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Das Kulturmagazin
S. 10
27. Juli
2017 -
Chiemsee – So wünschte sich
König Ludwig II. „seine“ Parsi-
fal-Aufführungen: Wie die Bay-
erische
Schlösserverwaltung
bekannt gibt, zeigt das König
Ludwig II.-Museum auf der Her-
reninsel im Chiemsee pünktlich
zur Uraufführung des Parsifal
von Richard Wagner vor 135 Jah-
ren am 26. Juli 1882 eine kleine
Sonderausstellung mit wenig be-
kannten Originalentwürfen zum
Bühnenbild des Bühnenweih-
festspiels.
Die beiden Bühnenbildentwürfe des
Münchner Theatermalers Christian
Jank zeigen die Gralshalle im 1. und
im 3. Aufzug des Bühnenweihfestspiels
„Parsifal“.
Der Mythos des Heiligen Grals, ein
sagenhaftes Heilsgefäß mit dem Blut
Christi, aufbewahrt in einer prächti-
gen Halle, dort verehrt und bewacht
von den Gralsrittern, beschäftigte seit
Beginn des 19. Jahrhunderts nicht nur
die Romantiker, sondern auch Wis-
senschaftler und Architekten. König
Ludwig II. war von diesem Thema,
zu dem auch die Lohengrin-Sage ge-
hört, von Kind an fasziniert. 1865 be-
kam Ludwig II. von Richard Wagner
das Konzept zum Musikdrama „Parsi-
fal“, das auf mittelalterlichen Epen der
Gralssage basiert.
Wagner nannte Ludwig II. in Briefen
„mein Parsifal“, und auch Ludwig iden-
tifizierte sich mit den Jahren immer
stärker mit diesem Gralskönig. 1877
war das Textbuch fertig und Wagner
begann mit der Komposition; die Ur-
aufführung war am 26. Juli 1882 i
Bayreuther Festspielhaus.
Ludwig II. finanzierte die Aufführun
und wollte, dass sie durch seine Fach
leute von der Münchener Hofoper
ausgestattet werde. Der Münchener
Theatermaler Christian Jank schuf die
Bühnenbildentwürfe, die Ende Janu
ar 1880 an Wagner gesandt wurden.
Wagner nahm diese jedoch nicht an,
sondern beauftragte eigene Mitarbei
ter.
Die Ausstellung ist bis Ende September
täglich von 9 bis 18 Uhr im Ludwig II.-
Museum zu sehen. Der Eintritt ist im
Eintrittspreis enthalten. Die „Gesamt
karte Insel“ (Neues Schloss + Köni
Ludwig II.-Museum + Museum und
Galerien im Augustiner-Chorherren
stift, allerdings ohne Schifffahrt!) kostet
8 Euro regulär/7 Euro ermäßigt. Kin
der und Jugendliche unter 18 haben
freien Eintritt.
Die Bayerische Verwaltung der staat
lichen Schlösser, Gärten und Seen ist
eine der traditionsreichsten Verwal
tungen des Freistaates Bayern. Als
Hofverwaltung der Kurfürsten und der
Könige entstanden, ist sie heute mit 45
Schlössern, Burgen und Residenzen
sowie weiteren Baudenkmälern einer
der größten staatlichen Museumsträ
ger in Deutschland. Dazu kommt noc
ein ganz besonderes geschichtliches
Erbe: die vielen prachtvollen Hofgär
ten, Schlossparks, Gartenanlagen und
Seen. Die einzigartigen Ensembles
europäischer Architektur gepaart mit
reichhaltiger künstlerischer Ausstattung
ziehen jährlich über fünf Millionen Be
sucher aus aller Welt an.
red
Parsifal im Ludwig II.-Museum
Sonderausstellung auf Herrenchiemsee mit zwei Originalentwürfen für Wagners Parsifal-Bühnenbild
Rosenheim – Sommerferien da-
heim? Das kann viel Spaß ma-
chen! Das Ausstellungszentrum
Lokschuppen hat das passende
Programm für Groß und Klein.
Passend zur Erlebnisausstellung
PHARAO gibt es Workshops
und Spezialführungen für Fami-
lien.
Da heißt es Staunen, Basteln und
Lachen statt Schwitzen in der Hitze.
Die Ausstellung ist klimatisiert und hat
mit 20 Grad Celsius eine angenehme
Temperatur für einen Rundgang mit
anschließenden Workshops. Für Bu-
ben und Mädchen ab 7 Jahren bietet
der Lokschuppen vom 1. August bis
zum 6. September ein altersgerech-
tes Ferienprogramm an.
Spielen und Basteln
Jeden Dienstag heißt das Motto „Es
darf gespielt werden!“ Die Kinder
basteln nach einer Führung durch die
Ausstellung das Spiel Senet. Es war das
beliebteste Brettspiel im alten Ägypten
und ähnelte dem „Mensch ärgereDich
nicht“. Nach dem Basteln lernen die
Kinder seine Regeln kennen und spie-
len es danach gemeinsam. Achtung:
wegen des Feiertags Mariae Himmel-
fahrt am Dienstag, 15. August, findet
dieser Workshop ausnahmsweise am
Donnerstag, 17. August statt.
Jeden Mittwoch dreht sich alles um
den Mistkäfer. Er war bei den alten
Ägyptern unter dem Namen Skarabä-
us bekannt. Das Symbol des Skarabä-
us galt als Glücksbringer und war eine
beliebte Zierde für Schmuck oder
Schutzamulette.
Das Wissen über die Käfer und das
Leben der Pharaonen erwerben die
Kinder zuvor in einer altersgerechten
Führung durch die Ausstellung.
Das Ferienprogramm beginnt jeweils
um 10.30 Uhr und dauert zwei Stun-
den. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Ein Erlebnis für Jung und Alt
Ein Erlebnis für Jung und Alt sind die
beliebten Familienführungen mit an-
schließendem Basteln. Diese Regel-
führungen finden samstags, sonntags
und an Feiertagen jeweils um 11 Uhr
und bei Bedarf statt. Im Anschluss
daran basteln die Familien bunte Pha-
rao-Masken. Anmeldungen dafür sind
nicht nötig.
Besonders attraktiv für Familien sind
die beiden Taschenlampenführungen
freitags am 4. August und am 1. Sep-
tember.
Außerhalb der regulären Öffnungszei-
ten erkunden die Besucher das Alte
Ägypten im Schein der Taschenlampe.
Die Taschenlampen lassen die wert-
vollen Exponate in einem besonderen
Licht erscheinen und sorgen für eine
faszinierende Atmosphäre, um eine
der ältesten Hochkulturen der Welt
kennenzulernen.
Die Tickets für diese Führung sind den
ganzen Tag gültig. Empfehlenswert ist
es, die Ausstellung vor der Führun
bei „normalem“ Licht zu besuchen.
Die Taschenlampe sollte jeder Besu
cher selbst mitbringen. Alle Informa
tionen rund um die Ausstellung und
Möglichkeit zur Anmeldung gibt es im
Internet unter
oder telefonisch unter der Numme
08031/ 365 9036.
red
Sommer, Senet, Skarabäus!
Sommerferienprogramm für Groß und Klein im Lokschuppen
Farbenfroh und beliebtes Schmuckstück im alten Ägypten: die Skarabäen.
Foto: Lokschuppen
Bühnenbildentwurf zur Gralshalle im 1. Aufzug von „Parsifal“.
Foto: Christian Jank/Bayerische Schlösserverwaltung
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