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2. November
2017 -
S. 5
wirtschaft
NEWS
Rosenheim – Nicht mehr wegzudenken aus der Bahnhofstrasse und vom Salinplatz ist seit Jahrzehnten die Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG. Anfang 2019 soll die Hauptgeschäftsstelle der regionalen Genossenschaftsbank
in der Bahnhofstraße 5 (linkes Bild) vollständig zurückgebaut werden. Bei der Neugestaltung wird besonders auf die innerstädtische Lage und auf die Höhe der Umgebungsbebauung Rücksicht genommen. Auf dem Grundstück soll durch
eine energie- und umweltbewusste Bauweise ein sechsstöckiges Büro- und Geschäftshaus mit Mietwohnungen und einer großzügigen Tiefgarage entstehen. Das Konzept sieht vor, dass in den ersten drei Geschossen eine Kombination
aus Einzelhandel und Dienstleistungen entstehen soll sowie in den weiteren Etagen moderne Wohneinheiten. Eine Visualisierung dazu ist im rechten Bild zu sehen.
Für die Mitglieder und Kunden bleibt die bisherige Präsenz in der Innenstadt von Rosenheim bestehen. „Wir möchten ein kompetentes und ansprechendes Zentrum für unsere Bankdienstleistungen bieten“ so Dr. Mario Voit, Mitglied des
Vorstands der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG.
red/Fotos: Schleburg Generalplanung
Neues Gebäude der Genossenschaftsbank
Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG plant in der Rosenheimer Bahnhofstraße
Brüssel – Trotz des bitteren
Streits mit der Türkei hat sich
Bundeskanzlerin Angela Merkel
klar zum Flüchtlingspakt mit
Ankara bekannt und will dafür
auch weitere EU-Milliarden ins
Land fließen lassen.
„Hier leistet die Türkei Herausragen-
des“, sagte die CDU-Chefin beim
EU-Gipfel in Brüssel. Nach der Rou-
te zwischen der Türkei und Grie-
chenland will die EU nun auch den
Flüchtlingsweg von Afrika nach Italien
abschotten und dabei eng mit Libyen
zusammenarbeiten.
Die Türkeipolitik wurde auf Merkels
Wunsch in der Runde der 28 Staats-
und Regierungschefs besprochen.
Schon bei der Ankunft in Brüssel
erinnerte die Kanzlerin an die Ver-
haftung mehrerer Deutscher in der
Türkei und nannte die demokratische
Entwicklung des Landes sehr negativ.
„Wir haben hier sehr große Sorgen“,
sagte sie.
Doch gibt es im Kreis der EU-Länder
kaum Unterstützung für einen Bruch,
auch weil der Flüchtlingspakt mit An-
kara nicht gefährdet werden soll. Die-
ser hat seit Anfang 2016 dazu geführt,
dass viel weniger Menschen aus der
Türkei nach Griechenland kommen.
Merkel akzeptiert zwar, dass weiter
Geld zur Versorgung von Flüchtlingen
in die Türkei fließt – drei Milliarden
Euro sind schon verplant, drei weitere
sollen folgen. Doch strebt die Kanzle-
rin nun zumindest eine Kürzung jener
Zahlungen an, die die Türkei für eine
etwaige EU-Mitgliedschaft fit machen
sollen. Diese Vorbeitrittshilfen sind auf
4,45 Milliarden Euro bis 2020 veran-
schlagt; 368 Millionen davon sind bis-
her vertraglich gebunden.
Erste Beschlüsse beim Gipfel drehten
sich aber um andere Themen. So
warnten die Staats- und Regierungs-
chefs die USA vor einem Ausstieg aus
dem Atomabkommen mit dem Iran,
das Präsident Donald Trump zuletzt
in Frage gestellt hatte. Die EU machte
auch deutlich, dass sie Trumps Dro-
hung mit einer militärischen Lösung
des Nordkorea-Konflikts nicht für den
richtigen Weg hält. Sie droht Nord-
korea eine weitere Verschärfung von
Sanktionen an.
Zur Flüchtlingspolitik sagte EU-Rats-
präsident Donald Tusk, man wolle Ita-
lien und dessen Zusammenarbeit mit
den libyschen Behörden unterstützen:
„Wir haben eine echte Chance, die
Route über das zentrale Mittelmeer
zu schließen.“
Gleichzeitig wolle man den EU-Fonds
zur Bekämpfung von Fluchtursachen
in Afrika auffüllen. EU-Kommissions-
präsident Jean-Claude Juncker erklär-
te, die Mitgliedstaaten hätten erst 175
Millionen Euro für den Fonds zuge-
sagt: „Das ist ganz klar nicht genug.“
Die EU-Staats- und Regierungschefs
wollen nach Tusks Worten auch einen
neuen Anlauf zur Reform des höchst
umstrittenen EU-Asylsystems starten
und dies möglichst bis Mitte 2018 ab-
schließen.
Der Gipfel bestätigte auch den Start
einer engeren Zusammenarbeit bei
der Verteidigung zum Jahresende und
bekannte sich zu einer raschen Digita-
lisierung Europas.
Der für 2019 geplante EU-Austritt
Großbritanniens stand auch auf der
Tagesordnung.
Premierministerin
Theresa May mahnte erneut Tempo
bei den bisher schleppenden Brexit-
Verhandlungen mit der EU an. Sie
hoffe auf „ambitionierte Pläne“ für
die kommenden Wochen, sagte sie
zu Beginn des Gipfels in Brüssel und
warb später beim Arbendessen der
Staats- und Regierungschefs für ihre
Position.
Großbritannien will so schnell wie
möglich über ein Handelsabkommen
mit der EU für die Zeit nach dem
Austritt sprechen. Brüssel blockt das
bisher ab und will vorher Zusagen
aus London, vor allem bei finanziellen
Verpflichtungen. Merkel sagte, bei den
Gesprächen gebe es ermutigende
Fortschritte, die allerdings noch nicht
ausreichten. Sie geht aber davon aus,
dass die nächste Verhandlungsphase
beim EU-Gipfel im Dezember einge-
läutet werden kann.
Auch die Debatte über Reformen
der EU – vorangetrieben vor allem
von Frankreich – sollen ein Thema
sein. Ratspräsident Tusk hatte einen
Fahrplan für Entscheidungen bis Mit
te 2019 vorgelegt. Der französische
Präsident Emmanuel Macron sagte, er
freue sich auf die Diskussion mit Tusk
über eine entschlossene Agenda für
die Zukunft Europas „auf der Grund
lage von Initiativen, die wir angesto
ßen haben“.
dpa
Weitere Milliarden für die Türkei
Merkel will für Flüchtlingspakt weiterhin EU-Gelder nach Ankara schicken
Bundeskanzlerin Angela Merkel beim EU-Gipfel in Brüssel.
Foto: Francois Lenoir
Drei Milliarden Euro
sind verplant,
drei weitere sollen
folgen.
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