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NEWS
wirtschaft
3. Mai 2018 -
S. 9
Rosenheim – „Was einer nicht
schafft, das schaffen viele!“
Unter diesem Motto hat der
Gründervater Friedrich Wil-
helm Raiffeisen vor genau 200
Jahren das Geschäftsmodell
der ländlichen Kreditgenos-
senschaften entwickelt.
Ein gesellschaftlich sensationelles
Vorhaben, das auch heute noch für
großen Erfolg sorgt. So kann sich der
Kreisverband der Volksbanken und
Raiffeisenbanken in Rosenheim und
Umgebung über eine Bilanzsumme
von 6 490 Mio Euro freuen, das sind
7,8 Prozent mehr als im vorherge-
henden Geschäftsjahr.
„Mehr als 100 000 Menschen sind in-
zwischen Mitglieder und damit Teilha-
ber bei den sechs Kreisverbandsban-
ken, die insgesamt 86 Geschäftsstel-
len haben“, freut sich Hubert Kamml,
Vorstandsvorsitzender
Volksbank
Raiffeisenbank Rosenheim-Chiem-
see eG. Jüngstes Mitglied im Kreis-
verband ist die Raiffeisen-Volksbank
Ebersberg eG.
„Die gebietsmäßige Anbindung, die
gute bisherige Zusammenarbeit
und die gemeinsame wirtschaftli-
che Stärke sind beste Gründe für
den Zusammenschluss“, erläutert
ihr Vorstandsvorsitzender Wolfhard
Binder.
Auch die neue Bundesregierung hat
den Wert der Genossenschaften er-
kannt und im Koalitionsvertrag fol-
gendes Ziel formuliert: „Wir wollen
Genossenschaften als nachhaltige
und krisenfeste Unternehmens-
form in den unterschiedlichen Wirt-
schaftsbereichen stärken“. In ganz
Deutschland haben diese Genos-
senschaften mittlerweile über 22,6
Millionen Mitglieder. „Dabei tragen
wir als Regionalbank besondere
Verantwortung für die Region und
die Menschen“, betont Kamml.
773 000 Euro gingen deshalb als
Spenden, Sponsoring oder Stiftun
gen wieder an die Region. Nebe
der Gewerbesteuer, die immerhin
10,3 Mio Euro ausmacht, spielen die
Volks- und Raiffeisenbanken auch
auf dem Arbeitsmarkt eine wichtige
Rolle: Nicht nur, dass 1 264 Perso
nen direkt bei den Banken angestellt
sind, davon viele in familienfreundli
chen Teilzeitmodellen – auch in Sa
chen Investitionen orientieren sich
die Kreisverbandsbanken regional.
„Uns ist es wichtig, Aufträge nur an
Handwerker und Dienstleister aus
der Region zu vergeben“, versichert
Hubert Kamml.
c
200 Jahre Erfolgsgeschichte
Der Kreisverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Rosenheim und Umgebung freut sich über das
sehr erfolgreiche Geschäftsjahr 2017
Auf einen Blick: Zahlen,
die für sich sprechen…
Kreisverband der Volksbanken
Raiffeisenbanken Rosenheim und
Umgebung
• Bilanzsumme:
6490 Millionen Euro (+ 7,8 %)
• Betreutes Kundenvolumen:
13217 Miillionen Euro
(+ 8,6 %)
• Mitarbeiter:
1264 (davon 117 Azubis)
• Mitglieder:
100956 (Plus 1917)
• Geldautomaten: 139
• Lagerhäuser: 8
„Was einer nicht
schafft, schaffen
viele!“
Vorstandschaft des Kreisverband Volksbanken Raiffeisenbanken Rosenheim und Umgebung von links Florian Kreuz, Vorstand Raiff-
eisenbank Griesstätt-Halfing eG, Christian Trattner, stv. Vorsitzender Kreisverband und Vorstand Raiffeisenbank Aschau-Samerberg
eG, Hubert Kamml, Vorsitzender des Kreisverbands und Vorstandsvorsitzender der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee
eG, Wolfhard Binder, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen-Volksbank Ebersberg eG, Anton Wendlinger, Vorstandsvorsitzender der
Raiffeisenbank Oberaudorf eG, Wolfgang Strasser, Vorstand der Raiffeisenbank Tattenhausen-Großkarolinenfeld eG.
Soziale Verantwortung
für die Region
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Renningen – Der weltgrößte Auto-
zulieferer Bosch will den Diesel noch
nicht aufgeben. Eine neu entwickelte
Abgastechnik soll den durch Dieselgate
und Fahrverbots-Debatte in Verruf ge-
ratenen Antrieb vor dem Niedergang
bewahren und dem Konzern zugleich
einen wichtigen Geschäftsbereich für
die Zukunft sichern.
„Das Stickoxid-Problem im Straßenver-
kehr ist technisch lösbar“, sagte der Vor-
sitzende der Bosch-Geschäftsführung,
Volkmar Denner, bei der Präsentation
der Bilanz für 2017. Der Konzern ver-
spricht, mit seinem neuen System den
Stickoxid-Ausstoß des Antriebs auch im
Realbetrieb auf der Straße weit unter
den aktuellen und auch den künftigen
Grenzwerten halten zu können.
„Nach unserem Durchbruch sind wir
sicher: Dem Selbstzünder wird in Zu-
kunft niemand die Einfahrt in die Städte
pauschal verbieten können“, betonte
Denner. Die Technik sei so weit aus-
gereift, dass sie sofort in die Serienent-
wicklung der Hersteller einfließen kön-
ne. Teurer als ein normaler Diesel soll
sie nicht sein, Verbrauch und Leistung
nur minimal beeinflussen und zudem
unabhängig von äußeren Umständen
wie Fahrstil, Streckenprofil und Tempe-
ratur funktionieren.
Diesel-Fahrzeuge dürfen derzeit im
Realbetrieb noch 168 Milligramm Stick-
oxid pro Kilometer ausstoßen, 2020
soll der Grenzwert auf 120 Milligramm
sinken. Bosch schaffe nun im Schnitt
13, sagte Denner. Wie genau das geht,
dazu verweist der Konzern auf eine
Kombination aus neu entwickelter Ein-
spritz-Technik, Temperaturmanagement
im Motor, Luftsystem und dem Einsatz
künstlicher Intelligenz.
Denner zeigte sich überzeugt, die De-
batte über das Aus für den Diesel damit
beenden zu können. Zudem plädierte
er dafür, die Umweltbilanz auch von
Elektroautos kritischer und realistischer
zu sehen. „In solcher Gesamtbetrach-
tung kann herauskommen: Es ist besser,
den richtigen Diesel zu fahren, als das
falsche Elektroauto“, sagte er.
Der Haken: Bosch verkauft keine kom-
pletten Motoren, die sich mal eben
einbauen ließen. Und eine Möglichkeit
zur Nachrüstung älterer Diesel ist die
neue Technik auch nicht. Selbst wenn
sie also sofort verfügbar ist, müssten die
Hersteller sie erst in ihre eigene Moto-
renentwicklung integrieren – was Jahre
dauern könnte.
Auch die Autohersteller verweisen stets
darauf, dass der technische Fortschritt
mit den aktuellen, saubereren Moto-
ren, die die Grenzwerte einhalten, das
Stickoxid-Problem des Diesels letztlich
lösen wird. Besitzern älterer Diesel, die
sich von Fahrverboten bedroht sehen,
hilft das freilich nichts. Sie bräuchten ein
neues Auto.
Für Bosch ist die Diesel-Technik ein
wichtiges Standbein innerhalb des Kon-
zernbereichs Auto und Mobilität, der
fast die Hälfte des Gesamtumsatzes aus
macht und zudem überdurchschnittlich
wächst. Insgesamt hat Bosch im Jahr
2017 bei einem Umsatz von 78,1 Mil
liarden Euro (+6,8 Prozent) ein opera
tives Ergebnis von 5,3 Milliarden Euro
(+17 Prozent) – beides sind die höch
sten Werte in der Firmengeschichte.
Bosch setze konsequent und mit Milli
ardeninvestitionen auch auf die Elektro
mobilität, betonte Denner. Aber: „Wir
brauchen den hocheffizienten Verbren
ner mit niedrigsten Emissionen, bis die
Elektromobilität im Massenmarkt ein
setzbar ist.“
Aus dem Diesel-Skandal um manipu
lierte Abgasreinigungssysteme, in dem
auch Bosch als Zulieferer im Visier der
Ermittler steht, zieht Denner Konse
quenzen. Ein neuer Kodex verbietet
den Entwicklern künftig den Einbau von
Funktionen, die Testzyklen erkennen
und die Technik für Tests anders einstel
len als imNormalbetrieb – egal, was die
Kunden verlangen. „Im Zweifel haben
die Bosch-Werte Vorrang vor Kunden
wünschen“, sagte Denner.
dpa/red
Bosch reduziert Stickoxid radikal
Neue Abgastechnik vom Autozulieferer soll Niedergang von Diesel stoppen
Bosch baut weiter auf den Diesel – macht er doch weiter einen beträchtlichen Teil des Geschäfts aus.
Foto: Sebastian Kahnert
Debatte über das Aus
für den Diesel
beenden.
Besitzern älterer Diesel
hilft das freilich nicht.
Sie bräuchten ein
neues Auto.
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