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Das
WETTER
vom 7. bis 20. September ´17
in Stadt und Landkreis Rosenheim
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R O S E N H E I M W A S S E R B U R G M A N G F A L L T A L I N N T A L C H I E M G A u K U F S T E I N
Nr. 386 / 12. Jahrgang
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pressewoche
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Seiten
Blick
Von sabine schreiber
... wird
präsentiert von:
Beneidete Flüchtlinge
Ein kleiner Beitrag zu einer verqueren Neiddebatte
In einem Teil unserer heutigen Ausgabe finden
Sie eine Beilage von Scan Life.
freie(n) Redakteur/in
Es gibt da eine ältere Dame, die mich
ab und an in ein Gespräch verwickelt.
Wir frotzeln freundlich, wohlgesonnen,
manierlich. Und dann. Gibt es immer
einen Punkt, wo der nette Ratsch
plötzlich eine Kehrtwende macht. Auf
einmal geht es um die Fremden, die
uns angeblich alles weg-
nehmen. Die Asylanten,
die von der deutschen
Gutmenschpolitik
auf
Samt und Seide gebet-
tet und mit übermäßigen
Geldgeschenken über-
häuft würden, während
die armen deutschen
Rentner Flaschenpfand
sammeln gehen müssten. Ich schlucke
dann schwer, weil meine gute Erzie-
hung es mir verbietet, die neidige, alte
Schachtel, deren Lebensstandart weit
über dem eines Asylbewerbers liegt,
offen als das zu bezeichnen, was sie
ist. Meist beende ich unter einem Vor-
wand höflich distanziert, aber rasch das
Gespräch und schlucke fest gegen die
in mir aufsteigenden Widerworte an.
Das gelingt mir aber bei der Geschichte
aus dem Landkreis Donau-Ries nicht.
Da beobachtet einer, wie ein afghani-
scher jungerMann seinenKontoauszug
zusammenknüllt und wegschmeißt.
Und besitzt so wenig Anstand im
Leib, dass er hingeht, den Kontoaus-
zug aus dem Müll fischt, anschaut, fo-
tografiert und: mit allen persönlichen
Daten des Kontobesitzers (Klarname,
Adresse, IBAN, BIC, SWIFTCODE)
hirnlos auf Facebook veröffentlicht.
Weil darauf Asylzuwendungen von
1780,35 Euro zu lesen sind. Und 77
Euro und ein paar Zerquetschte von
der Gemeinde. (Achtung, Ironie:) Was
für unverschämt hohe Summen! Aus
der öffentlichen Hand! Auf das Konto
eines afghanischen Flüchtlings! Davon
kann der ja easy seine Leasing-Raten
für den Sechser BMW zahlen! Und
die dritte, jährliche Flug-
reise nach Teneriffa! Und
sich ein zweites Iphone 7
zulegen, weil das eine ja
nicht reicht wegen Akku
und so. Ach, und nicht zu
vergessen, die hohe Mie-
te für die zentral gelege-
ne 150 qm Wohnung…
Tacheles: Von den 1780
Euro lebt eine siebenköpfige Familie,
wohnhaft in einer Asylbewerberun-
terkunft. Die 77 Euro bekommt der
Vater, weil er für 80 Cent pro Stunde
beim Bauhof der Gemeinde arbeitet.
Reguläre Arbeit ist ihnen nicht erlaubt.
Den Hindukusch haben sie verlassen,
weil dort Terror und Krieg ein Leben in
Würde unmöglich machen. Ja. Diese
Familie ist reich. Diese Familie ist reich
an Glück, weil sie es bis hier her ge-
schafft hat. Sie ist reich an Kindern und
damit an Zukunft. Und es stimmt. Ein
Haufen Deutsche sind arm. Geistig
arm. Weil sie vor lauter kurzsichtigem
Neid übersehen, wie gut es ihnen ei-
gentlich selber geht. Sie sind so arm an
Anstand, Information und Weitblick,
dass sie nicht einmal wissen, dass je-
der deutsche Sozialleistungsempfän-
ger mehr bekommt als ein Flüchtling.
Übrigens auch jeder Rentner. Morgen
werde ich ihr das sagen. Der neidigen,
alten Schachtel.
Über lange Wartezeiten bei Kinder- und Jugendärzten wissen Eltern in Bayern ein Lied zu singen. Die Praxen sind überfüllt, die Terminkalender übervoll, manche
Ärzte verhängten bereits „Aufnahme-Stopps“. Mehr dazu auf....
... Seite 2
Kinderarzt
verzweifelt gesucht!
Foto: fotolia
Wir haben bei unseren
damma guad
-
Aktionen nicht
nur viel geleistet, wir haben sie
auch gefilmt. Wenn Sie also In-
teressantes über unsere Aktio-
nen erfahren wollen, schauen
Sie bei unserem Youtube–Kanal vorbei. Oder Sie
nutzen einfach diesen QR–Code.
Die nächste
damma guad
–Aktion ist am 22. September auf dem
Petersberg.
Anmeldung unter dem Stichwort
damma guad
bei
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