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5. April 2018
-
S. 5
Nach
richten
Betreff:
Kostenloser Nahverkehr,
pressewoche
vom 8. März
„Mit Interesse habe ich den Thema-Artikel in der
pressewoche
vom 8. März gelesen, mit der Überschrift:
‚Was ist dran am kostenlosen Nahverkehr? Ist der Vorschlag der Bundesregierung sinnvoll oder blinder Ak-
tionismus?‘
Die Landkreis ‚Grünen‘ und die ‚Grüne Liste‘ Kolbermoor hatten sich schon vor Jahren eingehend mit die-
sem Thema beschäftigt und zwar nicht, als es um Dieselabgase ging, sondern als die Planungen für die Ro-
senheimer Westumgehung begannen und sich immer mehr konkretisierten. Eines stand schon damals fest:
Das Projekt ‚Westumgehung‘ kostet ein Vermögen. Wieviel genau, wird man erst wissen, wenn alle Bauab-
schnitte fertig sind, denn ein großer Brocken fehlt ja noch, nämlich die Brücke über das Aicher-Gelände. Auf
Grund der schwierigen Beschaffenheit des Bodens (dies hätten die Planer eigentlich bereits wissen und auch
einplanen müssen!) wird dieser Teilabschnitt noch besonders teuer. Mit dem insgesamt veranschlagten Geld
– weit über 80 Millionen Euro und damit die teuerste Autobahnzufahrt, die jemals gebaut wurde (!) – hätten
alle Kolbermoorer und Rosenheimer die nächsten 25 Jahre kostenlos mit Bus oder Bahn fahren können!
Die Zukunft wird es zeigen: Die Westumgehung bringt für die hier lebende Bevölkerung nichts, denn sie ist
letztendlich für den Fernverkehr konzipiert. Im Gegenteil, wir werden uns noch wundern, dass gerade die
Zu- und Abfahrten für die Bewohner mehr Verkehr bringen werden. Spannend wird, wie der Einzelhandel
im Aicherpark die jahrelange Bautätigkeit überstehen wird und welche Firmen noch da sein werden, wenn
im Jahr 2020 (oder später) vielleicht alles fertig ist.
Katharina Kristen, Kolbermoor
Betreff:
Marktstammdatenregisterverordnung,
50 000 Euro Bußgeld?
„Von dieser Marktstammdatenregisterverordnung (welch „wunderschöner“ Name) des Bundeswirtschafts-
ministerium (BWM) habe ich gelesen. Da ich mir darauf keinen Reim machen konnte, habe ich mich schlau
gemacht. Das Ergebnis ist der folgende Leserbrief. Eigentlich wollte ich ihn für die Faschingsausgabe schicken,
aber dann hätte jeder Leser gedacht, das ist ein Faschingsscherz. Aber dieser Unsinn ist Realität:
Seit 1.Juli 2017 gilt die „Marktstammdatenregisterverordnung“ des BWMs, wonach sich Stromlieferanten,
auch Privatpersonen, bei der Datenbank der Bundesnetzagentur registrieren und Stromlieferungen anzei-
gen müssen. Die Pflicht zur Registrierung gilt seit 1.Januar 2018. Es gab schon viele kuriose Beschlüsse aus
dem BWM, aber diese Verordnung ist dermaßen grotesk, dass selbst dem abgebrühtesten Kabarettisten
das Lachen im Hals stecken bleibt. Wer also einem Freund gestattet, sein Handy in seiner Wohnung auf-
zuladen und seiner Registrierungspflicht nicht nachkommt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Ihm droht ein
Bußgeld von bis zu 50 000 Euro. Dies gilt auch, wenn die ins Haus kommende Friseuse ihren Föhn oder
ein Handwerker seine Bohrmaschine an ihre Steckdose anschließen. Ein solcher Bagatellfall im Privatbereich
(Stromentnahme beim Handyladen von zirka 20 Minuten) kann wesentlich höher bestraft werden, als jeder
Raser auf unseren Straßen.
Außerdem sollte das BWM darauf bedacht sein, dass jeder überall erreichbar ist, um stets für das Brut-
tosozialprodukt beitragen zu können. Durch eine solch schwachsinnige Verordnung schadet das Bundes-
wirtschaftsministerium nicht nur dem noch einigermaßen intaktem Sozialgefüge mit dessen kommunaler
Hilfsbereitschaft, sondern der gesamten Volkswirtschaft. Weg damit!
Hans-Joachim Feiner, Stephanskirchen
New York – Der weltweite Antibioti-
kaverbrauch ist einer Hochrechnung
zufolge in den vergangenen 15 Jahren
um rund 65 Prozent gestiegen. Be-
sonders in wirtschaftlich aufstrebenden
Ländern sei die Zunahme „drama-
tisch“, berichten Wissenschaftler um
Eili Klein vom US-Forschungszentrum
CDDEP.
Die Forscher hatten auf Basis von Ver-
kaufsdaten den Verbrauch von Antibio-
tika in 76 Ländern zwischen den Jahren
2000 und 2015 untersucht und daraus
auf weltweite Trends geschlossen.
Der Gesamtkonsum stieg demnach
von 21,1 Milliarden definierten Tages-
dosen (DDD) im Jahr 2010 auf 34,8
Milliarden 15 Jahre später. Der durch-
schnittliche tägliche Verbrauch pro
1000 Einwohner stieg um 39 Prozent
von 11,3 auf 15,7 definierte Tagesdo-
sen, wie die Forscher im Fachjournal
„Proceedings“ der US-nationalen Aka-
demie der Wissenschaften (PNAS =
wissenschaftliche Fachzeitschrift) be-
richten.
In ärmeren und aufstrebenden Ländern
nahm der Gesamtverbrauch sogar um
114 Prozent und der durchschnitt-
liche tägliche Verbrauch pro 1000
Einwohner um 77 Prozent zu. Der
Unterschied beider Werte liegt unter
anderem im Bevölkerungswachstum
begründet.
Während im Jahr 2000 noch Länder
wie Frankreich, Neuseeland, Spanien
und Hongkong beim mittleren Ver-
brauch pro 1000 Einwohner an der
Spitze lagen, waren es 15 Jahre spä-
ter Länder wie die Türkei, Tunesien,
Algerien und Rumänien. In den rei-
chen Industrieländern nahm der Ge-
samtverbrauch nur um sechs Prozent
zu, der durchschnittliche tägliche Ver
brauch pro 1000 Einwohner sank im
Mittel sogar um vier Prozent. Dies galt
für Länder wie die USA, Kanada und
Frankreich – für Deutschland hingegen
wurde ein leichter Zuwachs erfasst.
Bis 2030 könnte der Gesamtver
brauch an Antibiotika den Forschern
zufolge weltweit um bis zu 200 Pro
zent steigen. Resistenzen gegen An
tibiotika gelten inzwischen als großes
Problem. Mit einer verstärkten Ver
wendung der Wirkstoffe könnte sich
diese Entwicklung weiter verschärfen,
wird befürchtet, da mit zunehmen
dem Kontakt von Bakterien mit Anti
biotika auch das Risiko zunimmt, dass
diese unempfindlich dagegen wer
den.
dpa
Antibiotika-Verbrauch stark angestiegen
Wissenschaftler schlagen Alarm:
In ärmeren und aufstrebenden Ländern stieg der Verbrauch von Antibiotika um 114 Prozent.
Foto: Friso Gentsch
„Dramatische“
Zunahme in wirtschaft-
lich aufstrebenden
Ländern
Leichter Zuwachs in
Deutschland
Peking –NordkoreasMachthaber
Kim Jong Un hat Bedingungen für
eine Beseitigung seiner Atomwaf-
fen gestellt. Bei einem zunächst
geheim gehaltenen Besuch in Pe-
king tauschte sich Kim Jong Un
mit Chinas Staats- und Parteichef
Xi Jinping über den Konflikt um
sein Atomwaffen- und Raketen-
programm aus.
Beide Führer kamen überein, nach den
Spannungen wieder an der traditionel-
len Freundschaft beider Länder anzu-
knüpfen.
Kim Jong Un legte seine Forderungen
für einen Ausweg aus dem Atomkon-
flikt vor: „Die Frage der Entnuklearisie-
rung der koreanischen Halbinsel kann
gelöst werden, wenn Südkorea und
die USA auf unsere Bemühungen mit
Wohlwollen reagieren, eine Atmo-
sphäre des Friedens und der Stabilität
schaffen, während gleichzeitig progres-
sive und synchrone Schritte in Richtung
des Friedens ergriffen werden“, zitierte
ihn die chinesische Nachrichtenagentur
Xinhua.
Ungeachtet der erwarteten Gipfel
zwischen Kim Jong Un und Südkoreas
Präsident Moon Jae In im April und mit
US-Präsident Donald Trump voraus-
sichtlich im Mai wollen die USA weiter
Druck auf Pjöngjang ausüben. Trump
twitterte, dass er von Chinas Staats- und
Parteichef Xi Jinping über dessen Treffen
mit Kim Jong Un unterrichtet worden
sei und dass sich Kim auf den Gipfel mit
ihm, Trump, freue. In der Zwischenzeit
müssten „maximale Sanktionen und
Druck“ aber unbedingt aufrechterhalten
werden, forderte Trump.
Über denmysteriösen hohen Besucher,
der am vergangenen Montag mit einem
dunkelgrünen Sonderzug aus Nordko-
rea nach Peking gekommen war, rank-
ten sich drei Tage lang Spekulationen.
Eine Ehrengarde am Bahnsteig, eine
Staffel mit weißen Motorrädern für sei-
nen Autokonvoi und abgesperrte Stra-
ßen deuteten darauf hin, dass ein Staats-
gast empfangen worden war. Aber erst
nach der Rückkehr nach Nordkorea
bestätigte Chinas Regierung, dass es
sich bei dem Besucher um Kim Jong Un
gehandelt hatte. Er hielt sich 24 Stunden
in Peking auf.
Chinas Staats- und Parteichef empfing
ihn und seine Frau Ri Sol Ju in der Gro-
ßen Halle des Volkes. Eine Lockerung
der Sanktionen wurde aber ausge-
schlossen.
Vor seinen Gipfeln wollte sich Kim Jong
Un offenbar Rückendeckung in Peking
holen. Es war das erste Mal seit seinem
Amtsantritt 2011, dass Kim Jong Un sein
Land verlassen hatte. Schon sein Vater
Kim Jong Il hatte ähnliche Geheimbe-
suche mit dem Zug in China gemacht,
die erst nach seiner Rückkehr bestätigt
wurden. Er fuhr immer mit der Bahn,
weil er Angst vorm Fliegen hatte.
Der Besuch von Kim Jong Un in Pe-
king kam überraschend, da das Ver-
hältnis wegen seiner Atom- und Ra-
ketentests im vergangenen Jahr auf
den tiefsten Stand ihrer Geschichte
gefallen waren.
dpa
Geheimes Treffen in China
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un stellt Bedingungen für atomare Abrüstung
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (links) und Chinas Präsident Xi Jinping geben sich die Hand in Peking.
Foto: Ju Peng, XinHua
Der mysteriöse
Besucher kam mit
einem Sonderzug
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