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S. 6
8. März 2018 -
wirtschaft
NEWS
– Anzeige –
Die Wirtschaftslage in Deutschland ist
gut. Dennoch leiden gerade kleinere
und mittlere Betriebe zunehmend
unter der schlechten Zahlungsmoral
ihrer Kunden. Die CreditreformWirt-
schaftsforschung befragt daher regel-
mäßig mittelständische Unternehmen
nach Zahlungsstörungen. 2017 be-
richteten immerhin fast zehn Prozent
der Befragten von Forderungsverlus-
ten in Höhe von über einem Pro-
zent des Umsatzes. Nur jeder fünfte
Betrieb gab an, dass es keine Forde-
rungsausfälle gegeben hätte. Hoch-
gerechnet auf das Gesamtvolumen
an Forderungen in Deutschland bei
einem angenommenen Umsatz von
etwa sechs Billionen Euro und anteil-
mäßigen Ausfallquoten zwischen 0,1
und mehr als 1,0 Prozent des Umsat-
zes ergeben sich Forderungsverluste
von rund 93 Milliarden Euro pro Jahr.
Diese wurden um die Inkassomaß-
nahmen bereinigt, so dass man laut
Creditreform letztendlich von etwa
60 bis 70 Milliarden Euro Forderungs-
ausfällen in Deutschland ausgehen
könne.
Zahlungsausfälle rechtzeitig
vermeiden
Offene Rechnungen sind immer ein
leidiges Thema. Viele Unternehmen
zögern deshalb Mah-
nungen zu schreiben,
um Kunden nicht zu
verärgern. „Allzu viel
Rücksicht
schadet
aber oft dem eige-
nen Unternehmen“,
warnt Jörg Karl,
Einzelprokurist und
Mitinhaber der Creditreform Rosen-
heim Karl & Kollegen KG. Der Grund:
Durch langes Warten signalisiert der
Betrieb, dass es ihm nicht so eilig ist
mit der Bezahlung. Das nutzt der säu-
mige Kunde oft für
sich und wartet erst
einmal weiter ab.
„Nicht selten kommt
es vor, dass nach der
dritten
Mahnung
von
Kundenseite
dann noch schnell
eine
Mängelrüge
hinterhergeschoben wird, um Zeit zu
gewinnen“, ergänzt Rainer Wagatha,
Prokurist und Mitglied der Geschäfts-
leitung bei der Creditreform Rosen-
heim Karl & Kollegen KG. Zahlungen
zu verschleppen, werde auch bewusst
genutzt, um Liquiditätsprobleme auf
Lieferanten auszulagern. Das Pro-
blem dabei ist: Dieses Verhalten setzt
oft einen Domino-Effekt in Gang.
Bezahlen Kunden ihre Rechnungen
nicht fristgerecht, verringert sich die
Liquidität beim Lieferanten, so dass
dieser wiederum seine eigenen Rech-
nungen oft nicht mehr fristgerecht be-
zahlen kann. Deshalb sollten gerade
mittelständische Unternehmen dem
Thema Mahnwesen eine hohe Be
deutung einräumen. Es gelte daher,
so Karls Fazit, zwar sensibel, aber
dennoch konsequent vorzugehen. I
zwei Creditreform-Seminaren (siehe
Kasten) zeigt Rainer Wagatha, wi
Frühindikatoren richtig genutzt wer
den, damit es gar nicht erst zum For
derungsausfall kommt und wie man
parallel dazu ein optimales Mahnwe
sen aufbaut. Seminargebühren fallen
nicht an.
bb
Vertrauen ist gut, Frühindikatoren kennen
und richtig mahnen besser
Den Weg zur optimalen Bonitätsprüfung und zum richtigen Mahnwesen zeigen zwei Creditreform-Seminare
Der Weg zum optimalen Mahnwesen:
14.03.2018 – 11-15 Uhr
Der Inhalt erstreckt sich von der außergerichtlichen Mahnung
über die Titulierung bis hin zur Zwangsvollstreckung. Sie erfah-
ren, wie maßgeschneiderte Inkasso-Lösungen aus einer Hand
funktionieren und zusätzliche Wirtschaftsdaten eingebunden wer-
den können, um zielgerichtet auf vorhandenes Vermögen Ihrer
Schuldner zuzugreifen und so Ihre Forderungen schnell und ef-
fektiv zu realisieren zu können. Seminarort: Creditreform Rosen-
heim, Oberaustraße 16, 83026 Rosenheim
Bonitätsseminar:
15.03.2018 - 11-14.30 Uhr
Der Creditreform Bonitätsindex ist ein leistungsfähiger Frühwarn-
indikator, der die schnelle Beurteilung der Zahlungsfähigkeit von
Geschäftspartnern ermöglicht. In dem Seminar lernen Sie nicht
nur Bonitäten von Unternehmen richtig einzuschätzen, sondern
erfahren auch, wie der Bewertungsprozess abläuft: Woher kom-
men die Daten? Welche Informationen fließen in die Bonitätsbe-
urteilung ein? Wie ist die eigene Bonität verbesserbar? Seminarort:
Creditreform Rosenheim, Oberaustraße 16, 83026 Rosenheim
Schon jetzt zu notieren:
Zwei weitere Seminare zu den Themen „Bankverhandlungen
richtig führen“ und „Insolvenzanfechtung: Risiken für Lieferanten
und Dienstleister“ folgen am 12.04.2018 (11 bis 14 Uhr) und am
13.06.2018 (9.30 bis 17 Uhr)
Jörg Karl, Einzelprokurist und Mitinhaber der Creditreform Rosenheim Karl & Kollegen KG.
„Rund 93 Milliarden
Euro Forderungsver-
luste pro Jahr“
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