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nachrichten
Landkreis S. 4
24. April 2015 -
Zum Militärdienst gezwun-
gen:
Rosenheim – Bundespolizi-
sten haben neulich neun Eritreer
in Gewahrsam genommen. Laut
Bundespolizei waren die Afrikaner
im Eurocity Verona-München unter-
wegs. Keiner der Männer im Alter
von 18 bis 30 Jahren konnte sich
ausweisen. Eigenen Angaben zufolge
waren sie von Afrika mit einem Schiff
nach Italien geflohen und von dort
aus mit dem Zug weitergereist. Die
eritreischen Staatsangehörigen er-
klärten, dass sie in ihrer Heimat zum
Militärdienst gezwungen worden
wären und deshalb in Deutschland
um Schutz nachsuchten. Einige Zeit
später nahmen Bundespolizisten
einen mutmaßlichen Schleuser fest,
der zehn Iraker beförderte. Fünf da-
von saßen ungesichert auf der Lade-
fläche. Der ungarische Fahrer gab an,
das Fahrzeug in Budapest übernom-
men zu haben, um in Deutschland
„Bäume und Büsche zu schneiden“.
Einen Arbeitsort oder Auftraggeber
konnte er nicht benennen. Einer
der Geschleustenerklärte, dass die
Überfahrt 9000 Dollar pro Person
gekostet hätte. Der mutmaßliche
Schleuser wurde in Untersuchungs-
haft genommen und die Flüchtlinge
an die Aufnahmestelle in München
weitergeleitet. Kurze Zeit später
wurden in einem anderen Zug aus
Verona etwa unerlaubt eingereiste
60 Personen in Gewahrsam genom-
men.
Tödlicher Verkehrsunfall:
Ro-
senheim – In der Wittelsbacher-
straße ereignete sich kürzlich ein
folgenschwerer Verkehrsunfall. Wie
die Polizei erklärt, bog ein aus Tirol
stammender 18-Jähriger mit seinem
Chevrolet in die Wittelsbacher Stra-
ße ein und missachtete die Vorfahrt
eines Rollerfahrers. Es kam zur Kolli-
sion. Der Fahrer des Zweirades, ein
51-jähriger Mann aus Rosenheim,
wurde hierbei schwerstverletzt.
Noch unter laufender Reanimati-
on erlag er im Klinikum Rosenheim
seinen Verletzungen. Der 10-jährige
Sohn, der sich auf dem Soziusplatz
befand, wurde ebenfalls schwer
verletzt. Ein Rettungshubschrauber
brachte ihn in eine Klinik nach Mün-
chen.
Verdächtiger Vorfall:
Bad Aibling
– Der 8-jährige Sohn einer 29-jäh-
rigen Frau berichtete erst jetzt, dass
er am 26.03.2015, in der Mittags-
zeit, an der Bushaltestelle “Bahnhof
Kolbermoor”, eine Begegnung mit
einem unbekannten Mann hatte,
der mit seinen Pkw in der Nähe der
Haltestelle stand. Laut Mitteilung der
Polizei sprach der Unbekannte den
Jungen an und legte ihm die Hand
auf die Schulter. Dabei versuchte er
den Knaben in Richtung seines Au-
tos zu bewegen. Ein weiterer Mann
beobachtete das Geschehen. Als der
Junge um Hilfe rief, ist diese Person
in Richtung Haltestelle gelaufen. Dar-
aufhin flüchtete der Unbekannte, der
von dem 8-Jährigen auf ungefähr 35
Jahre alt, und knapp 175 cm groß
geschätzt wurde. Weiter habe die
Person eine leicht untersetzte Statur,
dunkle Haare und einen Vollbart.
Bei dem Fahrzeug. habe es sich um
einen schwarzen Klein-/oder Mit-
telklassewagen gehandelt. Die Poli-
zeiinspektion Bad Aibling bittet den
Zeugen sich zu melden, um nähere
Hinweise auf den Verdächtigen zu
erhalten. .
Kinder gefilmt:
Kolbermoor – Ein
unbekannter Mann hat unlängst Kin-
der auf dem Spielplatz in der Alten
Spinnerei/Spinnerweiher
gefilmt.
Nach einer Mitteilung der Polizeiin-
spektion, gab der Mann auf Nach-
frage unwahrheitsgemäß an, dass
es sich um seine Kinder handelte.
Nach dem Gespräch fuhr der Mann
mit seinem Fahrrad weg. Der Mann
wird wie folgt beschrieben: Gut 50
Jahre alt, normale Statur, 1,75 bis
1,80 Meter groß, dunkelblonde und
ungepflegte Haare, Dreitagebart,
sprach mit bayerischem Dialekt.
Bekleidet war mit einer Jeans und
einem graublauen Oberteil. Der
Mann führte eine graue Tasche oder
Rucksack mit sich. Eine Beschreibung
des Fahrrades liegt nicht vor. Um den
Vorfall klären zu können, bittet die
Polizeiinspektion Bad Aibling unter
der Telefonnummer 08061/90730
um Hinweise aus der Bevölkerung.
Gäste verletzt:
Pang – Mitte April
verletzte ein bislang unbekannter
Täter mehrere Gäste im Festzelt auf
der Panger Wies`n mit einem Böl-
ler. Laut Mitteilung der Polizei warf
der Unbekannte den Knallkörper in
die Menschenmenge und verletzte
dadurch zwei Besucher. Zeugen
und eventuelle weitere Geschädigte
werden gebeten, sich unter der Ruf-
nummer 08031/2000 zu melden.
Raubüberfall
vorgetäuscht:
Rosenheim – Am 12. April wur-
de gegen 4 Uhr ein 24-Jähriger in
der Innenstadt angeblich von zwei
Unbekannten überfallen. Wie die
Polizeiinspektion berichtet, gab der
Mann an, die Täter hätten ihn zu
Boden geworfen und ihm 50 Euro
gestohlen. Nun kam heraus: Die
Geschichte war erfunden. Warum er
sich die „Räuberpistole“ ausgedacht
hatte, konnte der Rosenheimer nicht
erklären. Gegen ihn wird nun wegen
Vortäuschens einer Straftat ermittelt.
Haschisch und Falschgeld:
Ir-
schenberg – Schleierfahnder der Po-
lizei stießen bei der Durchsuchung
eines Fahrzeugs auf Haschisch und
eine beträchtliche Menge Falsch-
geld. Wie die Polizei bestätigt, kon-
trollierten die Fahnder einen PKW
mit französischem Kennzeichen.
Während der Untersuchung fanden
die Beamten bei dem 41-jährigen
Fahrer einen gefälschten 20 Euro
Schein. Anschließend wurden 2,5
Kilo Haschisch und mehrere tau-
send Euro Falschgeld festgestellt. Das
Rauschgift und die falschen 20- und
50-Euro-Banknoten waren in einem
Versteck in der Karosserie befördert
worden. Der Fahrer und dessen 42-
jähriger Beifahrer wurden vorläufig
festgenommen. Die Kriminalpolizei
ermittelt. Die ersten Ermittlungen
ergaben, dass die französische Zulas-
sung für den Pkw bereits erloschen
war. Darüber hinaus wurde nach
dem 42-jährigen Mitfahrer in Frank-
reich bereits wegen Drogendelikten
gefahndet.
Hoher Sachschaden durch
Brand:
Prien – Dank der Hilfe
der Nachbarn kamen bei einem
Hausbrand in der Ludwigstraße vor
kurzer Zeit keine Personen zu Scha-
den. Der Polizei zufolge wurden
die Nachbarn durch lautes Knistern
geweckt. Das Ehepaar warnte die
Bewohner des Hauses und zwei
Frauen konnten das Haus verlassen.
Einen Bewohner des zweiten Stocks
musste der Nachbar in seiner Woh-
nung wecken und zum Verlassen des
Hauses drängen. Mehrere Feuer-
wehren bekämpften das Feuer bis in
die Morgenstunden. Die Bewohner
wurden vorsorglich ins Krankenhaus
gebracht. Der Sachschaden dürfte
sich auf 200000 Euro belaufen. Zeu-
gen werden gebeten, über die Tele-
fonnummer 08031/2000 mit der
Polizei Kontakt aufzunehmen.
red
Blau
licht
Nach
richten
Politik:
Umweltministerin setzt auf Klimaschutz
Rosenheim – Die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf fordert auch in Zu-
kunft ein ressourcenschonendes und klimafreundliches Wirtschaftswachstum. Wie
das Büro der CSU-Abgeordneten Daniela Ludwig berichtet, war das Thema Kli-
maschutz das zentrale Thema des Treffens der Frauen-Union. Scharf unterstrich
vor rund 90 Gästen auch die regionale Bedeutung des Klimaschutzes. Zumal die
Auswirkungen des Klimawandels bereits spürbar seien. Das haben auch Stadt und
Landkreis Rosenheim zuletzt beim Hochwasser 2013 erlebt. Die Staatsregierung
investiere viel in den Hochwasserschutz; seit 2001 seien dies 3,4 Milliarden Euro
gewesen. Als weiteres vorrangiges Ziel nannte die Ministerin die Reduzierung des
CO
2-
Ausstoßes. Bis 2050 sollen pro Bürger zwei Tonnen weniger ausgestoßen
werden. Bislang beträgt der CO
2
-Ausstoß statistisch bei jedem Einwohner Bay-
erns sechs Tonnen pro Jahr, bundesweit sind es sieben Tonnen. Weitere Themen
waren Fracking und Gentechnik. Im Bild (v. l.): Sabine Balletshofer (Frauen Union
Rosenheim-Land), Daniela Ludwig (MdB), Ulrike Scharf (Umweltministerin), Ur-
sula Meishammer (Frauen Union Rosenheim-Stadt).
red
Protest gegen Freihandelsabkommen
Rosenheim – Insgesamt gut 300 Teilnehmer demonstrierten Mitte April gegen
das Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA (TTIP). Sowohl
Steffen Storandt (BN) als auch Justus Dallner (attac) und Martin Knobel (B90/
Die Grünen) sprachen sich für eine Stärkung des Verbraucherschutzes, gegen
das Zurückschrauben sozialer und ökologischer Standards sowie einer un-
kontrollierbaren Paralleljustiz durch Sonderklagerechte für Konzerne aus. Alle
Sprecher beklagten die geringe Transparenz und Ehrlichkeit über die Details
der Abkommen, wodurch praktisch demokratische Grundsätze außer Kraft
gesetzt würden. Zur Demonstration gegen Freiheitsabkommen TTIP, CETA
und TiSA hatten der Bund Naturschutz, attac, ödp, Piraten und Die Linke
am Bahnhof Rosenheim aufgerufen. Angeschlossen hatte sich auch Bündnis
90/Die Grünen. Im Bild: Der Demonstrationszug.
elle/red
Pädagogik:
FiTz vergibt Förderpreis
Fachtagung zur Integration
Bad Aibling – Gemeinsammit der Regierung Oberbayern richtete die Berufschule
kürzlich die Fachtagung „Asyl und Schule“ aus. Während der Fachtagung infor-
mierten sich über 270 Lehrkräfte aller Schularten über die Möglichkeiten und An-
forderungen der Integration von Flüchtlingskindern und nahmen an Workshops
teil. Insgesamt waren allein im letzten Jahr 20831 Kinder im schulpflichtigen Alter
nach Deutschland gekommen. Wie Anneliese Willfahrt, leitende Regierungsschul-
direktorin, erklärt, steht der Spracherwerb dieser Kinder im Mittelpunkt. Aus-
ländische Kinder werden daher in Übergangsklassen unterrichtet. Das Ziel ist es
hierbei, Grundkompetenzen zu vermitteln. Danach werden die Kinder in eine
Regelklasse überführt und erhalten parallel weiteren Sprachunterricht. Gut 12 Kin-
der werden dabei mit knapp 12 deutschen Schülern zusammen gelegt. Um die
Schüler mit Fluchthintergrund in Zukunft angemessen unterrichten zu können, hat
die Ludwig-Maximilians-Universität München kürzlich den Studiengang „Deutsch
als zweite Sprache eingerichtet. Im Bild (v.l.): Jürgen Ersing (Stellvertretender
Schulleiter), Jörg Schnadel (Regierung Oberbayern), Karin Reichlmeier (Sachge-
bietsleiterin Grund- und Mittelschulen), Anneliese Willfahrt (Leitende Regierungs-
schuldirektorin).
kl
Rosenheim – Die Staatsregierung plant einen Modellversuch zur Mittelstufe Plus
an 47 bayerischen Gymnasien. Auf diese Weise will die Regierung garantieren,
dass die Schüler in einem Schuljahr durch gezielte Förderstunden Defizite ab-
bauen können. Die Gymnasien im Raum Rosenheim haben die Teilnahme an
diesem Pilotprojekt abgelehnt. Zusammen mit dem Arbeitskreis Schule Bildung
(AKS) wurde eine eigene Initiative ins Leben gerufen. Ab dem nächsten Schuljahr
werden versuchsweise Gymnasiasten und Realschulabsolventen vor dem Eintritt
in die eigentliche Oberstufe in einer Übergangsklasse in Bad Aibling und am Ro-
senheimer Karolinengymnasium unterrichtet. Das Angebot richtet sich nicht nur
an Schüler mit gewissen Defizten, sondern auch an diejenigen, die beispielsweise
ein Auslandsjahr einlegen wollen. Im Bild (v. l.): Woflgang Zeller (stellvertretender
Vorstand AKS), Peter Peltzer (1. Vorstand AKS), Michael Beer (Schulleiter Gym-
nasium Bad Aibling) Sigrid Rechenauer (Schulleiterin Karolinengymnasium), Otto
Lederer (MdL), Kerstin Haferkorn (Geschäftsführerin AKS).
kl
Rosenheimer Modell vorgestellt
Rosenheim – Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Kinderschutzbun-
des Rosenheim e.V. standen reguläre Wahlen an. Der bisherige Vorstand und die
Kassenprüfer wurden dabei jeweils einstimmig wieder gewählt und bedankten
sich für das ihnen ausgesprochene Vertrauen. Neu hinzu kam als Beisitzerin Silvia
Tomm, die ebenfalls einstimmig gewählt wurde. Im Bild: (v. l): Heide von Rau-
ßendorff (Stellvertretende Vorsitzende ), Barbara Zanetti, Anna-Maria Ehrlicher
(Vorsitzende), Silvia Tomm und Lisa Temme, Franz-Josef Würfl (Beisitzer), Carola
Kahles (Schriftführerin).
red
Neues Vorstandsmitglied
Soziales:
Rosenheim – Auf 20. Jahreshauptversammlung des Fördervereins Jugendarbeit
Rosenheim (FJR) erhielt der Förderverein „FiTz – 1001 Talente fördern“ . „FiTz“
erhielt für seine Arbeit mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter den
Förderpreis des FJR 2015 aus den Händen von FJR-Vorsand Klaus Schäfer. Dieser
mit 1000 Euro dotierte Preis wird vom FJR an Vereine und Personen verliehen,
die sich in besonderemMaße um Jugendprojekte verdient machen. Im Bild: Klaus
Schäfer (Vorstand FJR; links) und Wolfgang Zeller (Vorstand FiTz).
red
Abschied von Günter Grass
D
er am 16. Oktober 1926
in einfachen Verhältnis-
sen in Danzig geborene
Schriftsteller, Bildhauer, Maler und
Grafiker gilt als einer der bedeu-
tensten deutschen Autoren des 20.
Jahrhunderts. Den internationalen
Durchbruch schaffte das Mitglied
der „Gruppe 47“ 1959 mit dem
Roman „Die Blechtrommel“, der
erfolgreich von Volker Schlöndorff
verfilmt wurde. Weitere berühmte
Romane sind „Hundejahre“, „Die
Rättin“ und „Beim
Häuten der Zwie-
bel“. Der stets
politisch engagier-
te Autor – von
1961 bis 2005
hatte er sich als
Unterstützer von
SPD-Politikern,
wie Willy Brandt
oder Heide Si-
monis engagiert
– sorgte wieder-
holt für Kontroversen. Etwa mit sei-
ner spät bekannten Zugehörigkeit
zur Waffen-SS oder seinem Gedicht
„Was gesagt werden muss“ aus dem
Jahr 2012, in dem er Israel vorwarf
mit seinen Atomwaffen und Droh-
gebärden den Frieden in Nahost zu
gefährden. Günter Grass starb am
13. April im Alter von 87 in Lübeck
an den Folgen einer Infektion. kl
Foto: Gerhard Steidl
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