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Munitionsdepot explodiert
188.000 Tonnen Munition zünden bei Brand
Mehrere Artilleriegranaten detonierten.
Foto: Efrem Lukatsky
Kalyniwka – Eines der größten Militärdepots der Ukraine ist in einem spektakulären
Brand in Flammen aufgegangen. Das Feuer löste rund 200 Kilometer südwestlich
von Kiew bei der Stadt Kalyniwka im Gebiet Winnyzja Explosionen von Artillerie-
granaten und Raketen aus. Zwei Menschen wurden verletzt und in Krankenhäuser
gebracht. Mehr als 30.000 Menschen wurden aus der Umgebung in Sicherheit
gebracht. Bis zu 188.000 Tonnen Munition sollen in dem Arsenal gelagert worden
sein.
Die ukrainische Führung vermutete einen Brandanschlag. Präsidentenberater Juri
Birjukow sagte, möglicherweise sei das Lager mit einer Drohne angegriffen wor-
den. Bei den Lösch- und Sicherungsarbeiten waren rund 700 Feuerwehrleute, Po-
lizisten und Militärs im Einsatz. Die Eisenbahn stellte drei Löschzüge und die Armee
zwei Löschpanzer zur Verfügung. In einemUmkreis von zehn Kilometern brachten
Helfer Tausende Anwohner mit Bussen in Sicherheit
.
dpa/red
Lufttaxi auf Jungfernflug
Volocopter in Dubai erfolgreich getestet
Ein Volocopter in Frankfurt am Main. Dubai hat eine Partner-
schaft mit Volocopter vereinbart.
Foto: Andreas Arnold/Archiv
Dubai/Bruchsal – Ein Lufttaxi der Firma Volocopter hat seinen Jungfernflug in Dubai
erfolgreich absolviert. „Die Drohne flog erstmals im urbanen Raum und war acht
Minuten in der Luft“, berichtete Alexander Zosel, Mitentwickler der Flugdrohne
und Mitgründer der Firma in Bruchsal. Der Flug, über den die zuständige Verkehrs-
behörde des Emirates berichtet hatte, sei ohne Probleme verlaufen. Der Prototyp
VC200 flog autonom; Passagiere saßen in dem Zweisitzer aber noch nicht, wie
es weiter hieß. Das Emirat möchte Passagierdrohnen auf lange Sicht als öffentli-
ches Verkehrsmittel einsetzen. Dafür hatten die dortigen Behörden vor einigen
Monaten eine Partnerschaft mit Volocopter vereinbart. Während einer fünfjährigen
Testphase soll erprobt werden, wie der autonome Transport per Luft funktionieren
könnte. Dafür sollen in Dubai auch verschieden sogenannte Ports gebaut werden,
an denen Lufttaxis starten und landen können. Das Emirat will bis 2030 ein Viertel
seines Verkehrs auf autonomen Transport umgestellt haben.
dpa/red
Trump gegen NFL-Spieler
Forderung, protestierende Footballer zu entlassen
Präsident Donald Trump wirft Footballspielern „Respektlosig-
keit“ vor.
Foto: dpa
Huntsville – US-Präsident Donald Trump hat die Teambesitzer der National Foot
ball League (NFL) aufgefordert, Spieler zu entlassen, die während des Abspielens
der amerikanischen Nationalhymne knien. „Es ist eine totale Respektlosigkeit ge
genüber unserer Tradition. Es ist eine totale Respektlosigkeit gegenüber allem, für
das wir stehen“, sagte Trump. „Würdet ihr es nicht liebend gerne sehen, dass ei
NFL-Teambesitzer sagen würde, ‚Nehmt den Hurensohn vom Feld. Weg damit
Er ist gefeuert‘, wenn jemand die Flagge nicht respektiert?“, polterte Trump unter
lautem Applaus. Außerdem forderte Trump die Zuschauer auf, solche Spiele aus
Protest zu verlassen. Einige Sportler weigern sich seit gut einem Jahr, währen
der Nationalhymne zu stehen, die bei fast jeder Sportveranstaltung gespielt wird.
Grund dafür ist die nach ihrer Meinung ungerechte Behandlung von Minderheiten
im Land – insbesondere die Polizeigewalt gegenüber schwarzen US-Bürgern.
dpa/red
Macron will Europa umkrempeln
Flammender Appell
Treibt sein Vorhaben einer Haushaltsrevolution in Europa voran:
der französische Präsident Emmanuel Macron.
Foto: Ludovic Marin
Paris – Mit einem flammenden Appell für einen weitreichenden Umbau der Euro-
päischen Union hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Deutschland und die
übrigen EU-Partner in die Pflicht genommen. Er präsentierte einen bis 2024 rei-
chenden Fahrplan mit konfliktträchtigen Forderungen wie einem Eurozonenhaus-
halt und einer gemeinsamen Truppe für militärische Einsätze. Macron bekannte sich
ausdrücklich zu einem „Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten“: Reformbe-
reite Staaten sollten vorangehen können, andere dürften sie nicht daran hindern. Er
forderte ein europäisches Verteidigungsbudget, ein gemeinsames Asylamt und einen
gemeinsamen Mindestsatz für Unternehmensteuern. Der französische Staatschef
schlug Deutschland eine noch engere Partnerschaft vor - es könnte einen neuen Ély-
séevertrag zum 55. Jahrestag am 22. Januar 2018 geben. Dieser Vertrag war 1963
von Bundeskanzler Konrad Adenauer und Frankreichs Staatspräsidenten Charles de
Gaulle geschlossen worden.
dpa/red
Alternative Antriebe ab 2019
China verpflichtet Autobauer
China will die Elektromobilität im Lande weiter forcieren.
Foto: Patrick Pleul
Peking – Die chinesische Regierung macht ernst mit ihrer Quote für Elektroautos.
Von 2019 an sollen Autobauer im Land verpflichtende Mindestziele für den Anteil
alternativer Antriebe in Produktion und Verkauf einhalten, wie das Ministerium für
Industrie und Informationstechnologie in Peking mitteilte.
Autohersteller mit Produktion oder Absatz von mehr als 30000 Fahrzeugen jährlich
müssen entweder die Regeln erfüllen oder sogenannte Kreditpunkte hinzukaufen.
Mit einer entsprechenden Regelung wurde in Peking schon länger gerechnet, ur-
sprünglich sollte sie schon von 2018 an gelten.
Eine frühere Einführung hätte die deutschen Autobauer Volkswagen, Daimler und
BMW - für sie ist China der größte Einzelmarkt - noch stärker unter Druck gesetzt.
Auch so ist die neue Vorgabe der Regierung ein Problem für die deutschen Herstel-
ler.
dpa/red
Streit um Affen-Selfie
Parteien einigen sich außergerichtlich in Vergleich
Das Makaken-Männchen Naruto, aufgenommen auf der indone-
sischen Insel Sulawesi (undatierte Aufnahme).
Foto: Arianto Santoso
San Francisco – Der Streit um das Urheberrecht eines Affen an seinem Selfie ist
außergerichtlich mit einem Vergleich beigelegt worden. Das bestätigten die Tier-
rechtsorganisation Peta und der britische Naturfotograf David J. Slater. Der zweijäh-
rige Rechtsstreit drehte sich um Bilder, die ein Makake auf der indonesischen Insel
Sulawesi 2011 von sich gemacht hatte. Der Affe Naruto drückte damals auf den
Auslöser von Slaters Kamera. Als Slater ein Bild des grinsenden Affen sah, glaubte
er, das beste Foto seines Lebens vor sich zu haben. Er vermarktete die Aufnahmen.
Doch dann wurde angezweifelt, ob er überhaupt die Rechte an den Bildern besitzt.
Peta klagte 2015 im Namen des Affen auf die Rechte an den Bildern. Zunächst
wurde die Klage abgewiesen, dann aber in zweiter Instanz vor einem US-Gericht
in San Francisco verhandelt. Slater wird nun 25 Prozent seiner künftigen Einnahmen
von den Selfie-Bildern gemeinnützigen Organisationen stiften.
dpa/red
„Kriegserklärung“ der USA?
Nordkorea behält sich Recht auf Selbstverteidigung vor
Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho vor dem UN Plaza Hotel
in New York.
Foto: Richard Drew
New York/Seoul – Der Atomstreit zwischen Nordkorea und den USA spitzt sic
weiter zu: Nordkorea fasse die jüngsten Kommentare von US-Präsident Donald
Trump als „Kriegserklärung“ auf, sagte Außenminister Ri Yong Ho laut der südkorea
nischen Nachrichtenagentur Yonhap in New York.
„Das ist ganz klar eine Kriegserklärung, weil solche Worte von einem amtierenden
amerikanischen Präsidenten kommen“, äußerte der Chef-Diplomat des autoritär
regierten Landes bei einem kurzfristig einberufenen Presseauftritt vor einem Hotel
in der US-Metropole. Das Weiße Haus hat den Vorhalt des nordkoreanischen
Außenministers unterdessen als absurd bezeichnet, die USA hätten seinem Land
den Krieg erklärt.
Trump hatte am Samstag getwittert, Nordkoreas Machthaber Kim
Jong Un und seine Regierung würden „nicht mehr lange hier sein“. Am selben Tag
schickten die USA mehrere Langstreckenbomber aus Guam und Kampfjets in den in
ternationalen Luftraum östlich von Nordkorea, um im Streit um das Atomprogramm
Nordkoreas Stärke zu demonstrieren. Ri drohte zudem mit dem Abschuss strategi
scher Bomber der USA – selbst, wenn diese nicht in den nordkoreanischen Luftraum
eindringen würden. Solange die USA den Krieg erklärten, „werden wir uns von jetz
an das Recht der Selbstverteidigung vorbehalten, einschließlich des Rechts, sie (die
Bomber) abzuschießen“, sagte Ri. Man werde sehen, wer länger durchhalte.
Der Atomstreit mit Nordkorea schaukelt sich seit Monaten hoch. Der UN-Sicher
heitsrat hatte zuletzt die Sanktionen gegen Pjöngjang wegen des neuen Atomtests
vom 3. September deutlich verschärft. Nach eigenen Angaben hatte Nordkorea bei
dem Test eine Wasserstoffbombe gezündet. Mit dem Test hatte Nordkorea gegen
mehrere UN-Resolutionen verstoßen.
dpa/red
S. 4
5. Oktober 2017 -
Nach
richten
Radioaktive Pilze in Bayern
Pilze Jahrzehnte nach Tschernobyl noch verseucht
Ein Maronenröhrling in einem Waldstück bei Wiesenfelden in
Niederbayern.
Foto: Armin Weigel/Archiv
München – Auch mehr als drei Jahrzehnte nach der Reaktorkatastrophe von
Tschernobyl sind einige Pilzarten insbesondere in Bayerns Wäldern noch immer
stark radioaktiv verseucht. Unter anderem sind Braunscheibige und Orangefalbe
Schnecklinge, Gemeine Erdritterlinge, Rotbraune Semmelstoppelpilze, Maronen-
röhrlinge und Braune Scheidenstreiflinge mit Cäsium-137 belastet, wie das Bun-
desamt für Strahlenschutz (BfS) berichtete. Sie könnten noch bis zu einige 1000
Becquerel (Bq) Cäsium-137 pro Kilogramm aufweisen. Deutschlandweit seien die
höchsten Radiocäsiumgehalte in Wildpilzen in außergewöhnlich hoch kontaminier-
ten Gebieten im Bayerischen Wald, im Donaumoos südwestlich von Ingolstadt
und in der Region Mittenwald nahe Garmisch-Partenkirchen zu erwarten. Die zu-
sätzliche Strahlenbelastung sei jedoch vergleichsweise gering, sofern die Pilze in
üblichen Mengen gegessen werden.
dpa/red
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