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NEWS
wirtschaft
30. November 2017 -
S. 7
Engagement für Berufsausbildung
Rosenheim – Jedes Jahr engagieren sich in ganz Oberbayern über
10.000 ehrenamtliche Prüfer in rund 3.800 Ausschüssen bei den IHK-
Prüfungen für Azubis, Meister und Fachwirte. Im Stadt und Landkreis
Rosenheim sind es derzeit rund 630 aktive Ehrenamtliche. In einer
Feierstunde im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim würdigte
die IHK für München und Oberbayern nun den Einsatz von 75 lang-
jährigen Prüfern aus der Region. Für ihr zehnjähriges Engagement
erhielten 48 von ihnen die Anstecknadel in Silber von Andreas Ben-
segger, dem Vorsitzenden des IHK-Regionalausschusses Rosenheim.
Die goldene Anstecknadel für die zwanzigjährige Tätigkeit sowie eine
Kristallglassäule erhielten 27 Teilnehmer.
red
IHK ehrt 75 aktive Prüfer aus der Region Rosenheim
Andreas Bensegger (links), Vorsitzender des IHK-Regionalaus-
schusses Rosenheim, mit den geehrten Prüfern.
Foto: IHK/Stefan Trux
Wechsel im MEGGLE-Vorstand
Wasserburg – Die Nachfolgeregelung bei der MEGGLE AG greift:
Reinhold Schlensok (55), der seit August als Stellvertreter agierte, wird
mit sofortiger Wirkung neuer Vorstandsvorsitzender. Damit leitet die
Wasserburger Molkerei die geplante Verjüngung und Modernisierung
ein. Reinhold Schlensok übernimmt die Mandate der beiden bisheri-
gen Vorstandskollegen Drs. Sil H. van der Ploeg MBA und Christian
Sedlatschek, die das Unternehmen mit seiner Berufung zum Vorsit-
zenden verlassen haben. Schlensok war Mitte August als stellvertre-
tender Vorsitzender in den Vorstand eingetreten. In den vergangenen
Monaten lernte er sämtliche Abteilungen der MEGGLE-Gruppe ken-
nen und konnte sich in seine neuen Aufgaben einarbeiten.
red
Reinhold Schlensok übernimmt Vorstandsvorsitz
Reinhold Schlensok ist neuer Vorstandsvorsitzender bei
MEGGLE.
Foto: red
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Die gute Seele im Bistro
Heide Z. steht im Bistro des Pflegezentrums PUR VITAL in Oberaudorf ihre Frau. Dabei
führte sie ein ganz besonderer Lebenslauf dorthin.
„Es ist toll, Gästen Limonade, Kaffee
und Kuchen zu servieren, mit ihnen
zu spielen und zu ratschen“, sagt Hei-
de Z. Sie hat mit ihrer Stelle als Hel-
ferin im Hauscafé „Jungbrunnen“ im
Pflegezentrum PUR VITAL in Oberau-
dorf mit ihrem Beruf gleichzeitig eine
Berufung gefunden. Die 52-Jährige,
die eine körperliche Beeinträchtigung
sowie ein eingeschränktes Sehvermö-
gen hat, tritt an den „Stammtisch“, öff-
net eine Flasche Limonade und sagt zu
dem Gast „Bitteschön, junger Mann“,
während sie mit der einen Hand die
Orangenlimonade eingießt und mit
der anderen Hand die Pfandflaschen
einsammelt, die der „junge Herr“
aus seinem Zimmer mitgebracht hat.
Heide Z. profitiert bei der Arbeit von
ihrer vielseitigen Berufserfahrung als
Hilfskraft im Hotel- und Gaststätten-
gewerbe sowie als Hauswirtschafterin
und der Ausbildung zur Betreuungsas-
sistentin. Freundliches Bedienen zählt
bei ihrer Tätigkeit ebenso zu ihren
Aufgaben wie kleine Reinigungsarbei-
ten und – wenn im Café einmal nicht
so viel los ist – Ratschen oder Ge-
sellschaftsspiele mit den Gästen. „Ich
mache aber noch mehr, gehe mit den
Bewohnern einmal im Monat zum
Seniorennachmittag ins Pfarrheim ge-
genüber oder helfe bei Festen, wie
der Weihnachtsfeier und begleite die
pflegebedürftigen Bewohner. Oder
Geburtstagsfeiern – da rede ich vor-
her mit den Heimbewohnern und
ihren Verwandten darüber, was es
zum Essen geben soll, wie die Tische
hergerichtet und der Raum dekoriert
werden sollen“, erzählt Z. glücklich.
Hanna Zenker, die Hausleiterin im
Pflegezentrum PUR VITAL, ist von
Heide Z.´s Arbeit begeistert: „Im
Laufe der Zeit ist in unserem Bistro
ein Stammtisch entstanden, der je-
den Nachmittag von sechs bis fünf-
zehn Gästen – Bewohner, Menschen
aus dem betreuten Wohnen, Besu-
cher – genutzt wird. Sie alle haben
die volle Aufmerksamkeit verdient
und es fiel uns natürlich schwer, dies
neben unserer Arbeit in der Verwal-
tung zu gewährleisten. Frau Z. ist ein
Segen, wie sie sich um unsere Gäste
kümmert und immer ein offenes Ohr
hat“, schwärmt Zenker. „Da schaue
ich gerne, ob bei der Arbeit von Hei-
de alles klappt, habe die Geduld ihr
einige Dinge zwei- bis dreimal zu er-
klären, oder ihr zu helfen, die Post zu
verstehen, die sie bekommt.“
Den Kontakt zu dem Arbeitgeber
hat Christina Herzog, Beauftragte für
Chancengleichheit am Arbeitsmarkt
(BCA) beim Jobcenter Landkreis Ro-
senheim, hergestellt. „Ich habe wegen
einer anderen Sache mit Frau Zenker
telefoniert, dann sind wir auf das The-
ma Bistro von PUR VITAL gekom-
men und dann fiel mir gleich Heide Z.
ein“, erzählt Herzog, und schwärmt:
„Die Stelle passt wirklich perfekt zu
Heide, denn sie wollte schon immer
eine Arbeit haben, die auch etwas mit
der Betreuung von Menschen zu tun
hat.“
Heide Z. ist seit dem 1. August 2017
beim Pflegezentrum PUR VITAL an-
gestellt. Zuvor hat sie – neben ihrer
Tätigkeit imHotel- und Gaststättenge-
werbe – einige Programme zur Akti-
vierung und beruflichen Eingliederung
von Menschen mit gesundheitlichen
Einschränkungen durchlaufen, die
unter anderem Bewerbungstraining
und vielseitige praktische Arbeiten in
einer Übungswerkstatt beinhalteten.
„Meine Kollegen und ich versuchen
Menschen wie Frau Z. bestmöglich
bei der Stellensuche zu unterstützen.
Wir reden darüber, welche Beschäf-
tigungen bei der bei ihnen vorlie-
genden körperlichen, geistigen oder
psychischen Beeinträchtigung möglich
sind, schauen mit ihnen nach Stellen-
angeboten und eventuell erforder-
lichen Qualifizierungsmaßnahmen,“
erklärt Herzog, und fügt hinzu: „Es
gibt vielseitige Förderprogramme. In-
teressierte Arbeitnehmer können sich
gerne unter der kostenlosen Service-
nummer 0800 4 5555 00 und Unter-
nehmen unter der ebenfalls gebüh-
renfreien Hotline 0800 4 5555 20 bei
der Agentur für Arbeit melden. Wir
versuchen für jeden eine individuelle
Lösung zu finden.“
Heide Z. hat ihre individuelle Traum-
lösung in Sachen Beruf bereits gefun-
den, und auch Hausleitung Hanna
Zenker hofft, dass das Beschäftigungs-
verhältnis lange anhält: „Unsere Gäste
freuen sich über die Aufmerksamkeit
und darüber, dass Frau Z. stets ein
offenes Ohr hat und ich persönlich
freue mich sehr darüber wie sie bei
ihrer Arbeit aufblüht. Und auch Her-
zog betont: „Sie sehen super aus,
Heide, und machen Ihre Arbeit toll,
weiter so!“
red
Heide Z. (links) reicht Hausleiterin Hanna Zenker einen Kaffee. Beide arbeiten gerne zusammen.
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