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8. Februar 2018 -
S. 5
Nach
richten
Neue PISA-Studie
Benachteiligte Schüler holen deutlich auf
Schüler im Unterricht in Aschaffenburg.
Foto: dpa
Berlin – Sozial benachteiligte Schüler haben laut einer neuen PISA-Studie in
Deutschland deutlich aufgeholt. Nach nur jedem vierten betroffenen Schüler im
Jahr 2006 erzielte 2015 fast jeder dritte dieser Schüler (32,3 Prozent) solide
Leistungen, wie OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher in Berlin sagte. Der
Anteil der gut abschneidenden Schüler mit schwieriger sozialer, wirtschaftlicher
Ausgangslage sei so stark gewachsen wie in kaum einem anderen Land der Or-
ganisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Fast 20
Jahre nach dem PISA-Schock 2001 wegen unterdurchschnittlicher Leistungen
und sozialer Ungerechtigkeit an Deutschlands Schulen lässt das Ergebnis aufhor-
chen. Dennoch bleibt Deutschland bei der Chancengleichheit laut Studie noch
immer unter dem OECD-Schnitt. „Der soziale Hintergrund ist immer noch eine
Barriere“, sagte Schleicher. Positiv hätten mehr Ganztagsschulen und die Zusam-
menführung von Haupt- und Realschulen gewirkt.
dpa/red
Völlige Freiheit nur für Wenige
Nur 2 Prozent der Menschheit leben frei
Der Artikel 5 schützt die Meinungs- und Pressefreiheit in
Deutschland.
Foto: dpa
Berlin – Menschenrechtler, Umweltaktivisten, Feministinnen und Verfechter von
Demokratie können laut einem „Atlas der Zivilgesellschaft“ aktuell nur in 22 von
194 Staaten in Freiheit arbeiten. Zu dieser relativ kleinen Gruppe von Staaten,
in denen man „uneingeschränkt in gesellschaftlicher Freiheit leben“ könne, zählt
Brot für die Welt unter anderem Deutschland, Dänemark und Schweden, die
Schweiz, Portugal, Finnland und Barbados. Das evangelische Hilfswerk hatte den
„Atlas“ gemeinsam mit der Organisation für Bürgerbeteiligung Civicus erstellt und
amMittwoch in Berlin veröffentlicht. Am anderen Ende der Skala - in der Gruppe
der 21 Staaten ohne jeglichen Freiraum für zivilgesellschaftliche Aktivitäten - fin-
den sich China, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Vietnam, der
Iran und Nordkorea. In diesen Staaten sei der zivilgesellschaftliche Raum „kom-
plett geschlossen“, heißt es in dem Bericht. Es herrsche eine „Atmosphäre der
Furcht“. Jegliche Kritik werde schwer bestraft.
dpa/red
24 Mio Dollar für Kühlanlagen
Air Force One kühlt mit modernster Technologie
US-Präsident Donald Trump auf dem Weg zum Weltwirtschafts-
forum in Davos.
Foto: dpa
Washington – Die US-Präsidentenmaschine Air Force One erhält zwei neue
Kühlanlagen - Kostenpunkt 24 Millionen Dollar (19,3 Millionen Euro). Einen
entsprechenden Auftrag vergab die zuständige Luftwaffe an den Flugzeugbauer
Boeing, wie die „Washington Post“ am Wochenende berichtete. Demnach sind
die bisherigen Kühlanlagen an Bord zur Lagerung von Nahrungsmitteln so alt
wie das Flugzeug selber: Die modifizierte Boeing 747 wurde 1990 an die Luft-
waffe ausgeliefert. Trotz regelmäßiger Wartung sei es zunehmend zu Ausfällen
gekommen. In der Vergangenheit hatte Trump über die hohen Kosten für zwei
neue Jumbojets gewettert, die 2015 bei Boeing in Auftrag gegeben wurden und
die derzeitige Präsidentenmaschine ersetzen sollen. „Ich weigere mich, in einem
4,2 Milliarden Dollar teuren Flugzeug zu fliegen“, sagte er der „Washington Post“
zufolge noch im Februar. Nach eigenen Angaben ist es ihm gelungen, die Kosten
herunterzuhandeln - wofür es allerdings keinen Beleg gibt.
dpa/red
Ausstieg Kükentöten steht bevor
Das Schreddern männlicher Vögel hat ein Ende
Das Ende des massenhaften Kükentötens soll noch dieses Jahr
eingeleitet werden.
Foto: dpa
Osnabrück – Das Ende des massenhaften Kükentötens in Brütereien wird
nach Angaben des Zentralverbands der Geflügelwirtschaft noch in diesem
Jahr eingeleitet. „Wir befinden uns mit zwei unterschiedlichen Verfahren
zur frühzeitigen Geschlechtsbestimmung im Ei in der Endphase der Erpro-
bung. Bis Ende des Jahres werden die ersten Maschinen im Einsatz sein“,
sagte Verbandspräsident Friedrich-Otto Ripke der „Neuen Osnabrücker
Zeitung“. Die Bundesregierung hatte beide Technologien mit Steuermitteln
gefördert.
Derzeit werden in Deutschland jährlich bis zu 50 Millionen männliche Kü-
ken unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet, weil sie zum Eierlegen nicht in
Frage kommen. Bei beiden Technologien wird das Geschlecht des Kükens
wenige Tage nach der Befruchtung und weit vor dem Schlüpfen bestimmt.
Eier mit männlichen Tieren werden dann aussortiert.
dpa/red
Mindestlohn wird oft nicht gezahlt
Studie zieht dennoch positives Fazit
Verstöße gegen das Mindestlohngesetz kommen vor allem in
Branchen mit vielen Kleinbetrieben und Minijobs vor.
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Düsseldorf – Betriebe ohne Betriebsrat und Tarifvertrag unterlaufen nach einer
Untersuchung für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung besonders häufig
den Mindestlohn. In solchen Firmen erhielten 18,6 Prozent der Beschäftigten
nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn, teilte das Wirtschafts- und
Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Stiftung mit. Das seien mehr als fünf-
mal so viele wie in Betrieben mit Arbeitnehmervertretung und Tarifvertrag. Dort
habe die Quote der Mindestlohn-Umgehungen 2016 bei 3,2 Prozent gelegen.
Die Studie zieht dennoch ein positives Fazit des 2015 eingeführten Mindestlohns.
Die Bezahlung vieler Geringverdiener habe sich spürbar verbessert. Der Anteil
der Beschäftigten mit einem zusätzlichen Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen sei
von 20 Prozent im Jahr 2014 auf 17 Prozent in 2016 gesunken. Der Mindestlohn
beträgt aktuell 8,84 Euro.
dpa/red
Kein Gerstensaft-“Kini“!
Genderdebatte um Bayerns Bierkönigin
Patrick Karchs Bewerbung um das Amt der Bayerischen Bierkö-
nigin wurde abgelehnt.
Foto: dpa
München – Ein Mann als Bayerische Bierkönigin – wäre das angesichts von Gleich-
berechtigung ein überfälliger Schritt? Der Bayerische Brauerbund hat sich tatsächlich
mehrfach eingehend mit dieser Frage befasst, zuletzt angesichts einer Bewerbung.
Und dann doch verworfen: Bierkönig erinnere zu sehr an Ballermann, die Party-
meile auf Mallorca. Die Krone fürs bayerische Bier tragen weiter Frauen. Der Be-
werber: Patrick Karch. Geboren in Bayern, über 21 Jahre alt und nach eigener
Aussage kontaktfreudig, kommunikativ und begeistert für bayerisches Bier. Damit
erfülle er alle Voraussetzungen des Bayerischen Brauerbunds, sagt der 40-Jährige.
Seine Bewerbung sei auch eine allgemeine Botschaft gegen Diskriminierung von Ge-
schlechtern, Religionen und Nationalitäten. „Nach reiflicher Überlegung und Bewer-
tung aller Argumente» bleibe der Brauerbund jedoch bei der Wahl zur Bayerischen
Bierkönigin“, schriebWalter König, Geschäftsführer des Brauerbundes. Somit bleibt er
der einzige König in Sachen bayerisches Bier.
dpa/red
Zehntausende Pflegebedürftige
Viele sind Opfer mangelhafter Betreuung
Zehntausende Pflegebedürftige werden in Deutschland mangel-
haft betreut.
Foto: dpa
Berlin – Schlecht versorgte Wunden, zu wenig Hilfe beim Essen, unzureichen
de Beatmung: Zehntausende Pflegebedürftige werden in Deutschlands Heime
Opfer mangelhafter Betreuung. In einigen zentralen Bereichen hat sich die Quali
tät der Pflege binnen weniger Jahre sogar verschlechtert, wie ein Qualitätsbericht
der Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK) zeigt. Trotz insgesamt gu
ter Ergebnisse gebe es „Fehlentwicklungen“, sagte Gernot Kiefer vom Vorstand
des Kassen-Spitzenverbands. So bekam rund jeder vierte Bewohner, der eine
Wundversorgung brauchte, diese 2016 nicht ausreichend oder hygienisch un
zulänglich. Drei Jahre zuvor war es nur rund jeder fünfte. Hier gebe es großen
Handlungsbedarf, sagte Kiefer.
Die Pflege-Pläne von Union und SPD, die unte
anderem ein Sofortprogramm für 8000 neue Fachkräfte versprechen, bewertete
Kiefer zurückhaltend. Sie gingen in die richtige Richtung, die Maßnahmen seien aber
nicht unbedingt durchweg sachgerecht.
dpa/red
Deutsche Bahn sucht Mitarbeiter
19.000 Leute sollen eingestellt werden
Großer Bedarf herrscht an Lokführern.
Foto: dpa
Berlin – Die Deutsche Bahn will in diesem Jahr 19.000 neue Beschäftigte einstellen.
„Darunter sind allein über 1.000 Lokführer und Lokführer-Azubis“, sagte der neue
Bahn-Personalvorstand Martin Seiler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. In
der Gesamtzahl enthalten sind 4.000 Auszubildende und dual Studierende. Seiler
begründete die Einstellungsoffensive mit dem Wachstum und digitalen Ausbau des
Konzerns. Zudem gingen viele Mitarbeiter in den nächsten Jahren in den Ruhe-
stand. Besonders gesucht seien Lokführer, Fahrdienstleiter, Elektroniker, Ingenieu-
re, IT-Experten, Leit- und Sicherungstechniker, Servicekräfte oder Gleisbauer.
Bereits länger bekannt ist der Engpass bei Lokführern. Hier bemühen sich die Deut-
sche Bahn und auch ihre privaten Wettbewerber seit geraumer Zeit verstärkt um
Nachwuchs. Trotz erster Erfolge bleibt es eng, und selbstfahrende Züge ohne Per-
sonal im Führerstand sind vorerst noch Zukunftsmusik.
dpa/red
Ölteppiche breiten sich aus
136.000 Tonnen Ölkondensat läuft aus
Jetzt kommt es darauf an, wie viel Öl beim Brand auf dem Tanker «San-
chi» bereits verbrannt war, bevor das Schiff sank.
Foto: dpa
Peking – Nach dem Untergang des Tankers «Sanchi» im Ostchinesischen Meer
könnten die Schäden für die Umwelt größer sein, als zunächst angenommen.
Zwei Ölteppiche, einer 15 Kilometer und der andere 18 Kilometer lang, wur
den in der Nähe der Untergangsstelle entdeckt. Das Kondensat, das aus dem
gesunkenen Tanker austrat, sei giftig für Fische und Seevögel. Wie gravierend die
Schäden tatsächlich ausfallen, hänge davon ab, wie viel des giftigen Stoffes vor
her verbrannte und wie viel ins Meer gelangen konnte. Dies könne jedoch erst
nach weiteren Untersuchungen und Messungen gesagt werden. Nach Angaben
der Umweltschützer hatte das Schiff 136.000 Tonnen Ölkondensat geladen und
1000 Tonnen giftiges Schweröl als Treibstoff an Bord. Kondensat ist ein beson
ders leichtes und wertvolles Erdöl - aus ihm wird beispielsweise Benzin erzeugt.
An Bord waren 30 Seeleute aus dem Iran und 2 aus Bangladesch, für die es lau
iranischem Verkehrsministerium keine Hoffnung mehr gibt.
dpa/red
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