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19. Dezember
Region S. 2
stil
27. Juli
2017 -
S. 11
D i e S e r v i c e - S E i t en de r
p r e s s e wo c h e
nur 1,90 €
Bad Aibling – „Wir arbeiten
alle aus tiefster Überzeugung”,
erklärt Michael Mocnik, der als
Heimleiter die Geschicke des
christlichen
Seniorenheims
Haus Wittelsbach lenkt.
194 Heimbewohner hat das
Haus, das zur Freikirche der
Siebenten-Tags-Adventisten
gehört. „Uns ist es ein Anlie-
gen, dass es den Heimbewoh-
nern gut geht, sie sich ange-
nommen und wirklich zuhause
fühlen“, so der Leiter.
Das Haus Wittelsbach ist ein
offenes Haus: hier gibt es zum
einen den Bereich für die Rü-
stigen, die wie in einem Senio-
renhotel vollverpflegt alleine
leben und zum anderen den
Pflegebereich, in dem vom 1.
bis zum 5. Pflegegrad alle Stu-
fen angeboten werden.
Insgesamt 130 Mitarbeiter kümmern
sich um die Belange der Senioren.
Viele der Pfleger sind bereits seit An-
fang ihrer Karriere für das Haus Wit-
telsbach tätig. „Unsere Fluktuation ist
extrem gering“, verrät Mocnik.
Pfleger – sicherer Job mit viel
Verantwortung
Tägliche Team-Besprechungen, psy-
chologische Unterstützung und die
besonders achtsame Abschiedskultur
schweißen das Team auch emotional
zusammen. Schließlich ist die Se-
niorenpflege eine Herausforderung,
denn der Umgang mit Abschied und
Tod begleitet die Arbeit. „Wir bau-
en immer persönliche Beziehungen
zu unseren Bewohnern und auch
zu den Angehörigen auf“, berichtet
Pflegerin Petra Petrowa.
Wer sich für den Pflegeberuf ent-
scheidet – übrigens ein absolut kri-
sensicherer Job – sollte kommuni-
kativ sein und den Umgang mit Men-
schen mögen. Schließlich wächst die
Zahl der Senioren in den nächsten
Jahren stetig. Die körperlichen und
psychischen
Herausforderungen
des Berufs sind enorm, umgekehrt
schenkt die Tätigkeit auch viele
Glücksmomente.
„Man wächst mit den Aufga
ben.“
Petra Petrowa, Pflegerin:
„Ich bin seit 15 Jahren im Hau
Wittelsbach als Altenpflegerin be
schäftigt, war hier aber auch scho
während meiner Ausbildung tätig.
Ich engagiere mich in der aktivieren
den Pflege, uns ist wichtig, dass die
Bewohner so viel wie möglich selb
ständig machen. Meinen Beruf liebe
ich, weil man so viel fürs Leben lern
und mit den Aufgaben wächst. Bei
uns wird Teamgeist groß geschrie
ben und jeder ist auch mal für den
anderen da, das ist besonders wich
tig, wenn man Kinder hat.“
„Der Glaube gibt uns Kraft.“
Waldtraut Esslinger, Stations
leiterin:
„Eigentlich bin ich gelernte Büro
kauffrau. Später, als Mutter, war ich
auf der Suche nach einem flexible
ren Arbeitsplatz und habe mich zur
Pflegerin ausbilden lassen und eine
Zusatzausbildung als Gerontopsych
iatrische Fachkraft absolviert. Seit
1995, also seit 22 Jahren, bin ich
jetzt im Haus Wittelsbach beschäftigt
und mittlerweile als Stationsleiterin
tätig. Jetzt habe ich viele Manage
ment-Aufgaben und kümmere mich
auch um die Organisation. Ich freue
mich immer über das gute Miteinan
der und die Kollegialität in unserem
christlichen Haus.“
cr
Haus Wittelsbach
Senioren- und Pflegeheim
Rosenheimer Str. 49
83043 Bad Aibling
Tel.: 08061 / 4900-0
Das macht einen
guten Pfleger aus:
• Offene Augen
• Lächeln im Gesicht
• Fleißige Hände
• Soziale Kompetenz
Beruf mit Zukunft
Gute Pfleger werden händeringend gesucht und können sich ihren Traum-Arbeitsplatz aussuchen. Im Haus Wittelsbach in Bad Aibling
steht der achtsame Umgang im Mittelpunkt, das gilt für den Kontakt mit den Heimbewohnern, aber auch für den Alltag im Team. Kein
Wunder, dass einige Pfleger hier schon mehr als ein Jahrzehnt an Bord sind.
Vordere Reihe, von links: Claudia Hellmund, Manuela Böhme, Elena Antropov, Ivonne Handrock.
Hintere Reihe, von links: Walter Esslinger, Waltraud Esslinger, Erhard Sens, Ankica Klaric, Michael Mocnik, Svetlana Becker, Ndricim
Hyska, Marita Kutscher, Daniel Wedekind, Rudolf Salmen, Florian Schmid.
London – Die Zahl der welt-
weiten Demenz-Fälle ließe sich
erheblich reduzieren, wenn die
Risikofaktoren konsequent und
von Kindheit an bekämpft wür-
den.
Zu diesem Ergebnis kommen inter-
nationale Experten in einem Artikel
im Fachmagazin „The Lancet“. In der
Jugend sei mangelnde Bildung einer
der wesentlichen Risikofaktoren. Im
mittleren und höheren Lebensalter
wirkten sich Übergewicht, hoher
Blutdruck, Hörverlust oder soziale
Isolation nachteilig aus.
Insgesamt hatten die Wissenschaftler
um Gill Livingston vom University
College London (Großbritannien)
neun Risikofaktoren für verschiedene
Demenz-Krankheiten identifiziert und
bewertet. Dazu zählen auch Depres-
sion, Diabetes, Rauchen sowie man-
gelnde Bewegung. Würden alle diese
Risikofaktoren vollständig beseitigt,
könnte die Zahl der weltweiten De-
menz-Fälle um etwa ein Drittel sin-
ken, berechneten die Forscher.
Eine gute schulische Ausbildung sei
demnach eine besonders wichtige
vorbeugende Maßnahme. Sie erhö-
he die kognitiven Fähigkeiten und die
Belastbarkeit des Gehirns. Hätten alle
Kinder auf der Welt schlagartig Zu-
gang zu ausreichender Bildung, ließe
sich beinahe jeder zehnte Fall (acht
Prozent) von Demenz vermeiden,
berechneten die Autoren. Nur der
Verlust des Gehörs habe größere ne-
gative Auswirkungen als mangelnde
Schulausbildung.
Allerdings schränken die Wissen-
schaftler ein: „Die Zahlen sollten mit
Vorsicht interpretiert werden, weil es
nicht möglich ist, alle Risikofaktoren
vollständig auszuschalten“. Zudem
seien bei den Berechnungen man-
che potenziellen Risikofaktoren nicht
berücksichtigt worden, etwa Alkohol-
konsum oder Schlafmangel.
Bis zum Jahr 2050 rechnen die For-
scher mit rund 131 Millionen De-
menzkranken weltweit. 2015 lag die
Zahl der Betroffenen noch bei 47 Mil-
lionen. In reichen Ländern wie den
USA, Großbritannien, Schweden,
Niederlande und Kanada ging der
Studie zufolge die Zahl der Krank-
heitsfälle zuletzt zurück. Sollten dort
Risikofaktoren wie Übergewicht und
damit zusammenhängende gesund-
heitliche Probleme weiter zunehmen,
würde sich dieser Trend aber schnell
wieder umkehren.
„Die Autoren machen zu Recht
auf die Bedeutung und das gewalti-
ge Potenzial von Prävention durch
Veränderungen des Lebensstils und
von Umweltfaktoren aufmerksam“,
kommentiert Monique Breteler, Di-
rektorin für Populationsbezogene
Gesundheitsforschung am Deutschen
Zentrum für Neurodegenerative Er-
krankungen in Bonn. Noch zu klären
sei allerdings, welche der Faktoren
tatsächlich kausale Auswirkungen auf
die Krankheit haben.
„Die Forschergruppe empfiehlt ein
nachvollziehbares Aktionspaket, das
das globale Vorgehen gegen Demenz
auf wissenschaftlicher Basis ergänzt“,
schreibt auch Martin Prince vom In-
stitut für Psychiatrie, Psychologie und
Neurowissenschaften am Londoner
King’s College in einem Kommentar
zu der Studie.
dpa
Prävention kann Zahl der Demenzfälle verringern
Neue Studie aus den USA:
Eine an Demenz leidende Frau gestaltet unter Begleitung von klassischer Musik ein Bild.
Foto: Alexander Heinl/Illustration
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