Alexander Popp vom Potsdam-
Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist zu der Meinung gelangt, dass bakterielle
Eiweiße als Futterzusatz in der Viehzucht den weltweiten Bedarf an Ackerland bis
zum Jahr 2050 um weit über 100 Millionen Hektar senken könnten. Zudem sei es
auch möglich, auf diesem Wege auch den Nährstoffentzug der Anbauflächen, den
Stickstoff- und insbesondere den Kohlendioxidausstoß deutlich zu verringern.
Bereits zwei Prozent Bakterieneiweiß-Anteil im Futter gingen mit dem Effekt einher,
dass bis zu 28 Prozent weniger Kohlendioxid produziert würden. Schon lange ver
sucht man, Futtereiweiße auf anderen Wegen als auf Getreide- oder Sojabasis zu
finden. So zum Beispiel durch Pilze, Algen oder Insektenlarven.
Bakterien würden dabei den Vorteil mit sich bringen, dass sie sich sehr leicht kulti
vieren lassen, zum Beispiel in großen Stahltanks.
dpa/red
General Electric steigt aus
Industrie-Ikone verlässt Dow Jones
Nach mehr als 110 Jahren muss GE den US-Leitindex Dow Jones
Industrial Average verlassen.
Foto: Tim Brakemeier
New York – Der Niedergang der US-Industrie-Ikone General Electric (GE) geht
weiter: Der angeschlagene Siemens-Rivale ist bei Anlegern so stark in Ungnade
gefallen, dass er den US-Leitindex Dow Jones Industrial Average verlassen muss.
Am 26. Juni wurde GE nach anhaltenden Kursverlusten von der Drogerie- und
Apothekenkette Walgreens Boots Alliance ersetzt, wie der Indexbetreiber S&P
Dow Jones Indices mitteilte. Für den über 125 Jahre alten Großkonzern, dessen
Wurzeln auf den Glühbirnen-Erfinder Thomas Edison zurückgehen, ist der erste
Abstieg aus dem Index der 30 größten US-Unternehmen seit mehr als 110 Jahren
ein großer Rückschlag. GE zählte zu den Gründungsmitgliedern, als der Dow 1896
an den Start ging, und war seit 1907 ununterbrochen dabei. Doch der Dino der
US-Wirtschaft steckt in einer seiner größten Krisen. Im bisherigen Jahresverlauf ist
die GE-Aktie um 26 Prozent gesunken.
dpa/red
Barfuß ins Parlament?
Verhaltenskodex für Bremer Abgeordnete
Kurze Hosen, Flipflops oder Barfuß – im Bremer Landtag uner-
wünscht.
Foto: fotolia
Bremen – Kurze Hosen, Flipflops und nackte Füße – wie Abgeordnete
im Bremer Landtag sich kleiden sollten, soll künftig ein Verhaltenskodex
regeln.
Diesen will der Landtag bis zur Bürgerschaftswahl im nächsten Jahr erarbei
ten. Darauf hat sich der Landtagsvorstand geeinigt.
Landtagspräsident Christian Weber (SPD) wollte eigentlich die Hausord
nung um einen Passus ergänzen lassen, wonach Abgeordnete, Mitarbeiter
und Besucher die Würde des Parlaments auch „durch das Tragen von ange
messener Kleidung“ achten sollten. Das fand aber keine Mehrheit.
Anlass für den Vorstoß waren die sommerlichen Outfits von Volksvertre
tern bei der letzten Plenarsitzung. Für Aufsehen hatte vor allem das Foto
einer barfüßigen Abgeordneten auf Twitter gesorgt.
dpa/red
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