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2. November 2017 -
S. 3
Nach
richten
Macrons Hund pinkelt in Palast
Unangemessenes Verhalten am Élysée-Kamin
„Nemo“ vor dem Élysée-Palast.
Foto: Francois Mori
Paris – Der Hund des französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat vor laufender
Kamera an einen Kamin im Pariser Élysée-Palast gepinkelt. In dem vom Sender LCI
veröffentlichten Video ist zu beobachten, wie ein Gespräch Macrons mit drei Staats-
sekretären plötzlich von einem verdächtigen Geräusch unterbrochen wird: Im Hin-
tergrund uriniert der Labrador-Mischling Nemo an den prachtvoll dekorierten Kamin.
Macron und seine Gäste brechen daraufhin in Gelächter aus. „Der Hund ist dabei,
eine ganz außergewöhnliche Sache zu tun“, kommentiert der Präsident. „Passiert das
häufiger?“, fragt Julien Denormandie, Staatssekretär im Ministerium für territorialen
Zusammenhalt. „Nein“, antwortet Macron feixend. „Sie haben bei meinem Hund
ein völlig ungewöhnliches Verhalten ausgelöst.“ Der französische Präsident hatte den
Hund Ende August aus einem Tierheim adoptiert und auf den Namen Nemo getauft
- eine Hommage an die Figur des U-Boot-Kapitäns Nemo aus dem Jules-Vernes-Ro-
man „20 000 Meilen unter dem Meer“.
dpa/red
Jeden Tag sterben 15.000 Kinder
In 2016 waren das 5,6 Millionen Kinder
Die Haupttodesursachen sind Lungenentzündungen und Durch-
fall.
Foto: Kristin Palitza
Genf – Rund 15000 Kinder unter fünf Jahren sterben nach Angaben der Vereinten
Nationen jeden Tag auf der Welt. Im vergangenen Jahr waren das insgesamt 5,6
Millionen Kinder. Das ist weniger als noch im Jahr 2000, als 9,9 Millionen Kin-
der ums Leben kamen. Dennoch ist das Kinderhilfswerk Unicef über einen Trend
besorgt: Der Anteil der Neugeborenen (vier Wochen alt oder jünger) unter den
gestorbenen Kindern sei von 41 auf 46 Prozent gestiegen. Jeden Tag sterben 7000
Babys, die nicht älter als 28 Tage sind, heißt es in einem Bericht von Unicef, der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltbank.
Bis 2030 könnten mit besserer Versorgung 30 Millionen Neugeborene und 30
Millionen weitere Kinder unter fünf Jahren gerettet werden, heißt es. „Wir haben
das Wissen und die Möglichkeiten, wir müssen sie nur dort hinbringen, wo sie am
meisten benötigt werden“, sagte Stefan Swartling Peterson, Unicef-Gesundheitsdi-
rektor.
dpa/red
Preisanstieg bei Apfelsaft
Dieses Jahr schlechte Apfelernte
Die Apfelernte ist dieses Jahr bescheiden ausgefallen. Apfelsaft
wird voraussichtlich teuerer.
Foto: Martin Schutt
Düsseldorf – Angesichts der schlechten Apfelernte erwarten Handelsexperten
spürbar steigende Apfelsaftpreise noch in diesem Jahr. „Wir müssen in Kürze da
mit rechnen, dass sich Apfelsaft spürbar verteuert. Das betrifft dann natürlich auch
naturtrüben Saft, Apfelfruchtsaftgetränke und Apfelschorlen“, sagte Handelsexperte
Matthias Queck von LZ Retailytics der Deutschen Presse-Agentur. Preisänderun
gen seien Anfang November oder Dezember wahrscheinlich. Bei Discounter
und Supermärkten koste Apfelsaft in der untersten Preislage derzeit 59 Cent pro
Liter. „Das ist eher im unteren Bereich dessen, was wir in den vergangenen zehn
Jahren gesehen haben“, sagte Queck. Es sei nicht überall gleich kalt gewesen, und
die Apfelsorten blühten zu unterschiedlichen Zeitpunkten. So gebe es Bauern, die
volle Ernte hätten und Bauern, die in diesem Jahr lediglich 5 Prozent der üblichen
Apfelernte einfahren konnten. „Eigentlich hat es nicht zu spät gefroren, sondern zu
früh geblüht“, verdeutlicht Kammersprecher Rüb.
dpa/red
George W. Bush kritisiert Trump
Ungewöhnlich scharfe Worte von Ex-Präsident
Der ehemalige US-Präsident George W. Bush spricht in einem
Forum in New York.
Foto: Seth Wenig
Washington – George W. Bush war lange still, mit öffentlichen Äußerungen hat
er sich sehr zurückgehalten. Das hat sich mit einem Schlag geändert. Ungewöhn-
lich scharf kritisierte Bush gegenwärtige Missstände in den USA. Er wandte sich
gegen Isolationismus, Nationalismus und Lügen. Präsident Donald Trump nannte
er nicht ein einziges Mal beim Namen, dennoch war der Amtsinhaber klarer
Adressat seiner eindringlichen Rede – und mit ihm seine Ideen, seine Weltsicht,
seine Äußerungen und seine Politik. „Anders als für andere Nationen wird un-
sere Identität nicht von Geografie, ethnischer Zugehörigkeit, Blut oder Boden
determiniert“, sagte Bush mit Blick auf den amtierenden Präsidenten, der eine
Abschottung der USA vorantreibt. „Das bedeutet, dass Menschen jeder Ethnie,
Religion oder Zugehörigkeit gleichberechtigte Amerikaner werden können. Blin-
der Eifer und weißer Nationalismus sind in jeder Form eine Schmähung für das
Credo Amerikas.»
dpa/red
Frankreich verschärft Gesetze
Neues Anti-Terror-Gesetzt verabschiedet
Der französische Präsident Emmanuel Macron spricht vor Ver-
tretern der Sicherheitskräfte.
Foto: Philippe Wojazer
Paris – Frankreichs Parlament hat im Kampf gegen den Terrorismus erneut die Si-
cherheitsgesetze verschärft. Der Senat verabschiedete endgültig ein umstrittenes
neues Anti-Terror-Gesetz.
Es übernimmt bestimmte Maßnahmen des Ausnahmezustands in abgeschwächter
Form ins normale Recht, dies ist allerdings auf gut drei Jahre befristet. Die Sicher-
heitskräfte sollen so für das geplante Ende des Ausnahmezustands gewappnet wer-
den, der nach den verheerenden Pariser Terroranschlägen verhängt worden war
und nun am 1. November auslaufen soll.
Präsident Emmanuel Macron kündigte zugleich einen neuen nationalen Plan gegen
extremistische Radikalisierung an, der im Dezember vorgelegt werden soll. Frank-
reich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Anschläge, dabei
wurden etwa 240 Menschen ermordet.
dpa/red
EZB halbiert Anleihenkäufe
Leitzins liegt weiter bei Null
Frankfurt am Main: Die Zentrale der Europäischen Zentralbank
(EZB) steht im letzten Licht des Tages zwischen den beleuchte-
ten Häusern der Stadt.
Foto: Frank Rumpenhorst
Frankfurt/Main – Europas Währungshüter läuten den Einstieg in den Ausstieg aus
ihrer milliardenschweren Geldschwemme ein. Die Notenbank setzt ihre vor allem
in Deutschland umstrittenen Wertpapierkäufe im kommenden Jahr zwar fort, hal-
biert aber das Volumen.
Vielen Ökonomen gehen die Beschlüsse allerdings nicht weit
genug. Von Januar 2018 an wollen die Währungshüter monatlich Staatsanleihen und
andereWertpapiere für 30 Milliarden Euro kaufen. Das Programm soll bis mindestens
Ende September 2018 laufen und damit neun Monate länger als bislang geplant – bis
dann veranschlagtes Volumen: 2,55 Billionen Euro. Bis Ende Dezember 2017 steckt
die EZB monatlich noch 60 Milliarden Euro in Anleihenkäufe. Die EZB lässt sich wei-
terhin die Möglichkeit offen, das Kaufprogramm in Umfang und Dauer auszuweiten,
falls die Konjunkturlage sich verschlechtern sollte. Zugleich mahnte EZB-Präsident
Mario Draghi: „Die Wirtschaftserholung ist noch nicht nachhaltig.“
dpa/red
Kein Erfolg für Theresa May
Europäische Union fordert konkrete Zugeständnisse
Die britische Premierministerin Theresa May sitzt neben EU-
Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.
Foto: Virginia Mayo
Brüssel – Im Streit über den Brexit bleibt die Europäische Union hart und
fordert weitere konkrete Zugeständnisse von Großbritannien, bevor die Aus
trittsverhandlungen ausgeweitet werden. Diesen Beschluss fassten die 27 blei
benden EU-Länder in Brüssel einmütig.
Eine Rede von Premierministerin Theresa May am Vorabend hatte sie nicht
ungestimmt. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich aber sehr zuversichtlich,
dass es letztlich eine Einigung gibt und somit auch kein harter Brexit droht.
„Ich habe da eigentlich überhaupt gar keinen Zweifel, wenn wir geistig alle klar
sind“, sagte die CDU-Chefin. Sie sehe „null Indizien dafür, dass das nicht ge
lingen kann“. Großbritannien habe schon deutliche Signale gesetzt, nur „noc
nicht genug, um Etappe zwei (der Verhandlungen) zu beginnen“. Aus Merkels
Sicht könnte das aber im Dezember klappen.
dpa/red
Pest-Epidemie in Madagaskar
Mehr als 100 Menschen gestorben
Die hochansteckende Lungenpest breitet sich auf der Insel aus.
Foto: Alexander Joe
Antananarivo – Die Zahl der Toten durch den jüngsten Ausbruch der Pest auf
Madagaskar ist auf 107 gestiegen. Mehr als 1100 Menschen hätten sich mit der
Krankheit infiziert, knapp 700 davon hätten bislang geheilt werden können, teil-
te das Gesundheitsministerium mit. Der Großteil der Erkrankten leide an der
hochgefährlichen Lungenpest. Unbehandelt führt diese oft innerhalb von 24
Stunden zum Tod. Da sie wie eine Grippe durch Tröpfchen übertragen wird,
kann sie sich sehr schnell ausbreiten. Kleinere Ausbrüche der weniger gefährli-
chen Beulenpest sind auf Madagaskar nicht unüblich, durch die vielen Lungen-
pest-Erkrankten ist die aktuelle Epidemie jedoch deutlich schwerwiegender.
Vor zwei Wochen waren es noch 350 Pest-Erkrankungen und 40 Todesfälle.
Die WHO hat rund 1,5 Millionen Dosen Antibiotika zur Behandlung und Pro-
phylaxe nach Madagaskar geschickt.
dpa/red
Neue Ära als Weltmacht?
Chinas Kommunisten krönen Xi zum neuen Mao
Plakat mit dem Konterfei des chinesischen Staats- und Par-
teichefs Xi Jinping in Peking.
Foto: Kyodo
Peking – Unter der allmächtigen Führung von Parteichef Xi Jinping streben die Kom
munisten den „großen Aufstieg Chinas“ in der Welt an. Der 19. Parteikongress hob
„Chinas starken Mann“ als Vordenker auf eine historische Stufe mit dem Staatsgrün
der Mao Tsetung. Zum Abschluss ihrer einwöchigen Sitzung stimmten die knapp
2300 Delegierten in Peking einstimmig dafür, „Xi Jinpings Gedankengut für das neue
Zeitalter des Sozialismus chinesischer Prägung“ als neue Leitlinie in ihrer Parteiverfas
sung zu verankern.
Nach Mao Tsetung und dem wirtschaftlichen Reformer Deng Xiaoping ist Xi Jinping
erst der dritte Parteiführer, der namentlich in den Statuten erwähnt wird. Deng Xiao
ping wurde aber nur mit seinen „Theorien“ aufgenommen, während Xi Jinping wie
der „große Vorsitzende“ Mao Tsetung mit seinem „Gedankengut“ genannt wird, wa
in der kommunistischen Ideologie höher gewertet wird.
dpa/red
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