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11. Januar 2018 -
Nach
richten
Glyphosat-Ausstieg
Sechs Staaten fordern Plan von EU
Glyphosatrisiken sollen durch Ausstiegs-Plan begrenzt werden.
Foto: fotolia
Berlin/Brüssel – Umwelt- und Agrarminister aus Frankreich und fünf anderen EU-
Staaten fordern von der EU-Kommission einen Plan zum Ausstieg aus der Nutzung
des umstrittenen Unkrautgifts Glyphosat. Begleitend zu der Ende November be-
schlossenen Verlängerung der Zulassung von Glyphosat um fünf Jahre sollten die
Risiken begrenzt werden, heißt es in einem auf den 19. Dezember datierten Brief
der Minister aus Frankreich, Griechenland, Slowenien, Luxemburg, Belgien und
Malta, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Kommission solle einen
„Ausstiegs-Plan“ entwickeln und neue Studien zu Risiken und Alternativen anregen.
Deutschland hatte der Zulassung des in der Landwirtschaft und in Privathaushal-
ten weit verbreiteten Herbizids auf Geheiß von Agrarminister Christian Schmidt
(CSU) in Brüssel zugestimmt, obwohl Hendricks dagegen war. Glyphosat steht im
Verdacht, Krebs auszulösen. Umweltschützer fürchten zudem negative Folgen für
Tier- und Pflanzenwelt.
dpa/red
Haft für früheren SS-Mann
96-Jähriger wegen Beihilfe zum Mord verurteilt
Der „Buchhalter von Auschwitz“ muss in Kürze ins Gefängnis.
Foto: fotolia
Hannover/Karlsruhe – Der im Lüneburger Auschwitz-Prozess im Juli 2015 we-
gen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen verurteilte frühere SS-Mann Oskar
Gröning – von Journalisten auch „Buchhalter von Auschwitz“ genannt – soll in
Kürze seine Haftstrafe antreten. Gröning hatte eingeräumt, als Freiwilliger bei
der Waffen-SS im Konzentrations- und Vernichtungslager Geld aus dem Ge-
päck der Inhaftierten gezählt und weitergeleitet zu haben. Das Bundesverfas-
sungsgericht teilte mit, dass aufgrund der Schwere der Taten der Durchsetzung
des staatlichen Strafanspruchs eine besondere Gewichtung beigemessen wird.
In Niedersachsen habe man ein Gefängnis gefunden, in dem auch ältere und
gebrechliche Gefangene gepflegt werden können. Das Gericht führte weiter
aus, dass schwere Gesundheitsgefahren und Beeinträchtigungen beim Verur-
teilten nicht zu erkennen seien und die Haft zügig angetreten werden soll.
red
Fünf Millionen für die Polizei
Innenminister Herrmann will Überstunden auszahlen
Aktuelle Bedrohungslage zwingt die Polizei zu Überstunden.
Foto: Archiv
Nürnberg – Rund zwei Millionen Überstunden haben sich in den vergangene
Jahren bei der bayerischen Polizei angesammelt. Beim Polizeipräsidium Mittelfran
ken kamen im Schnitt auf einen Beamten 60 Überstunden. Innenminister Joachi
Herrmann (CSU) sagte in Nürnberg, dass es an der „extremen Arbeitsbelastung
der Beamten“ liege. Seit dem G7-Gipfel im Juni 2015 auf Schloss Elmau seien
die Überstunden leider auf konstant hohem Niveau. Durch Auszahlungen von
Überstunden an die Polizisten erwartet Herrmann eine deutliche Senkung. Fünf
Millionen Euro will der Minister dafür bereitstellen. Außerdem will Herrmann, dass
die Grenzkontrollen an den Flughäfen Nürnberg und Memmingen zukünftig die
Bundespolizei übernimmt. Mitte 2018 werden in Bayern nur 58 neue Stellen ge
schaffen. Nach Ansicht sicherheitspolitischer Experten reicht das aber nicht aus, u
im Kontext der aktuellen Bedrohungslage ausreichend Entlastung zu erfahren.
red
Russische U-Boote im Nordatlantik
Wichtige internationale Datenkabel von Interesse
Ein Seekabel vor der Verlegung: Täglich werden darüber Han-
delsgeschäfte in Billionenhöhe abgeschlossen.
Foto: Stefan Sauer
Washington/Brüssel – Die Nato ist besorgt über zunehmende Aktivitäten russi-
scher U-Boote im Mittelmeer und Atlantik. „Russland hat massiv in seine Marine
investiert, insbesondere in U-Boote“, sagte der Generalsekretär des westlichen
Bündnisses, Jens Stoltenberg. Die russischen Aktivitäten in diesem Bereich sei-
en jetzt auf dem höchsten Niveau seit dem Kalten Krieg, so Stoltenberg. Der
„Washington Post“ zufolge, halten sich russische U-Boote immer häufiger in der
Nähe wichtiger Datenkabel im Nordatlantik auf. Diese stellten den Internetver-
kehr und andere Kommunikationsverbindungen nach Europa und Nordamerika
sicher, berichtete die Zeitung. Über diese Kanäle würden auch täglich Handels-
geschäfte im Umfang von Billionen Dollar abgewickelt. Wenn es gelänge, diese
Verbindungen zu kappen, hätte das immense Folgen für die globale Wirtschaft.
Würden die Kabel angezapft, könnten sie Moskau wertvolle Einblicke in den
internationalen Internetverkehr geben.
dpa/red
Kinderärzte gegen Alterstest
Altersbestimmung von Flüchtlingen medizinisch schwierig
Über die radiologische Untersuchung des Handwurzelknochens
lässt sich das Alter eines Menschen bestimmen.
Foto: Felix Kästle
Berlin – Kinder- und Jugendärzte stemmen sich gegen Forderungen aus der Politik,
Altersangaben minderjähriger Flüchtlinge obligatorisch zu überprüfen. „Ein solches
Vorgehen ist medizinisch schwierig und organisatorisch kaum zu bewältigen“, sagte
der Präsident des Verbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach.
Bei der Röntgenuntersuchung von Handknochen sei ein entwicklungsabhängi-
ger Korridor von plus/minus etwa zwei Jahren zu berücksichtigen. In Grenzfällen
müsse zur Klärung der Frage der Volljährigkeit zur radiologischen Diagnostik eine
entwicklungspsychologische Einschätzung erfolgen, gegebenenfalls unter Heranzie-
hung eines Dolmetschers.
„Als niedergelassene Ärzte sind wir froh, wenn wir unsere regulären Patienten ver-
sorgt bekommen“, verwies Fischbach auf den damit verbundenen Aufwand.
dpa/red
Vorwürfe gegen „Trump-family“
Trump: „Bannon hat den Verstand verloren“
Bannon wirft Trump´s Sohn und Schwiegersohn vor, Amerika
verraten zu haben.
Foto: Evan Vucci
Washington – US-Präsident Donald Trump geht gegen seinen ehemaligen Chef
strategen und Wahlkampfleiter Stephen Bannon vor. Nach schweren Vorwürfen
Bannons gegen Familienmitglieder von Trump, kündigte der Präsident rechtliche
Schritte gegen seinen einstigen Vertrauten an. Auslöser ist ein Buch, in dem Bannon
ein Treffen von Trump-Sohn Donald und Schwiegersohn Jared Kushner mit einer
russischen Anwältin im Wahlkampf 2016 als „Verrat, unpatriotisch und üblen Mist“
wertet. Trumps Anwälte verlangen eine Unterlassungserklärung. Bannons Kom
munikation mit dem Autor Michael Wolff „gibt Anlass zu zahlreichen Rechtsansprü
chen, darunter auf Rufschädigung durch Verleumdung und Beleidigung“, zitierte der
US-Nachrichtensender CNN Trumps Anwalt Charles Harder.
„Steve Bannon ha
nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft zu tun. Als er gefeuert wurde, hat er nicht
nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand“, hieß es in einer Erklärung
Trumps.
dpa/red
Schwacher Lohnanstieg für Azubis
Durchschnittliche Erhöhung nur 2,6 Prozent
Die durchschnittliche Bezahlung für Azubis erhöhte sich nur auf
876 Euro pro Monat.
Foto: Martin Schutt
Bonn – Obwohl Firmen händeringend nach Nachwuchskräften suchen und die
Konjunktur brummt, sind die Azubi-Vergütungen in Deutschland 2017 überra-
schend schwach gestiegen. Die durchschnittliche Bezahlung erhöhte sich nur um
2,6 Prozent auf 876 Euro pro Monat, hieß es in einer publizierten Studie des Bun-
desinstituts für Berufsbildung (BiBB). Damit fiel der Anstieg deutlich schwächer aus
als zuvor. Im Zeitraum 2012 bis 2016 lag das Plus den Angaben zufolge noch bei
3,4 bis 4,5 Prozent pro Jahr.
Die Spanne bei der Bezahlung ist groß: Maurer-Lehrlin-
ge schnitten mit monatlich 1095 Euro im gesamtdeutschen Schnitt sehr gut ab, auch
Azubis unter den Mechatronikern (1043 Euro) und Versicherungskaufleuten (1028
Euro) konnten sich nicht beklagen. Lehrlinge bei Bäckern (637 Euro), Floristen (617
Euro) und Schornsteinfegern (518 Euro) mussten hingegen mit viel weniger Geld
auskommen.
dpa/red
Schadenrekorde in 2017
Versicherungen: Teuerstes Jahr in der Geschichte
Kein Beweis für Klimawandel?
Foto: Chris O´meara
München – Für die Versicherungen war 2017 das teuerste Jahr der Geschichte:
Hurrikans und andere Naturkatastrophen kosteten die Branche weltweit rund 135
Milliarden Dollar, mehr als je zuvor. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die die
Münchner Rück veröffentlichte. Hauptursache war die Serie schwerer Wirbelstürme,
die im vergangenen Herbst die Karibik und die US-Ostküste traf. Die Klima-Fach
leute des weltgrößten Rückversicherers sehen in den Daten der Naturkatastrophen
der vergangenen Jahrzehnte zwar keinen Beweis, aber doch starke Indizien für die
Auswirkungen des Klimawandels. Ungewöhnlich hohe Naturkatastrophenschäden
häufen sich. In den historischen Aufzeichnungen der Münchner Rück gibt es nur dre
Jahre, in denen die versicherten Schäden inflationsbereinigt mit über 100 Milliarden
Dollar zu Buche schlugen - und diese sämtlich innerhalb der vergangenen 13 Jahre.
dpa/red
Entsorgung der Weihnachtsbäume
Wenn auch kein Leckerbissen – gefressen wird trotzdem
Rund 150 nicht verkaufte Weihnachtsbäume werden im Stutt-
garter Zoo als Futter verwendet.
Foto: Sebastian Gollnow
Stuttgart – Zum geschmückten Weihnachtsbaum haben sie es nicht gebracht - im
Stuttgarter Zoo Wilhelma kommen ungeliebte Tannenbäume aber noch als Tier-
futter zu Ehren. Rund 150 übrig gebliebene Nadelbäume werden im Zoologisch-
Botanischen Garten derzeit an die Tiere verfüttert oder als Dekoration in den Ge-
hegen aufgestellt.
„Das sind Bäume, von denen wir wissen: Da hat noch keine Kerze draufge-
standen und kein Lametta drangehangen“, sagte der Wilhelma-Sprecher. Die
Tannen würden unter anderem als Futter genutzt - beispielsweise für Elefanten.
„Das ist zwar kein ganz großer Leckerbissen, sie fressen es aber doch.“ Zudem
sei das Zerlegen der Tanne eine gute Beschäftigung für die Dickhäuter. „Ande-
re Tiere wie Raubkatzen finden den Geruch spannend“, erklärte der Sprecher.
Die letzte Variante sei die als Dekoration - etwa in den Volieren der Vögel.
dpa/red
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