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17. Mai 2018 -
S. 3
Nach
richten
Putin weiterhin Präsident
Heftiger Polizei-Einsatz gegen Demonstranten
Die Gewalt gegen protestierende Oppositionelle wird von vielen
als unheilvolles Zeichen aufgefasst.
Foto: dpa
Moskau – Der harte Polizeieinsatz gegen Oppositionelle in Russland überschattet
den Beginn von Präsident Wladimir Putins neuer Amtszeit. Putin, seit dem Jahr
2000 an der Macht, wird das größte Land der Welt für sechs weitere Jahre führen.
Viele der jungen Demonstranten haben nie einen anderen Präsidenten gekannt.
Der Protest unter dem Motto „Kein Zar für uns!“ richtete sich gegen seine lan-
ge Herrschaft, gegen Korruption und Internetzensur. Landesweit nahm die Poli-
zei etwa 1600 Demonstranten fest, mehr als 700 allein in Moskau. Gepanzerte
Einheiten kamen zum Einsatz, setzten Schlagstöcke ein und führten wahllos De-
monstranten ab. Selbst Kinder wurden zu Boden geworfen und festgenommen.
Besondere Furcht lösten zudem Männer in Kosakenuniform aus, die mit Peitschen
auf die Versammelten einschlugen. Kosaken sind in Russland eigentlich nur noch
Folklore. Männer jedoch, die sich zu ihnen zählen, treten in Situationen wie dieser
gern als Hilfspolizisten auf.
dpa/red
Befristete Arbeitsverträge
Deutsche Post hebt Klausel bedingt auf
Die Deutsche Post macht das Aufheben von arbeitsvertraglichen
Befristungsklauseln an Bedingungen fest.
Foto: dpa
Berlin – Zusteller der Deutschen Post, die innerhalb der letzten zwei Jahre
nicht mehr als insgesamt zwanzig Tage krankgeschrieben waren und nicht
mehr als zwei Unfälle mit Postkraftfahrzeugen bei einem Höchstschaden von
5000 Euro verschuldet hatten, erhalten einen entfristeten Arbeitsvertrag. Da-
mit erlischt die bei der Einstellung vereinbarte Befristungsklausel. Wenn auch
diese Praxis mit dem Arbeitsrecht konform geht, wird es vielfach als ethisch
fragwürdig empfunden. Die Bundesregierung, die selbst Anteile am Dax-Un-
ternehmen Deutsche Post besitzt, möchte nun im Rahmen ihrer Möglichkeiten
als Unternehmensbeteiligter auf eine Änderung dieses Vorgehens hinarbeiten.
Ein Sprecher des Postkonzerns begründet die vielkritisierte Praxis damit, dass
dadurch ermittelt werden könne, wer die Anforderungen eines Postzustellers
auch wirklich erfüllt. Dies mache sich letztlich im Interesse aller Beteiligten,
besonders der Kunden, bezahlt.
dpa/red
Zum „Wohle“ des Schlachtviehs
Keine Lebendtransporte außerhalb der EU
Arme Schweine, wie diese hier, sollen in Zukunft nur noch inner-
halb der EU transportiert werden.
Foto: dpa
Stuttgart – Der baden-württembergische Agrarminister Peter Hauk hat sich
für ein Verbot von Schlachttier-Lebendtransporten in Länder außerhalb
der EU starkgemacht. Zur Untermauerung seines Appells an die Agrar
minister-Kollegen der anderen Bundesländer verwies er an die in Baden-
Württemberg bereits gängige Praxis. Dort veräußere man nur noch wenige
Tiere an Länder jenseits der EU-Staaten. Zudem haben sich die dortigen
Rinderzüchter in Eigeninitiative verpflichtet, keine Tiere mehr zur Schlach
tung außerhalb der EU zu verkaufen. Bis aber ein einhelliger Antrag in den
Bundesrat und von dort aus in die Bundesregierung gelangt, die sich dafür
dann in Brüssel starkmacht, wird noch viel Zeit vergehen. Bis dahin, so
regte Hauk an, solle man spezielle Stationen an den Außengrenzen der EU
errichten, an denen die Tiere versorgt werden und Pausen außerhalb der
Transportfahrzeuge einlegen können.
dpa/red
Haftbefehl gegen Ex-VW-Chef?
Stellungnahme zu „Dieselgate“ angekündigt
Martin Winterkorn will zuvor noch Anklage und Haftbefehl in
den USA abwarten.
Foto:dpa
Wolfsburg/Berlin – Laut Insider-Mitteilungen habe der ehemalige Chef des
VW-Konzerns Martin Winterkorn vor, sich nach Anklage und Haftbefehls-
ausstellung in den Vereinigten Staaten bei passender Gelegenheit zu äußern.
Er werde dann seine Sicht auf die gegen ihn gerichteten Vorwürfe im „Die-
selgate“ genannten Abgasskandal ausführlich darlegen. Der Zeitpunkt einer
Stellungnahme sei jedoch noch nicht zu ersehen, erklärte ein mit seinem Fall
betrauter Jurist. Die US-Justiz will Winterkorn wegen Betrugs und verschwö-
rungsmäßigen Verstoßes gegen Umweltgesetze und Behördentäuschung be-
langen. In Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen
Betrugsverdachts gegen ihn. Im September 2015 war der damalige VW-Chef
zurückgetreten, nachdem US-Behörden Manipulationen bei Dieselfahrzeu-
gen festgestellt hatten. Winterkorn hatte damals betont, sich keines Fehlver-
haltens bewusst zu sein.
dpa/red
Transparenz für Frischfleisch
Lidl informiert über Tierhaltungsbedingungen
Lidl´s „Fleischampel“ informiert über Haltungsbedingungen und
stellt die Langsamkeit der Bundespolitik bloß.
Foto: dpa
Die Bundesregierung sieht vor, binnen der nächsten zwei Jahre ein staatlich ge-
normtes Klebeetiketten-System für Fleischverpackungen zu etablieren, das über
die dem Produkt zugrundeliegende Tierhaltung informiert. Der Discounter Lidl hat
nun im Vorfeld einen Entwurf dafür geliefert. Seit Anfang Mai ist das in sämtlichen
deutschen Lidl-Filialen angebotene Frischfleisch mit solch einem Klebemarkensy-
stem versehen. Dem Konzern geht es dabei darum, den Kunden zu einem verant-
wortungsbewussten und dem Tierwohl zuträglicheren Einkaufsverhalten anzurei-
zen. Leider, so wird mitunter kritisiert, sei die Bewertungsskala im Gegensinn zur
bewährten Abstufung von Eier-Qualitäten angelegt. Während bei der Eier-Kenn-
zeichnung die Qualität mit steigendem Ziffernwert abnimmt, verhält es sich bei
dem vomDiscounter eingeführten System genau anders herum. Das könnte mehr
für Verwirrung als für eine transparente Kundeninformation sorgen.
dpa/red
Eine Allianz fürs Klima
Versicherung steigt aus Kohlegeschäft aus
Im Interesse des Klimas verzichtet der Versicherungsriese Alli-
anz auf „Kohle“ von Kohleunternehmen.
Foto: dpa
München – Da der Allianz-Versicherungskonzern nicht mehr in Unterneh
men investieren will, die zur Mehrung von Kohlekraftwerken beitragen, ver
zichtet er ab sofort auf die Einzelversicherung von Kohlekraftwerken und
Kohlebergbau. Durch die Weiterführung ihrer Werksstrategie würden diese
Unternehmen letztlich das Ziel des Pariser Klimaabkommens aushebeln, die
Erderwärmung auf unter zwei Grad zu beschränken. Darüber hinaus plant
Europas größter Versicherungskonzern bis 2040 nach und nach aus dem
Kohlebusiness auszusteigen. Dabei sollen Energieversorger, die zusätzlich
zur Kohle auch auf andere fossile Brennmaterialien zurückgreifen, noch wei
terhin versichert werden. Innerhalb der kommenden zwei Jahrzehnte abe
werde die Allianz-Assekuranz auch das ausschleichen lassen. Vorstandschef
Oliver Bäte hofft, dass bis 2040 „keine Art von Kohlerisiko“ mehr für Verun
sicherung sorgt.
dpa/red
Alpiner Luftangriff
Auerhahnattacke auf Bergwanderer
Ausgestopft oder auf dem Bieretikett sind sie harmlos, doch in
freier Wildbahn können sie ganz anders.
Foto: fotolia
Bad Feilnbach – Auf einem Bergsteig zwischen der Farrenpoint und der Schuh-
bräualm ereignete sich am ersten Mai ein folgenreicher Unfall. Ein 40-jähriger
Mann aus dem Landkreis Rosenheim wurde von einem aggressiven Auerhahn
angegriffen. Letzter, im hormonellen Sinnentaumel seiner Balz, fühlte sich offen-
sichtlich von dem „Reviereindringling“ provoziert und startete eine Tiefflugattacke.
Der Wanderer floh erschrocken den Steig bergabwärts, kam aber ins Straucheln
und stürzte seitlich einige Meter einen steilen Hang hinab. Dabei erlitt er einen
Beinbruch und musste per Hubschrauber ins Krankenhaus Agatharied befördert
werden. Während der Erstversorgungsmaßnahmen durch die Bergwacht saß der
Angreifer abseits, sträubte bedrohlich sein Gefieder und sorgte für Unbehagen.
Auerhahnattacken sind beileibe keine Seltenheit. Immer wieder wird von Angriffen
auf Wanderer, Skifahrer und Mountainbiker berichtet.
red
Beschäftigungszuwachs
Mehr Erwerbstätige als vor einem Jahr
Das Baugewerbe ist einer der Spitzenreiter beim Schaffen neu-
er Arbeitsplätze.
Foto: dpa
Wiesbaden – Wie einem Bericht des Statistischen Bundesamts zu entnehmen ist,
geht langfristig eine zunehmende Zahl von Menschen einer bezahlten Beschäfti
gung nach oder ist in selbstständiger Arbeit tätig. Im ersten Quartal dieses Jahres
hatten 44,3 Millionen Menschen ihren Arbeitsort in der Bundesrepublik. Zwar wa
ren das 0,7 Prozent weniger als im vorhergehenden Quartal, aber eben auch 1,4
Prozent mehr als im Anfangsquartal des Vorjahres. Wie schon in den Jahren zuvor,
ist auch zu Beginn dieses Jahres der Anteil der selbstständig Arbeitenden unter allen
Erwerbstätigen geschrumpft. Neue Jobs hingegen entstehen vor allem für Arbeit
nehmer in der Dienstleistungsbranche, in der Industrie und im Baugewerbe. Den
höchsten Zuwachs, nämlich 2,2 Prozent, hatten die unternehmensnahen Dienst
leistungsanbieter zu verzeichnen. Auch das Baugewerbe legte mit 1,9 Prozent
überdurchschnittlich zu.
dpa/red
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