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8. März 2018 -
S. 3
Nach
richten
Chinese neuer Daimler-Großaktionär
Milliardär Li Shufu erwarb 9,7 Prozent der Aktien
Geely-Gründer Li Shufu: Das Firmenimperium des weltweit um-
triebigen Milliardärs ist jetzt größter Einzelaktionär von Daim-
ler.
Foto: dpa
Stuttgart/Peking – Der chinesische Milliardär und Volvo-Eigentümer Li Shufu will
als größter Aktionär von Daimler dem Stuttgarter Konzern langfristig die Treue
halten. Nachdem bekanntgeworden war, dass der Mitgründer des Autobauers
Geely an die Schwelle von rund zehn Prozent der Daimler-Anteile herangekom-
men ist, sicherte Li den Schwaben ein auf Dauer angelegtes Engagement zu. Er
freue sich, „Daimler auf demWeg zu einem der weltweit führenden Anbieter von
Elektromobilität zu begleiten“. Der schillernde Unternehmer, der abgesehen von
der schwedischen Marke Volvo auch beim chinesischen Autobauer Lynx sowie in
verschiedenen Dienstleistungsfirmen aktiv ist, erwarb inzwischen etwa 9,7 Prozent
der Aktien.
Daimler selbst ist bereits eng mit anderen Firmen in China vernetzt. Am
Sonntag kündigte der Konzern seinerseits eine Milliarden-Investition im Reich der Mit-
te an.
dpa/red
Moskau steht am Pranger
Vorwurf: Russland sei Urheber von Cyberattacke
Der Virus „NotPetya“ hatte zunächst Rechner in der Ukraine
befallen.
Foto: Monika Skolimowska/Illustration
Washington – Die USA und Großbritannien haben dem russischen Militär die
Urheberschaft für die berüchtigte Cyberattacke „NotPetya“ vorgeworfen, die im
vergangenen Jahr Milliardenschäden verursacht hat. Auch Australien schloss sich
am Freitag der Kritik an Moskau an. „NotPetya“ sei Teil der ständigen Versuche des
Kreml, die Ukraine zu destabilisieren, lautete es aus demWeißen Haus.
Die Schadsoftware hatte sich über eine Buchhaltungssoftware für Steuerzahlun-
gen in der Ukraine und dann in den Westen und nach Asien ausgebreitet. Dabei
wurden Hunderttausende Computer verschlüsselt und komplett lahmgelegt. Die
Attacke hatte auch wochenlang für Unterbrechungen in der Container-Schifffahrt
gesorgt. Der Kreml wies die Vorwürfe erneut zurück. Unternehmen und private
Computer-Anwender können sich nicht vollständig gegen Cyberattacken schüt-
zen, aber mit regelmäßigen Datensicherungen die Auswirkungen solcher Angriffe
verringern.
dpa/red
Einsatzbereite Panzer fehlen
Kritik an Verteidigungspolitik der Regierung
Ein Schützenpanzer der Bundeswehr vom Typ Marder bei einer
NATO-Übung.
Foto: Tomasz Waszczuk/PAP/Archiv
Berlin – Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hat die Verteidigungspolitik
der Bundesregierung scharf kritisiert. Sie habe es versäumt, auch nur ansatzweise
darauf zu reagieren, dass die Sicherheitslage seit der Annexion der Krim durch Rus
sland sehr viel gefährlicher ist, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses
im Bundestag. Um dem Vorgehen Russlands auf der Krim zu begegnen, hat di
Nato 2014 die sogenannte „Speerspitze“ für rasche Einsätze gegründet – Anfang
2019 wird Deutschland dort eine führende Rolle übernehmen. Laut „Welt“ man
gelt es dem Heer dafür aber derzeit an einsatzbereiten Kampfpanzern. Wie die
Zeitung unter Berufung auf ein vertrauliches Papier des Verteidigungsministeriums
zur materiellen Einsatzbereitschaft berichtet, stehen der für die Aufgabe vorgesehe
nen Panzerlehrbrigade 9 in Munster derzeit nur 9 von 44 vorgesehenen Leopard-
2-Panzern zur Verfügung. Zudem seien von den 14 benötigten Schützenpanzern
des Typs Marder nur drei einsatzfähig.
dpa/red
Gerangel um Atomkoffer
Zwischenfall bei Trumps Besuch in Peking
Der Atomkoffer ist immer in unmittelbarer Nähe des US-Präsi-
denten.
Foto: Michael Reynolds/EPA
Washington – Amerikanische und chinesische Geheimdienstbeamte haben sich
beim Besuch von US-Präsident Donald Trump in Peking ein Gerangel um den
Atomkoffer geliefert. Der Zwischenfall ereignete sich nach Angaben der Nachrich-
ten-Website Axios imNovember, als Trump und sein Gefolge die Große Halle des
Volkes besuchten. Nachdem Trump die Halle betreten hatte, verwehrten chinesi-
sche Sicherheitsbeamte dem US-Offizier mit dem Atomkoffer den Zutritt. Trumps
Stabschef John Kelly sei daraufhin herbeigeeilt und habe den Delegationsmitglie-
dern empfohlen, einfach weiterzugehen. Daraufhin sei es zu Handgreiflichkeiten
gekommen, in deren Verlauf US-Geheimdienstler den Wachmann niederrangen.
Der Leiter des chinesischen Sicherheitsdienstes habe sich später entschuldigt. Der
Atomkoffer ist stets in unmittelbarer Nähe des jeweiligen US-Präsidenten. Mit ihm
kann jederzeit das nukleare Arsenal der USA eingesetzt werden.
red/dpa
Nach Rassismus-Vorwürfen
Essener Tafel reagiert nun auf Kritik
Für den Erhalt von Lebensmittelpaketen benötigen Bedürftige
eine Berechtigungskarte.
Foto: Roland Weihrauch
Jeden Mittwoch, in der Zeit von 8.45 bis 9 Uhr, vergibt die Essener Tafel neue Kun-
denkarten an Bedürftige, die zum regelmäßigen Erhalt von Lebensmittelpaketen
berechtigen. Wie üblich werden in diesem Zeitfenster 50 neue Berechtigungen
vergeben, die für ein Jahr gültig sind. Als der Leiter der Essener Tafel Jörg Sartor am
10. Januar einen vorübergehenden Aufnahmestopp für Bewerber ohne deutschen
Pass verkündete, sorgte das für eine hitzig geführte Kontroverse. Sartor begründete
seine Maßnahme damit, dass viele Flüchtlinge ein unkooperatives Benehmen ge-
zeigt und sich vorgedrängelt hätten. Die Essener Tafel strebt nun eine Neuregelung
bei der Verteilung der Lebensmittel an. Die Stadt Essen und der Vereinsvorstand
beschlossen am Dienstag in einer Krisensitzung die Gründung eines runden Ti-
sches. Dieser soll innerhalb der nächsten zwei Wochen zusammenkommen, um
Lösungsansätze zu beraten.
dpa/red
Grauwal gerettet
Meeressäuger war an Mexikos Küste gestrandet
Der Meeressäuger war in seichtes Wasser geraten und gestran-
det.
Foto: Profepa/NOTIMEX
Puerto Adolfo López Mateos – Geglückte Rettungsaktion für einen gestrandeten
Grauwal: Der an der Küste des mexikanischen Bundesstaates Süd-Niederkaliforni-
en angespülte Meeressäuger konnte nach drei Tagen auf Sand mit steigender Flut
zurück ins Meer manövriert werden.
Das teilte das mexikanische Amt für Umweltschutz (PROFEPA) mit. Helfer hat-
ten den in der Nähe des Küstenortes Puerto Adolfo López Mateos gestrandeten
Grauwal mit Wasser aus Eimern begossen und so dafür gesorgt, dass er nicht aus-
trocknet. Das Tier sei etwa sechs Meter lang und fast 40 Tonnen schwer gewesen,
schrieb die Zeitung „Diário Presente“. Der Meeressäuger war in seichtes Wasser
geraten und gestrandet. Schließlich konnte er mithilfe eines Bootes zu einem in
den Pazifik mündenden Kanal geleitet werden. Von dort aus schwamm der Wal aus
eigener Kraft zurück ins offene Meer.
dpa/red
Demonstration gegen Gaffer
Einsatzkräfte fordern Respekt für ihre Arbeit
Schaulustige behindern die Arbeit von Rettungskräften – und
werden dabei oft verbal und tätlich aggressiv.
Foto: fotolia
Frankfurt/Main – Am 24. Februar demonstrierten Einsatzkräfte von Rettungsdien
sten und Feuerwehr für mehr Respekt und gegen die Behinderung ihrer Arbeit
vonseiten zum Teil sehr aggressiver Schaulustiger. Auch wurde dahingehend appel
liert, die besondere kritische Situation verletzter und hilfebedürftiger Menschen zu
berücksichtigen. Insbesondere seit den Krawallen rund um die Eröffnung der Eu
ropäischen Zentralbank in Hessen habe sich eine regelrechte Behinderungs- un
Aggressivitätskultur gegen Einsatzkräfte etabliert.
Auch handyfilmende Gaffer, die dichter als die Rettungskräfte selbst am Unfallort
sein wollen, behindern die Einsatzkräfte in ihrer Arbeit. So müssen Sanitäter oft in
größeren Gruppen antreten, um überhaupt eine Chance zu haben, zum Unfallort
durchzukommen. Abends und nachts sei zudem eine Schutzbegleitung von Sicher
heitskräften notwendig.
dpa/red
Messe mit Waffen
Glaubensgemeinschaft lässt Gewehre segnen
Kirchenmitglieder halten AR-15-Gewehre bei einer Messe der
Kirche „World Peace and Unification Sanctuary“.
Foto: Jacqueline Larma
Newfoundland – Mitten in der Diskussion über schärfere Gesetze in den USA
haben Mitglieder einer Glaubensgemeinschaft ihre Waffen zu einer Messe mitge-
bracht. Während des Gottesdienstes in einer Kirche in der Kleinstadt Newfound-
land (Pennsylvania) seien sowohl Ehepaare als auch die Waffen gesegnet worden,
berichtete die Zeitung „The Inquirer“. Demnach pilgerten Hunderte Paare in die
Kirche – Dutzende von ihnen mit einem Gewehr vom Typ AR-15, das vor zwei
Wochen beim Schulmassaker in Florida mit 17 Toten benutzt worden war.
Die Organisatoren der Zeremonie – zwei Söhne des selbst ernannten und mittler-
weile verstorbenen „Messias“ Sun Myung Moon – hatten anscheinend ausdrücklich
dazu aufgerufen, Waffen mitzubringen. Der Koreaner hatte in den 50er Jahren eine
Bewegung gegründet, die zeitweise als Vereinigungskirche bekannt war. Sein Sohn
ist in Newfoundland Pastor einer eigenen Glaubensgemeinschaft.
dpa/red
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