396_08_02_18 - page 4

S. 4
8. Februar 2018 -
Nach
richten
Kapstadt geht das Wasser aus
Angst vor „Stunde Null“ Ende April
Abgestorbene Bäume am in weiten Teilen ausgetrockneten Was-
serspeicher Theewaterskloof bei Kapstadt.
Foto: dpa
Kapstadt – Kapstadt geht wegen der schlimmsten Dürre seit Jahrhunderten das
Wasser aus. Wenn es nicht bald regnet, droht Ende April die „Stunde Null“, in
der die Stadt in Südafrika das Wasser abstellen muss. Dann müssten sich die rund
4,5 Millionen Einwohner ihr Wasser unter Aufsicht von Militär und Polizei an 200
Verteilungspunkten abholen. Täglich würde es dann in einer der entwickeltesten
Städte Afrikas nur noch 25 Liter Wasser pro Person geben - das von der Weltge-
sundheitsorganisation (WHO) empfohlene Minimum zur Aufrechterhaltung von
Gesundheit und Hygiene. „Wir versuchen alles, um die „Stunde Null“ zu verhin-
dern ... doch dafür müssen wir unsere Beziehung zuWasser grundsätzlich ändern“,
warnt Kapstadts Bürgermeisterin Patricia de Lille. Schon seit Wochen dürfen Ein-
wohner im Schnitt nur noch 87 Liter Wasser pro Tag verbrauchen - und das zum
Trinken, Waschen, Kochen, Putzen und Klospülen. Zum Vergleich: In Deutschland
werden pro Person mehr als 120 Liter Wasser pro Tag verbraucht.
dpa/red
Deutsche zum Tode verurteilt
IS-Anhängerin soll in Bagdad gehängt werden
Die irakische Fahne über dem Präsidentenpalast in Bagdad.
Foto: dpa
Bagdad/Berlin – Eine deutsche Staatsangehörige ist im Irak wegen Zugehörigkeit
zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zum Tode verurteilt worden. Die Frau mit
marokkanischen Wurzeln war der Stellungnahme eines Gerichts in der Hauptstadt
Bagdad zufolge von Deutschland aus nach Syrien und später in den Irak gereist, um
sich der Terrororganisation anzuschließen. Zudem habe sie ihre beiden Töchter in
die Region mitgebracht und mit IS-Kämpfern verheiratet. Die Verurteilte habe dem
IS bei seinen Taten geholfen und sei an einem Angriff auf irakische Sicherheitskräfte
beteiligt gewesen, hieß es am Sonntag in der Mitteilung von Sprecher Abdul Sattar
Beirakdar. DemGericht zufolge soll die Dschihadistin in Übereinstimmung mit dem
irakischen Anti-Terror-Gesetz gehängt werden. Das Urteil kann aber noch ange-
fochten werden. LindaW. hatte mehrfach beteuert, sie habe nie eineWaffe berührt
und sich nur um den Haushalt sowie die Kinder anderer Frauen gekümmert.
dpa/red
Mikroplastik im Abwasser
Auswirkungen auf die Umwelt sind groß
Mikroplastik ist ein Problem, das die Abwasserentsorger künftig
mehr beschäftigen wird.
Foto: dpa
München – Sie sind winzig: Mikroplastikteile. Doch ihre Auswirkungen auf die Um
welt sind Naturschützern zufolge groß. Gelangen sie ins Abwasser, werden sie in
den Kläranlagen nicht immer herausgefiltert. Wissenschaftler arbeiten deswegen
mit Unternehmen an neuen Lösungen - und rechnen mit hohen Kosten. „Mi
kroplastik ist ein Problem, das die Abwasserentsorger künftig mehr beschäftigen
wird“, sagt Johannes Lohaus, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Vereinigung für
Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA). Denn mehr als 90.000 Tonnen Mi
kroplastik landen Schätzungen zufolge in Deutschland jährlich in der Umwelt - und
früher oder später im Abwasser. Mit 50.000 Tonnen entsteht ein großer Teil davon
nach Einschätzung des Umweltbundesamts durch das achtlose Wegwerfen von
Verpackungen oder Flaschen in die Umwelt - diese zerfallen mit der Zeit in kleine
Teilchen. Rund 43.000 weitere Tonnen entstehen pro Jahr durch Reifenabrieb auf
den Straßen, wie die Bundesanstalt für Straßenwesen informiert.
dpa/red
Anstieg der Flugpassagiere
Gewaltige Steigerung um 7,1% auf 4,1 Milliarden
Billigfluglinien befördern alleine 1,2 Milliarden Passagiere.
Foto: dpa
Montéal – Wie die UN-Luftfahrtorganisation ICAO mitteilte, ist die Zahl der von
Fluggesellschaften weltweit beförderten Passagiere im Vergleich zu 2016 um 7,1
Prozent angestiegen. Verantwortlich dafür seien vor allem die Billigfluglinien, die im
letzten Jahr allein geschätzte 1,2 Milliarden Passagiere beförderten. Die zurückge-
legten Flugkilometer aller Passagiere stieg um 8 Prozent. Bis zum Jahr 2036 sollen
Prognosen zufolge weltweit etwa 7,8 Milliarden Flugpassagiere gezählt werden.
Damit würde sich die Anzahl nahezu verdoppeln. Mit rund 12 Prozent Anteil am
verkehrsbedingten Kohlendioxid-Ausstoß ist der Flugverkehr keine kleine Nummer
und dennoch von jeglicher Energiesteuer befreit. Auch im Kyoto-Protokoll von
1997 wurde der Flugverkehr nicht aufgenommen und auch im Klima-Abkommen
von Paris ist er außen vor.
red
Arme Bayern sterben früher
Die Münchner leben am längsten
Die kleine Münchnerin hat eine lange Lebenserwartung.
Foto: dpa
München – Die Münchner haben im Schnitt die höchste Lebenserwartung in Bay-
ern. Bei neugeborenen Frauen liegt sie in der Landeshauptstadt laut einer aktuellen
Studie im Auftrag der SPD-Landtagsfraktion bei 84,4 Jahren, Männer kommen auf
80,6 Jahre. Die Plätze zwei und drei bei den Frauen belegen Ingolstadt (83,6 Jahre)
und Augsburg (83,5 Jahre). Bei den Männern folgen das bayerische Oberland und
Ingolstadt (je 79,3 Jahre). Die Lebenserwartung in Bayern liegt im Durchschnitt
bei 83,5 Jahren bei den Frauen und 78,9 Jahren bei den Männern. Die Studie des
Soziologen Christian Janßen von der Hochschule München stellt die Lebenserwar-
tung zudem in einen direkten Kontext mit dem Durchschnittseinkommen in den
jeweiligen Regionen. Hier ist München ebenfalls mit 2163,40 Euro pro Einwohner
Spitzenreiter.
Generell sei festzustellen, dass das schon lange bestehende Nord-Süd-
Gefälle in den vergangenen zehn Jahren weiter zugenommen habe.
dpa/red
Bio-Eier: Zehntausende Legehennen
Entscheidend ist Platz und Auslauf
Nach Angaben des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft
ist derzeit etwa jedes zehnte Ei ein Bio-Ei.
Foto: dpa
Schwerin/Berlin – Ist das Bio, wenn ein Betrieb 6.000, 15.000 oder 30.000 Lege-
hennen hält? Die Branche sagt: Ja. Mit kleinen Hühnerhöfen wäre die Nachfrage
nach Bio-Eiern schon lange nicht mehr zu befriedigen. Nach Angaben des Bundes
Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) ist derzeit etwa jedes zehnte Ei ein
Bio-Ei. Und Bio biete den Tieren bessere Lebensbedingungen. Entscheidend sei
nicht die Größe eines Betriebes, sondern dass Bio-Betriebe den Hennen 50 Pro-
zent mehr Platz im Stall und im Auslauf bieten als die konventionelle Freilandhal-
tung, erläutert BÖLW-Geschäftsführer Peter Röhrig. Selbstverständlich bekämen
die Hühner nur Bio-Futter und der Medikamenteneinsatz sei begrenzt. Die EU-
Öko-Verordnung erlaubt maximal 3000 Legehennen pro Stall. Wenn ein Betrieb
mehrere 3000er Ställe hat, ist das Röhrig zufolge in Ordnung, sofern der Auslauf
stimmt und die Hennen die gesamte Fläche nutzen können.
dpa/red
„America first“ bei Siemens-Chef
Wo bleibt die gesellschaftliche Verantwortung?
Joe Kaeser soll für seine umstrittene Entscheidung Verantwor-
tung übernehmen.
Foto: dpa
Siemens plant, weltweit rund 6.900 Stellen zu streichen, davon die Hälfte in
Deutschland. Die Schließung von Werken wurde angekündigt, darunter der
Standort Görlitz. Und das, obwohl die Geschäftszahlen von 2017 zeigen, dass
der Konzern damit sein zweites Rekordjahr schreiben konnte. Der Gewinn stieg
um satte elf Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Bei seinem Abendessen mit US-
Präsident Donald Trump in Davos beglückwünschte Joe Kaeser diesen zu seiner
neuen Steuerreform und erklärte, dass Siemens sich entschieden hätte, eine
neue Generation von Gasturbinen in den USA zu entwickeln. In der Hauptver
sammlung wurde er dafür von mehreren Aktionärsvertretern kritisiert. Daniela
Bergdold von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz kritisierte
ihn mit den Worten: „Ich möchte Sie gerne in die Verantwortung nehmen: Su
chen Sie eine andere Lösung!“
dpa/red
Starke Nachfrage nach Cannabis
Mehr als 13.000 Anträge bei Kassen eingegangen
Cannabis als Medizin in verschiedenen Darreichungsformen -
gesehen in einer Klinik in Tel Aviv.
Foto: dpa
Berlin – Zehn Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes für Cannabis auf Rezept
haben mehr als 13.000 Versicherte einen Antrag dafür gestellt. Das geht aus Zahlen
der größten Krankenkassen hervor, unter denen die „Rheinische Post“ eine Um-
frage dazu gemacht hatte. Allein die Allgemeinen Ortskrankenkassen hätten bisher
mehr als 7.600 Anträge zur Verordnung von medizinischem Cannabis erhalten,
wie eine AOK-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur sagte. Immer wieder be-
antragten aber auch Patienten Cannabis auf Rezept, obwohl sie keine Erkrankungen
im Sinne des Gesetzes hätten. „Mitunter sind das Fälle von Bandscheibenvorfällen,
die bislang nur mit Wärmetherapie behandelt wurden.“ Cannabis auf Rezept be-
kommen etwa Patienten mit schweren chronischen Schmerzen, einzelne konkrete
Krankheiten führt das Gesetz vom März 2017 nicht auf. Cannabis sei aber kein
Allheilmittel.
dpa/red
Zigaretten werden teurer
Kleinere Packungen bei gleichem Preis
Der Zigarettenriese Philip Morris verkleinert die Packungen.
Foto: dpa
München – Viele Raucher in Deutschland müssen ab März mehr für ihre Ziga
retten bezahlen: Der Zigarettenriese Philip Morris teilte den Händlern nun mit,
dass die Preise erhöht oder die Packungen verkleinert würden. So werde etwa die
Packung Marlboro im Automatenverkauf künftig 22 statt 23 Zigaretten enthalten,
aber weiterhin 7 Euro kosten. Auch bei den Marken L&M und Chesterfield würden
die Packungen teurer oder enthielten weniger Zigaretten. Philip Morris in Gräfelfing
bei München wollte sich aus Wettbewerbsgründen nicht äußern, aber Händler
bestätigten den Eingang der entsprechenden Ankündigung. Philip Morris ist nach
Angaben des Deutschen Zigarettenverbands klar die Nummer eins in Deutschland
mit annähernd 37 Prozent Marktanteil, gefolgt von Reemtsma mit 25 und BAT mit
19 Prozent. Die Zigarettenindustrie habe im vergangenen Jahr in Deutschland 21,
Milliarden Euro umgesetzt.
dpa/red
1,2,3 5,6,7,8,9,10,11,12,13,14,...16
Powered by FlippingBook